Dachabdichtungen nach DIN 18531: Details bei Balkonen und Terrassen

18.02.2026 | J. Morelli / S. Horsch – Online-Redaktion, FORUM VERLAG HERKERT GMBH

articleimage
© apcefoto – stock.adobe.com

Seit ihrer Novellierung von 2025 gilt die Normenreihe DIN 18531 für die Abdichtung genutzter und nicht genutzter Dächer sowie für Balkone, Loggien und Laubengänge. Die Dachabdichtung wird in den Teilen 1 bis 4 geregelt, während Balkone, Loggien und Laubengänge im speziellen Normenteil DIN 18531‑5 behandelt werden. Als Bestandteil der Normenreihe DIN 18531 bis DIN 18535 leistet sie einen zentralen Beitrag zu einer fachgerechten, bauteilbezogenen Bauwerksabdichtung. Aber wie wird anschließend die Wartung der Dachabdichtung gehandhabt? Was ist ein K2 Dach und eignet sich Flüssigkunststoff als Dichtungsmittel? Und was ist der Unterschied zwischen der Flachdachrichtlinie und der DIN 18531?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was besagt die DIN 18531
  2. Neue DIN 18531: Was hat sich gegenüber der vorigen Ausgabe von 2017 geändert?
  3. Was ist der Unterschied zwischen der Flachdachrichtlinie und der DIN 18531?
  4. DIN 18531-5: Ausführung von Dachabdichtungen an Balkonen, Loggien und Laubgängen
  5. Fazit

Was besagt die DIN 18531

Für Dachabdichtungen sowie für Abdichtungen von Balkonen, Loggien und Laubengängen gilt die gleichnamige Normenreihe DIN 18531. Die aktuelle Fassung wurde im August 2025 herausgegeben und ersetzt das Dokument aus dem Jahr 2017.

Die Normenreihe DIN 18531 besteht aus fünf Teilen, wobei eine inhaltliche Aufteilung der Regelungen in Dachabdichtungen (Teile 1 bis 4) und Abdichtungen von Balkonen, Loggien und Laubengängen (Teil 5) vorgenommen wird.

→ Es ist zu beachten, dass die Teile 1 bis 4 (Dachabdichtungen) immer zusammen anzuwenden sind. Teil 5 gilt als eigenständige Norm nur für Balkone, Loggien und Laubengänge.

Die Aufteilung ist historisch bedingt und resultiert daher, dass die Normenreihe ursprünglich nur aus den Teilen 1 bis 4 bestand und der Teil 5 erst später hinzugefügt wurde.

Die Struktur der DIN 18531 geht aus folgender Auflistung hervor:

  • Teil 1: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze 
  • Teil 2: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Stoffe 
  • Teil 3: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Abdichtungsbauarten, Ausführung und Details
  • Teil  4: Nicht genutzte und genutzte Dächer – Instandhaltung 
  • Teil 5: Balkone, Loggien und Laubengänge

Was regelt die DIN 18531?

Die DIN 18531 unterscheidet zwischen nicht genutzten und genutzten Dachflächen:

Als nicht genutzte Dächer gelten flache oder geneigte Dächer, die ausschließlich für Pflege-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten betreten werden. Dazu zählen auch Dächer mit extensiver Begrünung.

Genutzte Dächer sind

  • Dachflächen, die zusätzlich verwendet werden, beispielsweise als begehbare Bereiche wie Dachterrassen oder Wege in begrünten Dachanlagen. 
  • Dächer mit intensiver Begrünung, auch wenn eine Anstaubewässerung bis maximal 10 cm vorgesehen ist. 
  • Dächer, die zusätzlich als Retentionsflächen zur Speicherung von Niederschlagswasser genutzt werden, sofern der Wasseranstau ebenfalls höchstens 10 cm beträgt. 
  • Dächer mit Solaranlagen und/oder gebäudetechnischen Anlagen.

Die DIN 18531 befasst sich außerdem ausdrücklich mit der Ausstattung von Dächern durch Solaranlagen und haustechnische Aufbauten. Ziel der Vorgaben ist es, Schäden an der Abdichtung durch solche Installationen zu verhindern.

Nicht Bestandteil des Anwendungsbereichs der neuen Norm sind

  • Dachdeckungen,
  • Unterdächer,
  • Beschichtungen,
  • Versiegelungen sowie
  • wasserundurchlässige Bauteile wie beispielsweise Konstruktionen aus WU-Beton.

Anforderungen sowie Planungs- und Ausführungsgrundsätze, die bei der Planung und Ausführung der Abdichtung nicht genutzter und genutzter Dächer zu beachten sind, werden in Teil 1 der DIN 18531 1 geregelt. 

→ Außerdem ist die Norm DIN 18195 1 zu beachten, die als Rahmendokument der Abdichtungs-Normenreihe die Begriffsdefinitionen enthält.

Neue DIN 18531: Was hat sich gegenüber der vorigen Ausgabe von 2017 geändert?

Die DIN 18531-1 wurde im August 2025 neu herausgegeben und ersetzt die bisherige Ausgabe aus dem Jahr 2017. Gegenüber der vorigen Ausgabe aus dem Jahr 2017 wurden in DIN 18531-1:2025-08 folgende Änderungen vorgenommen:

1. Wegfall der Einwirkungsstufen und Einwirkungsklassen

Die bisherigen Einwirkungsstufen und daraus resultierenden Einwirkungsklassen wurden ersatzlos gestrichen. Das bedeutet, dass in Zukunft keine Unterscheidung mehr in mäßige und hohe mechanische bzw. thermische Einwirkungen und daraus resultierende Einwirkungsklassen (IA, IIA, IB, IIB) vorgenommen wird. Die Abdichtung wird zukünftig für die ungünstigste Einwirkungskombination ausgelegt und entspricht damit der bisherigen Klasse IA (hohe mechanische und hohe thermische Einwirkungen). Wesentlicher Grund für diese Änderung ist die gewünschte Anpassung an die parallel geltende Flachdachrichtlinie, in der ebenfalls keine Klassifizierung der Einwirkungen mehr vorgenommen wird.

2. Streichung der Anwendungsklassen

Die bisherigen Anwendungsklassen (K1: Standardausführung; K2: Höherwertige Ausführung) entfallen ersatzlos. Zukünftig entsprechen alle in der DIN 18531 geregelten Abdichtungsbauarten der höherwertigen Ausführung (bisher K2). Grund für diese Änderung war die geringe Nachfrage nach der bisherigen Anwendungsklasse K1 (Standardausführung) in der Praxis.

3. Überarbeitung der Regelungen zum Gefälle

Die Regelungen zur Planung des Gefälles wurden überarbeitet und präzisiert. Erläuterungen zu den Regelungen sind im informativen Anhang A zusammengestellt, der neu aufgenommen wurde.
4. Türanschlüsse In die Norm wurden neue Planungsgrundsätze für die Abdichtung von Tür- und Fensteranschlüssen mit Anschlusshöhen von weniger als 5 cm aufgenommen. Die bisherigen Regelungen hierzu wurden deutlich erweitert und präzisiert.

5. Überarbeitung und Anhang A


Die DIN 18531 wurde inhaltlich (zum Beispiel Anpassung an Normenverweise) und redaktionell aktualisiert.

Gegenüber der bisherigen Ausgabe aus dem Jahr 2017 wurde der informative Anhang A mit Erläuterung zur Planung des Gefälles neu in den Normentwurf aufgenommen. Ansonsten wurde die Gliederung beibehalten. 

Der Wegfall der bisherigen Einwirkungsklassen sowie die ersatzlose Streichung der bisherigen Anwendungsklassen führt zu einer spürbaren Vereinfachung bei der Planung der Abdichtung.

→ Zukünftig werden die Abdichtungsbauarten dem Leistungsniveau der bisherigen Anwendungsklasse K2 (höherwertige Ausführung) zugeordnet.

Für die Auswahl der Abdichtungsbauart bei Dächern werden in Zukunft die Art der Nutzung (nicht genutzt, genutzt) und das Gefälle der Abdichtungsebene (bis 2 Prozent, mehr als 2 Prozent) herangezogen. Eine Festlegung der zu erwartenden Einwirkungen ist nicht mehr erforderlich.

Produktempfehlung

Moderne Dachabdichtungen nach DIN 18531 stellen bei Balkonen und Terrassen besondere Anforderungen an Planung und Detailausbildung – von Anschlusshöhen über Türschwellen bis hin zu Entwässerung und Gefälle.

Mit dem „Abdichtungsbauart-Finder“ finden Sie schnell und normgerecht die passende Abdichtungslösung für Ihr konkretes Projekt – inklusive klarer Orientierung für eine sichere und effiziente Umsetzung.

Jetzt hier informieren!

Was ist der Unterschied zwischen der Flachdachrichtlinie und der DIN 18531?

Parallel zu den DIN-Normen existiert die „Fachregel für Abdichtungen (Flachdachrichtlinie)“, die vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) herausgegeben wird.

Der Anwendungsbereich der Flachdachrichtlinie erstreckt sich auf:

  • Dachabdichtungen,
  • Abdichtungen von befahrbaren Verkehrsflächen aus Beton und
  • Abdichtungen von erdüberschütteten Decken.

Die Flachdachrichtlinie besitzt wie die DIN-Normen den Status einer allgemein anerkannten Regel der Technik und kann alternativ angewendet werden.

→ Allerdings ist ein Mischungsverbot zu beachten, das besagt, dass Planung und Ausführung der Abdichtung eines Bauteils (zum Beispiel Dachfläche) entweder nach den Regelungen der DIN-Normen oder nach der Flachdachrichtlinie erfolgen dürfen. Das bedeutet, dass es zum Beispiel nicht zulässig ist, die Flächenabdichtung nach den DIN-Normen und die Details nach der Flachdachrichtlinie zu planen und auszuführen. 

DIN 18531-5: Ausführung von Dachabdichtungen an Balkonen, Loggien und Laubengängen 

Zur Abdichtung von Balkonen, Loggien und Laubengängen können sowohl bahnenförmige als auch flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe verwendet werden. Zusätzlich können Beschichtungen als Teil eines Oberflächenschutzsystems verwendet werden (DIN 18531-5 Anhang A). Diese Beschichtungen fallen aber gemäß DIN 18531 nicht unter Abdichtungen, sondern unter den Dichtungsschutz. Nicht als Abdichtung oder Dichtungsschutz gelten Versiegelungen, keramische Beläge und wasserundurchlässige Bauteile (WU-Richtlinie und DAfStb-Richtlinie).

Die Anforderungen an die Abdichtungen von Balkonen, Loggien und Laubengängen werden anhand dreier Kriterien bestimmt:

  • Beständigkeit (gegen Wasser, Nutzung und Witterung)
  • Verträglichkeit (der Abdichtungsstoffe untereinander und mit anderen Stoffen sowie Bauteilen)
  • Dauerhaftigkeit (Funktionsfähigkeit während der Nutzungsdauer)

Auf dieser Dreifaltigkeit der Dichtungsanforderung basieren die in der DIN 18531-5 formulierten Ausführungsregeln.

Fazit

Die DIN 18531 gehört zur Normenreihe „Abdichtung von Bauwerken“ (DIN 18531–18535, Begriffsdefinitionen in DIN 18195). Damit wird Planern, Architekten und Bauleitern ein technisches Regelwerk zur Hand gegeben, dass alle Aspekte der Gebäudeabdichtung beinhaltet. Der Fokus der DIN 18531 liegt auf Dächern, Balkonen, Dachterrassen und Loggien. Von der Planung, Vorbereitung bis zur Umsetzung enthält die DIN alle wichtigen Informationen für ein erfolgreiches Bauprojekt.

Produktempfehlung

Welcher Dichtstoff zu welchem Dach passt, was bei unterschiedlichen Gebäudetypen beachtet werden muss, beinhaltet „Praxisgerechte Bauwerksabdichtungen“. Der Ratgeber beinhaltet zu allen erdenklichen Bauprojekten bewährte und normgerechte Detaillösungen mit praktischen Ausführungshinweisen.

Informieren Sie sich jetzt über das Standardwerk zum sicheren Feuchteschutz an Gebäuden.

Quellen: „Praxisgerechte Bauwerksabdichtungen“, „der bauschaden“