Elektrosicherheit und Elektrotechnik

Ein großer Teil der Brandschäden in Deutschland wird durch Elektrizität verursacht. Gerade die Verlegung elektrischer Leitungen birgt einige Risiken. Planer und Errichter von elektrischen Anlagen müssen sich deshalb regelmäßig mit dem Thema Brandschutz und Brandabschottung auseinandersetzen.

Brandschutz und Brandabschottung: Definition 

Der Brandschutz umfasst im Allgemeinen alle Maßnahmen, die die Entstehung eines Brandes verhindern bzw. die Auswirkungen auf ein Mindestmaß beschränken sollen. Um die Maßnahmen und Ziele konkreter definieren zu können, wird der allgemeine Brandschutz nochmals unterteilt: Es gibt den baulichen, den anlagentechnischen, den betrieblich-organisatorischen und den abwehrenden Brandschutz.

Im Zusammenhang mit der Verlegung elektrischer Leitungen in Gebäuden werden Brandabschottungen von Elektrokabeln wichtig. Brandabschottungen sind dem baulichen Brandschutz zugeordnet: Gebäude werden im Rahmen des Brandschutzes nach dem Abschottungsprinzip je nach Gebäudeklasse und -nutzung in Brandabschnitte unterteilt und somit voneinander abgeschottet.

Eine richtig ausgeführte Brandabschottung zwischen zwei Brandabschnitten verhindert, dass Rauch und Feuer den angrenzenden Brandabschnitt erreichen. Das heißt, dass auch die Durchführungen für Kabel, die durch Brandschutzwände und -decken führen, die Ausbreitung eines Brandes verhindern müssen. 

Wer ist für den Brandschutz verantwortlich? 

Grundsätzlich ist der Unternehmer der Verantwortliche für die Sicherheit seiner Beschäftigten – dazu zählt auch die Etablierung von Brandschutzmaßnahmen. Einen Teil seiner Aufgaben kann er z. B. an den Brandschutzbeauftragten delegieren, die Hauptverantwortung liegt aber weiterhin beim Unternehmer. Zu den Aufgaben des Unternehmers gehört es außerdem, seine Mitarbeiter regelmäßig bezüglich des Brandschutzes zu unterweisen.  

Brandabschottung von Elektroleitungen 

Für den Bereich Elektrosicherheit ist neben dem anlagentechnischen insbesondere der bauliche Brandschutz von großer Bedeutung, denn mit elektrischen Leitungsanlagen sind grundsätzlich einige Risiken verbunden. Hier gilt es, den Schutz, den Brandschutzwände und -decken aufgrund bestimmter Baustoffe gewährleisten, nicht zu beschädigen. Dementsprechend müssen auch die Durchdringungen von Bauteilen Anforderungen an den Feuerwiderstand erfüllen. 

Generell werden drei Arten zum Schutz von Elektroleitungen, die durch Brandschutzwände und -decken geführt werden, unterschieden: 

  • Abschottungen nach der Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (MLAR) – Grundsätzlich gilt gemäß MLAR, dass elektrische Leitungen durch Brandabschottungen geführt werden müssen, die mindestens dieselbe Feuerwiderstandsfähigkeit aufweisen, wie die Bauteile, die sie umgeben.
  • Brandabschottungen mit zugelassenen Systemen – Für elektrische Leitungen, die nicht den Bestimmungen der MLAR entsprechen, sind zugelassene Schottsysteme anzuwenden.
  • Kombischottungen – Ein Kombischott kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn unterschiedliche Arten von Leitungen durch denselben Durchbruch durchgeführt werden müssen.  

Durchführung elektrischer Leitungen durch feuerhemmende Wände

In der MLAR werden Erleichterungen für die Leitungsdurchführung durch feuerhemmende Wände definiert. Demnach ist Folgendes zu beachten: 

  • Die Durchführung einzelner elektrischer Leitungen sowie einzelner gepackter Kabelbündel bis 50 mm Durchmesser durch feuerhemmende Baustoffe, gewährleisten den Brandschutz erst, wenn der Raum zwischen Leitung/Kabelbündel und dem umgebenden Bauteil mit nichtbrennbaren Baustoffen oder mit im Brandfall aufschäumenden Baustoffen ausgefüllt wird. 
  • Werden Mineralfasern verwendet, müssen sie eine Schmelztemperatur von mindestens 1.000 °C aufweisen. 
  • Der Abstand zwischen Leitung/Kabelbündel und Bauteil darf 50 mm nicht überschreiten. Das gilt sowohl bei Verwendung von Mineralfasern als auch von aufschäumenden Dämmschichten. 

In den Erleichterungen wird weiterhin unterschieden zwischen

  • einzelnen Leitungen ohne Dämmung in gemeinsamen Durchbrüchen für mehrere Leitungen,
  • einzelnen Leitungen ohne Dämmung in jeweils eigenen Durchbrüchen oder Bohröffnungen, 
  • einzelnen Rohrleitungen mit Dämmung in Durchbrüchen oder Bohröffnungen sowie 
  • einzelnen Rohrleitungen mit oder ohne Dämmung in Wandschlitzen oder mit Ummantelung. 

Für elektrotechnische Arbeiten sind jedoch nur die zwei erst genannten Lösungen relevant. Die Art dieser Durchführungen ist im „Sicherheitshandbuch Elektrosicherheit“ grafisch dargestellt und wird praxisnah erklärt. (juse) 

Die wichtigsten Regelungen zum Thema Brandschutz und Elektroinstallationen auf einen Blick im

Sicherheitshandbuch Elektrosicherheit

mehr erfahren

Quelle: „Sicherheitshandbuch Elektrosicherheit“

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