Kommunales

Borkenkäfer: Invasion des Fichtenborkenkäfers  ist noch lange nicht vorbei

© Friedberg – stock.adobe.com

Das Land Sachsen beklagt den größten Borkenkäferbefall seit dem Jahr 1946. Aber auch Waldbesitzer der anderen Bundesländer leiden unter einem verstärken Befall. Die Herausforderung ist, den Buchdrucker rechtzeitig zu erkennen. Worauf Waldbesitzer achten müssen und wie der Borkenkäfer bekämpft wird, zeigt dieser Beitrag.

Ideale Lebensdingungen für Borkenkäfer 

Aufgrund idealer Lebensbedingungen – warm und trocken – im vergangenen Jahr, haben mehr Borkenkäfer als sonst im Boden oder unter der Rinde befallender Fichten überwintert. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren Stürme große Schäden in Wäldern angerichtet haben. Und umgestürzte Bäume sowie nicht aufgearbeitetes Bruch- oder Windwurfholz kommen für diese Schädlinge einem Brut-Paradies gleich.

Der warme Sommer 2018 verschlimmert die Situation für Förster nochmals. Und nachdem sich der Borkenkäfer bei den kühler werdenden Temperaturen in den Boden zurückzieht, ist im Frühjahr 2019 mit einer neuen Generation Jungkäfern zu rechnen. Für Waldbesitzer kommt diese Entwicklung einer Katastrophe gleich. 

Um noch möglichst viele Bäume (der Borkenkäfer befällt in erster Linie Fichten) zu retten, gilt es jetzt und im kommenden Frühjahr den Schädling möglichst schnell zu erkennen. Die Suche nach dem Käfer ist jedoch gar nicht so leicht.


Quelle: Landesschau Rheinland-Pfalz – SWR, Youtube 

So erkennen Waldbesitzer einen vom Borkenkäfer befallenen Baum

Befindet sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation braunes Bohrmehl, ist es ein eindeutiges Zeichen, dass rindenbrütende Borkenkäfer am Baum sind. Weißes Bohrmehl verursachen dagegen die holzbrütenden Borkenkäfer-Arten.

Ist ein Baum bereits seit längerer Zeit befallen, färbt sich außerdem die Baumkrone braun und die Rinde blättert ab. Ratsam ist, auch die benachbarten Bäume gründlich zu untersuchen.

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Bekämpfung des Borkenkäfers

  • Ein befallener Baum sollte schnellstmöglich eingeschlagen, entrindet oder aus dem Wald abtransportiert werden. Dabei ist ein Mindestabstand von mindestens 500 Meter einzuhalten.
  • Bruch- und Windwurfholz zügig vom Waldboden entfernen. 
  • Es ist zudem ratsam, Baumkrone zu häckseln, weil der Borkenkäfer auch dünne Äste (ab drei Zentimeter) als Brutstätte nutzt.

Borkenkäfer: Steckbrief zum Schädling 

      Wirtsbäume     

  • alle Laub- und Nadelbäume
  • meistens geschädigte oder abgestorbene Bäume
  • einzelne Borkenkäferarten befallen auch gesunde Bäume 

Symptome 

  • weißes Bohrmehl bei holzbrütenden Borkenkäfern
  • braunes Bohrmehl bei rindenbrütenden Borkenkäfern 

Biologie 

  • Buchdrucker:
    • 5 bis 6 mm lang
    • Brutbild: zwei- bis dreiarmig
    • acht Zähne am Flügeldeckenabsturz, Absturz seidenmatt
  • Kupferstecher:
    • ca. 2 mm lang
    • Brutbild: sternförmig
    • beim Männchen: sechs deutliche Zähne am Rand der Flügeldecken
    • beim Weibchen: eingedrückte Stirn

Schäden

  • Zerstörung der Bastschicht
  • Einschleppen von Pilzen in den Brutgängen

(juse)

Quelle: „Das 1x1 der Baumkontrolle“

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