Geschäftsführung und Management

Mit der Änderung der „Zehnten Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung“ wurden die steuerfreien Sachbezüge für Verpflegung und Unterkunft wieder an die Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Sie sind seit dem 1. Januar 2018 anzuwenden, da die Verordnung zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist. Besonderheiten ergeben sich dabei für Auslandsreisen.

Sachbezüge 2018 – Verpflegung 

Der Sachbezugswert für die Verpflegung ist zum 1. Januar 2018 auf 246 Euro Monatswert (bisher 241 Euro) gestiegen. Für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten sind somit folgende Werte anzusetzen: 

  • Frühstück: 1,73 Euro (bisher 1,70 Euro) 
  • Mittag-/Abendessen: 3,23 Euro (bisher 3,17 Euro) 

Sachbezüge 2018 – Unterbringung 

Der Monatswert für die Unterbringung erhöht sich bundeseinheitlich ab Januar 2018 auf 226 Euro (bisher 223 Euro). Zu beachten ist, dass für eine kostenlos zur Vergütung gestellte Wohnung keine Sachbezugswerte existieren. Hier orientiert sich der geldwerte Vorteil für den Arbeitnehmer an den ortsüblichen Mieten. 

Kann der ortsübliche Mietpreis nur unter hohem Aufwand ermittelt werden, gelten laut § 2 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) feste Quadratmeterpreise: 

  • bei durchschnittlicher Ausstattung: 3,97 Euro pro m
  • bei einfacher Ausstattung (ohne Sammelheizung, Bad oder Dusche): 3,24 Euro pro m2

Sachbezugswerte: Bei Auslandsreisen unterscheiden sich die Pauschalen

Die Abrechnung und Gewährung von Verpflegungsmehraufwendungen werden bei Auslandsreisen analog zu Inlandsreisen behandelt. So wird die Staffelung der Auslandstagegelder für Verpflegung in die gleichen Abwesenheitszeiten eingeteilt wie bei den Inlandsreisen. Es müssen lediglich die Pauschalen je nach Land unterschieden werden, die der Ländertabelle zu entnehmen sind, welche von der Finanzverwaltung veröffentlicht wird. Die aktuelle Ländertabelle finden Geschäftsführer und Buchhalter außerdem im Praxishandbuch „Das aktuelle Reisekosten- und Bewirtungsrecht“. 

Wichtig: Bei der Abrechnung von Auslandsreisen muss genau darauf geachtet werden, welche Auslandspauschale jeweils erstattet werden darf. Dabei gelten folgende Einzelregelungen, die in § 9 Abs. 4a Satz 5 2. Halbsatz Einkommensteuergesetz (EStG) festgeschrieben sind: 

  • Grundsätzlich wird die Pauschale des Landes abgerechnet, das der Reisende vor 24 Uhr Ortszeit endgültig erreicht hat. 
  • Wenn dieser Ort im Inland liegt, gilt die Pauschale von dem letzten Tätigkeitsort im Ausland.
  • Für die Zwischentage ist i. d. R. der entsprechende Pauschbetrag des Ortes, den der Arbeitnehmer vor 24 Uhr Ortszeit erreicht hat, maßgebend. 
  • Schließt sich an den Tag der Rückreise von einer mehrtägigen Auslandstätigkeit eine weitere Auslandstätigkeit an, wird für diesen Tag die höhere Verpflegungspauschale berechnet
  • Bei Flugreisen gilt ein Staat als erreicht, wenn das Flugzeug dort landet. Kurze Zwischenlandungen zählen nicht dazu. 
  • Dauert der Flug mehr als zwei Kalendertage, wird für die Tage zwischen dem Abflug und der Landung das Auslandstagegeld für Österreich angesetzt. 
  • Für Schiffsreisen ist das für Luxemburg geltende Tagegeld maßgeblich, während für die Tage der Ein- und Ausschiffung das für den Hafenort geltende Tagegeld berechnet wird. (Für das Personal auf deutschen Staatsschiffen und Schiffen der Handelsmarine gilt das Inlandstagegeld.) 
  • Erledigt ein Arbeitnehmer an einem Tag Auswärtstätigkeiten im In- und Ausland, wird für diesen Tag das entsprechende Auslandstagegeld berücksichtigt. 
  • Ist ein Land nicht in der Ländertabelle aufgeführt, wird die Pauschale für Luxemburg berechnet. Für nicht erfasste Übersee- und Außengebiete eines Landes (wie z. B. Frankreichs) ist der für das Mutterland geltende Pauschbetrag anzusetzen.

Wie die Regelungen in der Praxis angewendet werden, zeigt ein Experte anhand anschaulicher Beispiele im Werk „Das aktuelle Reisekosten- und Bewirtungsrecht“. Dieses enthält neben übersichtlichen Tabellen zu Sachbezügen ab 2018 stets den aktuellsten Rechtsstand im Reisekosten- und Bewirtungsrecht. 

Quelle: „Das aktuelle Reisekosten- und Bewirtungsrecht“

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