Elektrosicherheit und Elektrotechnik

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen in regelmäßig wiederkehrenden Zeitabständen von einem Fachmann geprüft werden. Bei der Festlegung der Prüffristen kann sich der Arbeitnehmer an den Empfehlungen orientieren, die in der DGUV Vorschrift 3 enthalten sind. Sich bei der Prüffestlegung einzig auf diese Empfehlungen zu berufen, ist allerdings nicht ausreichend, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Prüffristen für ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel nach DGUV 

Anlage/Betriebsmittel  Prüffrist  Art der Prüfung  Prüfer 
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel  4 Jahre auf ordnungsgemäßen Zustand  Elektrofachkraft 
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel in "Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art" (DIN VDE 0100 Gruppe 700)  1 Jahr  auf ordnungsgemäßen Zustand  Elektrofachkraft
Schutzmaßnahmen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in nicht stationären Anlagen 1 Monat  auf Wirksamkeit  Elektrofachkraft oder elektrotechnisch unterwiesene Person bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte

Fehlerstrom-, Differenzstrom- und Fehlerspannungs-Schalter in stationären und nicht stationären Anlagen 

6 Monate arbeitstäglich  auf einwandfreie Funktion durch Betätigung der Prüfeinrichtung  Benutzer 

Prüffristen für ortsveränderliche elektrische Anlagen und Betriebsmittel nach DGUV

Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel, Verlängerungs- und Geräteanschlussleitungen mit Steckvorrichtungen, Anschlussleitungen mit Stecker sowie bewegliche Leitungen mit Stecker und Festanschluss sollten alle 6 Monate, auf Baustellen alle 3 Monate auf einen ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden. 

Wird bei den Prüfungen eine Fehlerquote von < 2 % erreicht, kann die Prüffrist verlängert werden: auf Baustellen, in Fertigungsstätten und Werkstätten auf maximal ein Jahr, in Büros auf höchstens zwei Jahre. 

Ortsveränderliche Betriebsmittel können gemäß DGUV Vorschrift 3 sowohl von einer Elektrofachkraft als auch in bestimmten Fällen von einer elektrotechnisch unterwiesenen Person (EuP) unter Aufsicht einer Elektrofachkraft geprüft werden.

Prüffristen sind nur Richtwerte 

Die in der DGUV Vorschrift 3 genannten Prüffristen können nur als Richtwerte verstanden werden. Denn in der Praxis kommt es für die sichere Nutzung stark darauf an, wie und unter welchen Bedingungen Anlagen und Betriebsmittel eingesetzt werden. So verlangt z. B. die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) eine Beurteilung der konkreten Gefährdungen durch einen Vergleich mit den betrieblichen Gegebenheiten. 

Aufpassen müssen Arbeitgeber zudem, wenn sie Prüffristen verlängern. Denn die Verlängerung einer Prüffrist muss sehr genau begründet werden. 

Alle Anforderungen an die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel sind in den Werken "Handbuch Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel" und "Handbuch Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte" beschrieben. Schritt-für-Schritt-Anleitungen erleichtern die normkonforme Einhaltung aller Prüfabläufe. 

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Pflicht zur wiederkehrenden Prüfung

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie die DGUV Vorschrift 3 verpflichten jedes Unternehmen, das elektrische Anlagen und Betriebsmittel besitzt, diese regelmäßig wiederkehrend zu prüfen – egal ob ortsfest oder ortsveränderlich.

Quelle: "Handbuch Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel"

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