Brennstoffzellenheizung: Förderung 2021, Kosten sowie Vor- und Nachteile

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Brennstoffzellenheizungen erzeugen mittels Wasserstoff Strom und Wärme und sind somit eine nachhaltige Art zu heizen. Noch befinden sich die Heizungen aus Brennstoffzellen in der Markteinführungsphase, weshalb Nutzer mit vergleichsweise hohen Kosten rechnen müssen. Doch es gibt mehrere Förderungsprogramme.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Brennstoffzellenheizung?
  2. Brennstoffzellenheizung: Kosten, Nachteile und Vorteile
  3. Brennstoffzellenheizung: Förderung 2021
  4. Tipps für die Antragstellung auf Förderung

Was ist eine Brennstoffzellenheizung? 

Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom und ist somit eine Art der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Mittels einer Brennstoffzelle geschieht ein elektrochemischer Prozess der kalten Verbrennung. Dabei reagiert ein Brennstoff wie Wasserstoff oder Methan mit Sauerstoff und es entsteht Strom und Wärme. 

Eine Brennstoffzelle wandelt also auf elektrochemischem Wege gebundene Energie des Trägerstoffs direkt in elektrische Energie um. Es wird kein extra Generator zur Stromerzeugung benötigt. Die Wäre, die dabei entsteht, wird an ein Heizsystem abgegeben. 

Funktionieren Brennstoffzellen hauptsächlich mit Wasserstoff?

Brennstoffzellen arbeiten hauptsächlich mit Wasserstoff. Bei den Brennstoffzellenheizungen (Blockheizkraftwerke), die aktuell auf dem Markt sind bzw. sich in der Erprobungsphase befinden, ist der Energieträger jedoch nicht Wasserstoff, sondern Erdgas oder Flüssiggas. Über PEM-Brennstoffzellen („Proton Exchange Membran“) werden diese Gase über Reformer in Wasserstoff umgewandelt und dann erst der Brennstoffzelle zugeführt. 

Brennstoffzellenheizung: Kosten, Nachteile und Vorteile

Die Kosten für eine Brennstoffzellenheizung (inkl. Zusatzkessel) belaufen sich für ein Einfamilienhaus auf ca. 30.000 bis 35.000 Euro. Somit ist das Heizen mit Brennstoffzellen noch sehr teuer und wird deshalb vom Staat mit unterschiedlichen Förderungsprogrammen gefördert. Dafür gibt es bei der Brennstoffzellenheizung nur wenige Nachteile, dafür einige Vorteile: 

Nachteile einer Brennstoffzellenheizung 

  • Die Technik befindet sich noch relativ im Anfangsstadium, sodass noch kaum Erfahrungen im Langzeitbetrieb vorliegen. 
  • Die Kosten sind vergleichsweise mit anderen Heizungssystemen noch sehr hoch. 

Vorteile einer Brennstoffzellenheizung 

Im Vergleich zu herkömmlichen KWK-Anlagen bieten Brennstoffzellen-KWK-Anlagen folgende Vorteile: 

  • höherer Wirkungsgrad
  • bessere Eigenschaften im Teillastbetrieb
  • eine höhere Stromkennzahl
  • leiserer Betrieb als konventionelle Blockheizkraftwerke (BHKW)
  • geringere Energiekosten 
  •  wartungsarm 

Welche anderen KWK und Blockheizsysteme gibt es neben der Brennstoffzellenheizung und welche Vor- und Nachteile bringen diese mit? Umfangreiches Fachwissen dazu und zur modernen energieeffizienten Bauweise enthält das Handbuch „Planung und Ausführung nach GEG“. Neben reinem Fachwissen bietet das Werk zahlreiche Planungshinweise und Rechenbeispiele. 

Brennstoffzellenheizung: Förderung 2021   

Solange die Brennstoffzellenheizung in die Wärme- und Stromversorgung des Gebäudes eingebunden ist, unterstützt der Staat die Brennstoffzellen-Technologie mit drei Förderprogrammen: 

KfW-Förderung 433: Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle

Das Programm KfW 433 fördert den Erwerb einer Heizung mit Brennstoffzellen in Wohn- und nicht Wohngebäuden mit 

  • einem Zuschuss: Festbetrag in Höhe von 6.800 Euro. 
  • einem variablen Bonus: Höhe hängt von der elektrischen Leistung der Brennstoffzelle ab. Der Bonus beträgt 550 Euro je 100 W elektrischer Leistung in eine, Leistungsbereich von 0,25 bis 5 kWel.

 Diese KfW-Förderung umfasst drei Bereiche: 

  • Brennstoffzellensystem inkl. Einbau 
  • Vollwartungsvertrag in den ersten zehn Jahren (diese müssen fest vereinbart werden) 
  • Leistungen für den Energieberater 

BAFA Zuschuss für Brennstoffzellen BHKW und Mini-KWK-Anlagen 2021 

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Mini-KWK-Anlagen bis 20 kWel. In dieser Anlagengröße sind die Brennstoffzellen-BHKW eingeschlossen. 

Bei der BAFA-Förderung ist es je nach Effizienz der Brennstoffzellenheizung möglich, zur Basisförderung folgende Boni zu beantragen: 

  • Wärmeeffiziensbonus als Aufschlag von 25 % der Basisförderung: Wird für Mini-KWK-Anlagen ausgezahlt, die einen zweiten Abgaswärmetauscher aufweisen und an ein hydraulisches Heizsystem angeschlossen sind. 
  • Stromeffizienzbonus beträgt 60 % der Basisförderung: Greift, wenn das Mini-BHKW einen hohen elektrischen Wirkungsgrad vorweist. 

Hinweis: Die BAFA-Förderung und die Förderung KfW 433 können nicht kombiniert werden. Antragsteller müssen sich vor Beginn der Maßnahme für eine der beiden Förderungen entscheiden. 

Einspeisevergütung für BHKW bis 50 kW

In der Regel setzt sich die Einspeisevergütung von BHKW aus drei Teilen zusammen: 

  1. Durchschnittspreis für Basislaststrom an der Strombörse
  2. KWK-Zuschlag oder Pauschalzahlung 
  3. vermiedene Netznutzungsentgelte für die dezentrale Einspeisung

Tipps für die Antragstellung auf Förderung 

Maßnahmen des energieeffizienten Bauens werden vom Staat gefördert und es lohnt sich in jedem Fall, diese Förderungen in Anspruch zu nehmen. Hier ein paar ausgewählte Tipps, die Antragsteller dabei beachten sollten: 

  • Jede natürliche Person kann einen Antrag auf staatliche Förderung stellen. 
  • Es sollte ein Energieberater beauftragt werden, denn die meisten Förderprogramme zum energieeffizientes Heizen sind an seine Beauftragung gebunden.
  • Der Antrag auf Förderung muss vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden. 
  • Antragsteller sollten sich immer bei der Landesbehörde, den Stadtwerken und den Energieversorgern informieren, ob diese weitere Anreize/Unterstützung anbieten. 

Der Energieberater ist eine gute Anlaufstelle, um weitere individuelle Tipps für die Antragstellung einzuholen. 

Quellen: „Planung und Ausführung nach GEG“ 

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