Datenschutz und IT

WhatsApp: Datenschutz-Risiken für Handwerker

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Dass der Datenschutz bei WhatsApp ein Risiko für Handwerker und Unternehmen generell ist, machten mehrere Meldungen dieses Jahr deutlich: Sicherheitslücken, manipulierbare Nachrichten und die Weitergabe von Nutzerdaten an Facebook. Doch worin genau liegen die Risiken?

Weitergabe personenbezogener Daten ist das Hauptproblem 

In den Nutzungsbedingungen von WhatsApp heißt es unter dem Punkt „Adressbuch“:

„Im Einklang mit geltenden Gesetzen stellst du uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp Nutzern und anderen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung, darunter sowohl die Nummern von Nutzern unserer Dienste als auch die von deinen sonstigen Kontakten.“

Das bedeutet: Wenn man WhatsApp auf seinem Diensthandy installiert, erhält WhatsApp automatisch Zugriff auf alle Kontaktdaten aus dem Adressbuch. Auf diese Weise kann der Messenger-Dienst die Kontaktdaten mit seinen eigenen Daten abgleichen, um festzustellen, welcher der Kontakte ebenfalls WhatsApp nutzt.

WhatsApp räumte bereits 2016 ein, Informationen an Facebook weiterzuleiten, was sich auch durch den Ablauf der Übergangsfrist der DSGVO im Mai 2018 nicht geändert hat.

Es findet also automatisch eine Weitergabe personenbezogener Daten statt, die gemäß DSGVO jedoch nur mit Einwilligung, auf Grundlage eines Vertrags oder im Rahmen einer Interessenabwägung (Art. 6 Abs. 1 DSGVO) erfolgen darf. Da der Firmensitz von WhatsApp in den USA und damit in einem Drittland liegt, sind für die Datenübermittlung zudem Art. 45 und 46 DSGVO zu beachten.

Um datenschutzrechtlich korrekt zu handeln, müsste also vor dem Einspeichern von Kontaktdaten die Einwilligung zur Verarbeitung der Daten eingeholt werden.

Verschlüsselung sollte Lücken schließen 

WhatsApp gibt selbst an, dass Nachrichten mit End-to-End-Verschlüsselung gesendet werden. Dadurch soll verhindert werden, dass unberechtigte Dritte Nachrichten lesen können. Jedoch wurde das Verschlüsselungsverfahren nicht veröffentlicht, wodurch nicht garantiert werden kann, dass keine Lücken oder Schwachpunkte bestehen.

WhatsApp Business ist datenschutzrechtlich nicht besser aufgestellt 

Für mittlere und große Unternehmen stellt WhatsApp seit Anfang des Jahres die App „WhatsApp Business“ für Android-Smartphones zur Verfügung. Bezüglich des Datenschutzes gelten hier aber weiterhin die Nutzungs- und Datenschutzrichtlinien von WhatsApp.

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Risiken für Handwerker

Für Handwerker ist WhatsApp eine praktische Hilfe, um schnell Informationen mit ihren Kunden oder zwischen Kollegen auszutauschen. Sie können per Foto ganz einfach über den aktuellsten Stand einer Baustelle informieren oder sich mit einem Bild Rat zu Mängeln einholen.

Das Versenden von solchen Fotos ist datenschutzrechtlich jedoch problematisch. WhatsApp erhält, wie bei schriftlichen Nachrichten, durch den Sendevorgang Zugriff auf das Bild. Und Daten, auf die WhatsApp Zugriff hat, werden auch an Facebook weitergeleitet. Das gilt auch für Fotos.

Auf Fotos können aber nicht nur Personen abgebildet sein. Ein digitales Bild kann ebenfalls personenbezogene Daten, wie zum Beispiel GPS-Daten, enthalten.

Handwerker müssten also vor dem Versenden des Fotos zusätzlich die Einwilligung aller vom Bild betroffenen Personen zur Datenweitergabe einholen, um wirklich datenschutzkonform zu arbeiten und kein Bußgeld zu riskieren. (caschmi)

Quellen: whatsapp.com, deutsche-handwerks-zeitung.de, welt.de, Infodienst Datenschutz für Praktiker

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