DIN 18533 Abdichtung erdberührter Bauteile: Wassereinwirkungsklassen

09.04.2026 | J. Morelli / S. Horsch – Online-Redaktion, FORUM VERLAG HERKERT GMBH

DIN 18533: Noppenfolie als Schutz- und Drainageschicht an einer Hauswand im Kiesbett verlegt.
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Die DIN 18533 regelt seit 2017 die Anforderungen an Planung und Ausführung der Abdichtung von erdberührten Bauteilen wie Kellern, Tiefgaragen etc. Besonders wichtig für die Planung der Abdichtung sind die Wassereinwirkungsklassen sowie die Riss- und Raumnutzungsklassen. Was besagt die DIN 18533? Welche Wassereinwirkungsklassen gibt es und wann muss die Bodenplatte abgedichtet werden?

Inhaltsverzeichnis

  1. DIN 18533 ist in drei Teile gegliedert
  2. Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533: W1-E, W2-E, W3-E, W4-E
  3. Rissklassen nach DIN 18533: R1-E, R2-E, R3-E, R4-E
  4. Raumnutzungklassen nach DIN 18533
  5. Stoffe für Abdichtung erdberührter Bauteile
  6. FAQ: häufige Fragen zur DIN 18533
  7. Fazit

DIN 18533 ist in drei Teile gegliedert

Was sagt die DIN 18533 aus? Die DIN 18533 „Abdichtung erdberührter Bauteile“ regelt die Abdichtung erdberührter Bauteile mit bahnenförmigen und flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen. Sie gilt für wasserundurchlässige (WU-)Bauteile, Deponien, Erdbauwerke, Tunnel, Anlagen nach Wasserhaushaltsgesetz sowie nachträgliche Abdichtungen sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Sie ist in drei Teile gegliedert: 

  • DIN 18533 Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
  • DIN 18533 Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
  • DIN 18533 Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen

Hinweis: Teil 1 enthält allgemeingültigen, bauartübergreifenden Anforderungen sowie die Planungs- und Ausführungsgrundsätze für die Abdichtung erdberührter Bauteile. Die Teile 2 und 3 enthalten bauartspezifische Regeln, die zusätzlich oder ergänzend zu denen des Teils 1 gelten. Die Teile 2 und 3 sind daher immer zusammen mit dem Teil 1 anzuwenden.

Anwendungsbereich der DIN 18533

DIN 18533 gilt für die Abdichtung gegen  DIN 18533 gilt nicht für 
  • Bodenfeuchte
  • nichtdrückendes Wasser
  • von außen drückendes Wasser
  • nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
  • Spritzwasser am Wandsockel und Kapillarwasser in und unter Wänden (Querschnittsabdichtung)
  • Abdichtung von Deponien, Erdbauwerken und bergmännisch erstellten Tunneln
  • Abdichtung von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
  • nachträgliche Abdichtung in der Bauwerkserhaltung oder (mit Ausnahmen) in der Baudenkmalpflege 
  • wasserundurchlässige Bauteile, z. B. aus WU-Beton

Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533: W1-E, W2-E, W3-E, W4-E

Bei der Abdichtung erdberührter Bauteile ist nach DIN 18533 die Klassifizierung in Einwirkungsklassen zu beachten. Damit gelingt eine differenzierte Beschreibung der Einwirkungen auf das erdberührte Bauteil. Die neuen Wassereinwirkungsklassen sowie die Rissklassen dienen als Grundlage für die Bemessung der Abdichtung. 

Wassereinwirkungsklassen beschreiben die Beanspruchung der Abdichtung durch Wasser in unterschiedlicher Intensität sowie Bodenfeuchte. Je größer die Wassereinwirkung ist, desto höhere Anforderungen muss die Abdichtung erfüllen. 

Welche Wassereinwirkungsklassen gibt es nach DIN 18533?

Wassereinwirkungsklasse  Art der Einwirkung 
 W1-E   Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser 
   W1.1-E  bei Bodenplatten und erdberührten Wänden (ohne Dränung)
   W1.2-E  bei Bodenplatten und erdberührten Wänden mit Dränung
 W2-E   drückendes Wasser
   W2.1-E  mäßige Einwirkung durch drückendes Wasser (Eintauchtiefe ≤ 3 m)
   W2.2-E  hohe Einwirkung durch drückendes Wasser (Eintauchtiefe > 3 m)
 W3-E   nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken 
 Anmerkung: Anstauhöhe max. 10 cm
 W4-E   Spritzwasser und Bodenfeuchte am Wandsockel 
 Kapillarwasser in und unter Wänden 

Quelle: Prof. Dr.-Ing. Peter Schmidt

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Die richtige Einordnung der Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533 ist entscheidend für eine dauerhaft sichere Abdichtung erdberührter Bauteile – doch in der Praxis stellen Detailfragen und Sonderfälle Planer und Ausführende oft vor Herausforderungen.

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Rissklassen nach DIN 18533: R1-E, R2-E, R3-E, R4-E

Mithilfe der Rissklassen wird die Beanspruchung der Abdichtung durch Rissneubildung und Rissbreitenänderungen beschrieben. Die DIN 18533 definiert in Abhängigkeit von der Größe der Rissneubildung bzw. der Rissbreitenänderung vier Rissklassen:

Rissklasse Intensität der Rissneubildung /
Rissbreitenänderung
max. Rissbreite typische Bauteile 
 R1-E  gering   ≤ 0,2 mm

 Stahlbeton ohne nennenswerte Zwang- und Biegebeanspruchung,
 Mauerwerk im Sockelbereich,
 Untergründe für Querschnittsabdichtung 

 R2-E  mäßig  ≤ 0,5 mm

 geschlossene Fugen von flächigen Bauteilen,
 unbewehrter Beton,
 Stahlbeton mit nennenswerter Zwang-, Zug- und Biegebeanspruchung,
 Fugen im Bereich von Materialübergängen 

 R3-E  hoch  ≤ 1,0 mm   Rissversatz 
 ≤ 0,5 mm

 Fugen von Abdichtungsrücklagen,
 Aufstandsfugen von erddruckbelasteten Wänden 

 R4-E  sehr hoch   ≤ 5,0 mm   Rissversatz 
 ≤ 2,0 mm
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Quelle: Prof. Dr.-Ing. Peter Schmidt

Raumnutzungsklassen nach DIN 18533 

Im Zusammenhang der Klassifizierung sind neben den Wassereinwirkungsklassen und den Rissklassen die Raumnutzungsklassen zu sehen. Die drei Raumnutzungsklassen legen unterschiedlich hohe Anforderungen an die Trockenheit der Raumluft bei Räumen fest, die mit einer erdseitigen Abdichtung versehen sind.

Raumnutzungsklasse Anforderung Raumnutzungen
 RN1-E  gering  Raumnutzungen mit geringer Anforderung an die Trockenheit der Raumluft (z. B. offene   Werk- oder Lagerhallen, Tiefgarage).
 RN2-E  durchschnittlich   Raumnutzungen mit üblicher Anforderung an die Trockenheit der Raumluft und   Zuverlässigkeit der Abdichtung (z. B. Aufenthaltsräume, Räume zur Lagerung von   feuchtigkeitsempfindlichen Gütern wie Keller- und Lagernutzungen in üblichen Wohn- und   Bürogebäuden).
 RN3-E  hoch  Raumnutzungen mit hoher Anforderung an die Trockenheit der Raumluft und hoher   Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Abdichtung (z. B. Raum zur Lagerung   unersetzlicher Kulturgüter oder für empfindliche Technik). 

Quelle: Prof. Dr.-Ing. Peter Schmidt

Stoffe für die Abdichtung erdberührter Bauteile

Die DIN 18533 enthält zudem neue Stoffe für die Abdichtung erdberührter Bauteile. Die Regelungen zur Verarbeitung bahnenförmiger Stoffe befinden sich in Teil 2 der DIN 18533, flüssig zu verarbeitende Stoffe in Teil 3. In diesen beiden Teilen der Norm ist auch die Zuordnung der Abdichtungsbauarten zu den Wassereinwirkungsklassen, den Rissüberbrückungsklassen und den Raumnutzungsklassen angegeben.

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FAQ: häufige Fragen zur DIN 18533

1. Was ist eine Vertikalabdichtung nach DIN 18533? 

Die Vertikalabdichtung nach DIN 18533 bezeichnet die senkrecht ausgeführte Abdichtung erdberührter Außenwandflächen von Gebäuden gegen eindringende Feuchtigkeit und Wasser. Sie schützt Kellerwände und andere erdberührte Wandflächen dauerhaft vor den Einwirkungen von Bodenfeuchtigkeit, Sicker- oder drückendem Wasser. 

2. Was ist der Lastfall W1-E in der DIN 18533?

W1-E bezeichnet die Wassereinwirkungsklasse „Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser“ – den geringsten Belastungsfall nach DIN 18533. Sie unterteilt sich in zwei Unterklassen:

  • W1.1-E: Bodenfeuchte bei stark wasserdurchlässigem Baugrund ohne Drainage; kein hydrostatischer Druck auf das Bauteil; Grundwasserstand muss mind. 50 cm unterhalb der Bauwerksunterkante liegen
  • W1.2-E: nicht drückendes Sickerwasser bei wenig wasserdurchlässigem Boden mit funktionierender Drainage nach DIN 4095 

Als Abdichtungsmaterial sind bei W1-E Bitumendickbeschichtungen (PMBC), Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen sowie Gussasphalt zulässig. Bei W1.2-E entfällt Gussasphalt aus der Auswahl.

3. Wie kann ich meinen Keller von außen nach DIN 18533 abdichten? 

Die Kellerabdichtung von außen nach DIN 18533 richtet sich nach der ermittelten Wassereinwirkungsklasse und läuft in vier Schritten ab:

  1. Wassereinwirkungsklasse bestimmen (W1-E bis W4-E) – sie entscheidet über das Abdichtungssystem
  2. Untergrund vorbereiten – Fläche reinigen, Risse schließen, ggf. grundieren
  3. Abdichtung aufbringen – Bitumendickbeschichtung (bei geringer Feuchte), Bitumenbahnen oder Flüssigkunststoff (bei höherem Wasserdruck); Sockelbereich mindestens 30 cm über Geländeoberkante hochführen
  4. Schutzschicht anbringen, dann Erdreich wieder verfüllen

→ Anschlüsse und der Wand-Bodenplatten-Übergang (Hohlkehle) sind sorgfältig abzudichten.

4. Wann muss die Bodenplatte abgedichtet werden?

Erdberührte Bodenplatten müssen nach DIN 18533 grundsätzlich gegen aufsteigende Feuchte abgedichtet werden. Die Abdichtung kann entfallen, wenn:

  • eine vollflächig verklebte Schaumglasdämmplatte unter der Bodenplatte ausgeführt wurde (mit vollständig geschlossenen Fugen).
  • der Bemessungswasserstand mindestens 50 cm unterhalb der Bodenplatte liegt und eine kapillarbrechende Schicht (mind. 15 cm) vorhanden ist.

Beim Anschluss an die Vertikalabdichtung ist eine Hohlkehle am Wandfuß auszubilden, und die Überlappung von horizontaler und vertikaler Abdichtung muss mindestens 10 cm betragen.

Fazit

Die DIN 18533 ist eine wichtige Norm im Bauwesen, die sich mit dem Wasserschutz von Bauwerken befasst. Sie legt die Anforderungen und Maßnahmen zur Abdichtung von erdberührten Bauteilen fest, um diese vor schädigender Feuchtigkeit zu schützen. Denn Feuchtigkeit kann erhebliche Schäden an Bauwerken verursachen, von der Beeinträchtigung der Bausubstanz bis hin zu gesundheitsschädlichen Schimmelbildungen. Die DIN 18533 bietet ein standardisiertes Verfahren, um solche Schäden effektiv zu verhindern. Durch die Einhaltung dieser Norm können Bauherren und Planer sicherstellen, dass Gebäude langfristig vor Wasserschäden geschützt sind.

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Quelle: „Praxisgerechte Bauwerksabdichtungen“

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