Brandschutz

Arbeitgeber sind verpflichtet, Personen zu benennen und auszubilden, die im Brandfall den Entstehungsbrand vor Ort bekämpfen oder die Evakuierung der anderen Beschäftigten sicherstellen. Die Ausbildung solcher sog. Brandschutzhelfer kann der Arbeitgeber selbst übernehmen, wenn er über die notwendige Fachkunde verfügt. Inhalte und Umfang der Ausbildung sind im Folgenden beschrieben.

Was sind die Inhalte der Ausbildung zum Brandschutzhelfer?

Brandschutzhelfer müssen über Brandgefahren und Brandschutzeinrichtungen sowie das richtige Verhalten im Brandfall regelmäßig unterwiesen werden. Das gilt auch für alle anderen Beschäftigten. Der Unterschied ist, dass Brandschutzhelfer auch praktisch unterwiesen werden. 

Konkrete theoretische Inhalte der Ausbildung zum Brandschutzhelfer sind: 

  1. Grundzüge des Brandschutzes 
  2. Betriebliche Brandschutzorganisation
  3. Funktion und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen 
  4. Gefahren durch Brände
  5. Verhalten im Brandfall 
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Bisher unterscheidet sich die Ausbildung des Brandschutzhelfers kaum von der für alle Mitarbeiter geforderten Brandschutzunterweisung nach Brandschutzordnung Teil 1 und Teil 2. Der Praxisteil stellt hingegen einen sehr hohen Mehrwert dar. Denn nur, wenn der Mitarbeiter eigenständig am Objekt üben kann, wird er ausreichend für die wichtige Aufgabe sensibilisiert. 

Im praktischen Teil der Ausbildung sollten deshalb folgende Übungen durchgeführt werden:

  • Handhabung und Funktion, Auslösemechanismen von Feuerlöscheinrichtungen
  • Löschtaktik und eigene Grenzen der Brandbekämpfung
  • realitätsnahe Übung mit Feuerlöscheinrichtungen 
  • Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit der Löscheinrichtungen erfahren
  • betriebsspezifische Besonderheiten
  • Einweisung in den betrieblichen Zuständigkeitsbereich 

Ausschnitt aus dem praktischen Teil der Ausbildung

So sieht es aus, wenn ein Fettbrand mit Wasser gelöscht wird: 

Wie lange dauert die Ausbildung zum Brandschutzhelfer?

Die DGUV Information 205-023 sieht für die theoretische Ausbildung von Brandschutzhelfern mindestens zwei Unterrichtseinheiten à 45 Minuten vor. Wie lange für den praktischen Teil eingeplant werden sollte, hängt von der Größe der Gruppe und den Ausbildungsinhalten ab – so kann sich die Dauer der theoretischen sowie praktischen Ausbildung aufgrund von betriebsspezifischen Besonderheiten verlängern. Grundsätzlich werden fünf bis zehn Minuten pro Teilnehmer angesetzt. 

Für die Praxis entscheidend sind vor allem die Nutzung der Räume und die vorhandenen Brandgefahren, um die notwendige Ausbildungsdauer festzulegen. Beschäftigte, die bereits eine feuerwehrtechnische Grundausbildung durchlaufen haben (z. B. aktive Feuerwehrleute), kann der Arbeitgeber außerdem ohne zusätzliche Ausbildung als Brandschutzhelfer benennen. 

Hinweis: Diese Angaben beschreiben das formelle Minimum, das Arbeitgeber leisten sollten. Will der Arbeitgeber jedoch das eigentliche Ziel der Brandschutzhelfer fördern, nämlich den Brandschutzbeauftragten zu unterstützen, sind die beschriebenen Ausbildungsdauern sowie Inhalte als nicht ausreichend anzusehen. 

Denn richtig ausgebildet und eingesetzt können Brandschutzhelfer auch im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes aktiv werden und z. B. versperrte Flucht- und Rettungswege oder fehlerhafte Sicherheitskennzeichen erkennen und melden. 

Wiederholung der Brandschutzhelferausbildung 

Die Ausbildung zum Brandschutzhelfer sollte gemäß DGUV Information 205-023 alle drei bis fünf Jahre wiederholt werden. Ergeben sich in der Zwischenzeit erhebliche betriebliche Veränderungen, sollte die Wiederholung der Ausbildungsinhalte früher stattfinden. Das wiederum ist nur eine Mindestvorgabe, ob der Zeitrahmen ausreicht, muss der Arbeitgeber selbst entscheiden. 

Wie viele Brandschutzhelfer werden pro Betrieb benötig? 

Die benötigte Anzahl an Brandschutzhelfern variiert je nach Art des Unternehmens und ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, die Arbeitgeber regelmäßig durchführen müssen. Nach ASR 2.2 reicht bei normaler Brandgefährdung – bspw. in reinen Bürogebäuden – ein Anteil von fünf Prozent der Beschäftigten.

Wird im Betrieb z. B. mit brennbaren oder feuergefährlichen Stoffen gearbeitet, ist es sinnvoll mehr Brandschutzhelfer auszubilden. Absolutes Mindestmaß ist aber: Ein Brandschutzhelfer pro Abteilung (auf Räumlichkeiten bezogen). Hintergrund ist, dass Brandschutzhelfer möglichst frühzeitig die Entstehung eines Brandes mitbekommen und entsprechend reagieren müssen. 

Hinweis: Bei der Überlegung, wie viele Brandschutzhelfer ausgebildet werden sollen, muss auch der Schichtbetrieb und die Abwesenheit einzelner Mitarbeiter (z. B. wegen Urlaubs oder Fortbildung) berücksichtigt werden. 

Wer darf Brandschutzhelfer ausbilden? 

Sowohl der Arbeitgeber, ein von ihm Beauftragter, aber auch ein externer Anbieter können Brandschutzhelfer ausbilden. Voraussetzung ist, dass der Ausbilder fachkundig ist, weil er 

  • über eine brandschutztechnische Berufsausbildung verfügt,
  • ausreichend Berufserfahrung mitbringt,
  • zeitnah eine entsprechende Tätigkeit ausgeübt hat und sich regelmäßig im Bereich Brandschutz fortbildet. 

Wo ist die Ausbildung zum Brandschutzhelfer rechtlich einzuordnen?  

Die DGUV Information 205-023 gilt als Leitlinie für die Ausbildung von Brandschutzhelfern. Diese DGUV-Information ist als Teil des autonomen Satzungsrechts im Bereich des öffentlichen Rechts eingeordnet und rechtlich verbindlich. Ziel der DGUV ist es eine Übersicht über die Inhalte und Umfang der Ausbildung zu geben. Dabei werden insbesondere die folgenden drei Rechtsvorschriften als Grundlage gesehen:

(juse)

Quelle: „Sicherheitshandbuch Brandschutz“

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