Gesundheitswesen und Pflege

Die Liste der Diagnosen, die einen langfristigen Heilmittelbedarf begründen, wurde erweitert. Seit dem 1. Januar 2018 müssen Ärzte insbesondere Änderungen bezüglich Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose beachten.

Ernährungstherapie gilt künftig als langfristiger Heilmittelbedarf  

Weil die lebenslange Ernährungstherapie für Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und zystischer Fibrose (Mukoviszidose) ausschlaggebend sein kann, hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) darauf verständigt, die Ernährungstherapie als neues Heilmittel für solche Erkrankungen einzuführen und die entsprechende Verordnung als langfristigen Heilmittelbedarf anzuerkennen.

Demnach können Ärzte seit dem 1. Januar 2018 Ernährungstherapien bei Mukoviszidose verordnen. Verschlüsselt werden diese Diagnosen mit den ICD-10-Kodes unter „E84.-“. Weil eine abschließende Aufzählung der seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen nicht möglich ist, wurde darauf verzichtet. Die Verordnung ist auch nur dann möglich, wenn es sonst keine Alternativen gibt, weil Tod oder Behinderung drohen.  

Die Kosten für die Verordnungen werden bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen aus dem Verordnungsvolumen des Vertragsarztes herausgerechnet. Damit Ärzte den Überblick über die budgetneutrale Verordnung von Heilmitteln nicht verlieren und diese gegenüber Krankenkassen begründen können, wurde das Handbuch „Heilmittel verordnen, kodieren und überprüfen“ herausgegeben. Niedergelassene Ärzte und Therapeuten unterstützt das Werk beim Ausstellen und Überprüfen von Heilmittelverordnungen.

Korrektur der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf

Neben der Aufnahme der Ernährungstherapie in die Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf wurden zwei Korrekturen vorgenommen, die ebenfalls seit dem 1. Januar 2018 gelten: 

  1. Die Diagnosegruppe SB1 „Wirbelsäulenerkrankungen“, die unter den ICD-10-Kodes für systemische Sklerose/Sklerodermie (M34.-) verortet war, wurde gestrichen. Sie wurde ersetzt durch SB7 „Erkrankungen mit Gefäß-, Muskel- und Bindegewebsbeteiligung, insbesondere systemische Erkrankungen“.
  2. Unter der Erkrankung Torticollis spasticus (G24.3) wurde die Diagnosegruppe WS2 „Wirbelsäulenerkrankungen“ gestrichen und durch die Diagnosegruppe ZN1 und ZN2 „ZNS-Erkrankungen einschließlich des Rückenmarks“ ersetzt. 

Quelle: KBV  

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