Gesundheitswesen und Pflege

Generalistische Pflegeausbildung gemäß neuem Pflegeberufegesetz kommt 2020

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Der Bundesrat hat am 7. Juli 2017 der Reform der Pflegeberufe zugestimmt. Künftig müssen sich Auszubildende in Pflegeberufen nicht mehr zu Beginn ihrer Ausbildung entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen. Zudem wird die Ausbildung für alle kostenlos.

Die neue generalistische Pflegeausbildung gemäß Pflegeberufegesetz

Mit der Reform der Pflegeberufe wird die Ausbildung in der Pflege vereinheitlicht. Künftig können Auszubildende in Pflegeberufen gemäß dem neuen Pflegeberufegesetzes eine generalistische Pflegeausbildung mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau" oder „Pflegefachmann" absolvieren. Der Abschluss wird europaweit anerkannt.

Die generalistische Pflegeausbildung lässt den Auszubildenden mehr Entscheidungsfreiraum. Denn diese müssen nicht wie bisher schon zu Beginn der Ausbildung eine bestimmte Laufbahn wählen, sondern können nach der generalistischen Pflegeausbildung in allen Versorgungsbereichen arbeiten.

Wer jedoch genau weiß, in welchem Bereich er später tätig sein will, kann auch weiterhin die spezialisierte Ausbildung machen. Die gesonderten Abschlüsse in der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bleiben erst einmal erhalten.

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Auszubildende können sich nach zwei Jahren entscheiden

Das Pflegeberufegesetz sieht vor, dass in den ersten beiden Ausbildungsjahren gemeinsame Lerninhalte vermittelt werden. Ab dem dritten Jahr können die Auszubildenden wählen: Entweder sie setzen die generalistische Pflegeausbildung fort oder sie spezialisieren sich.

Beendet ein Auszubildender die generalistische Pflegeausbildung nach zwei Jahren, kann er den Abschluss zur Pflegeassistenz erlangen und flexibel eingesetzt werden.

Doch warum wird die Pflegeausbildung überhaupt reformiert? Das erklärt der Deutsche Berufsverband für Pflege (DBfK) im folgenden Video: 

Quelle: DBfK, YouTube

Rahmenbedingungen für die generalistische Pflegeausbildung

Als Voraussetzung für die generalistische Pflegeausbildung werden gemäß Pflegeberufegesetz folgende Abschlüsse anerkannt:

  • Mittlerer Schulabschluss
  • Zehnjährige allgemeine Schulbildung
  • Hauptschulabschluss mit weiteren Qualifikationen

Pflegeausbildung wird dank Pflegeberufegesetzes kostenlos

Die Pflegeausbildung wird im Rahmen der generalistischen Ausbildung für alle kostenfrei. Denn künftig werden alle Ausbildungswege über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds finanziert. Im Gesetz wird zudem eine angemessene Ausbildungsvergütung festgeschrieben. Auch Schulgeld müssen die Auszubildenden künftig nicht mehr bezahlen.

Pflegeberufegesetz: Neue Ausbildungsgänge starten 2020

Das Pflegeberufegesetz tritt stufenweise in Kraft: Die neuen Ausbildungsgänge können laut Bundesregierung ab 2020 belegt werden. Konkrete Details zum Gesetz definiert die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Außerdem wird das Gesundheits- und Familienministerium bis Ende 2025 die Anzahl der separaten Abschlüsse bewerten. Kommt das Ministerium zum Ergebnis, dass mehr als 50 % den generalistischen Abschluss gewählt haben, sollen die eigenständigen Berufsabschlüsse auslaufen und nicht mehr weitergeführt werden. Darüber wird dann der Bundestag entscheiden.

Das Pflegeberufegesetz ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Pflegeberufe attraktiver zu gestalten. Genauso wie das Pflegestärkungsgesetz III, das im Januar 2017 in Kraft getreten ist. Alle Informationen sowie praktische Arbeitshilfen zum aktuellen Pflegestärkungsgesetz sind im Praxishandbuch Pflegestärkungsgesetz" zu finden.

Quellen: Die Bundesregierung, „Die MDK-Prüfanleitung“, Bundesministerium für Gesundheit 

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