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"Energiesprong-Prinzip: Revolution in der Gebäudesanierung"


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Energiesprong-Prinzip: Revolution in der Gebäudesanierung

© maho – stock.adobe.com

In einer Welt, die sich zunehmend auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz konzentriert, hat das niederländische Energiesprong-Prinzip als innovativer Ansatz zur seriellen Gebäudesanierung auch in den letzten Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich in den Niederlanden entwickelt, zielt dieses Konzept darauf ab, ältere Gebäude durch serielle Modulbauweise in energieneutrale, komfortable und zukunftsfähige Wohn- und Arbeitsräume zu verwandeln. Was genau hinter dem Begriff steckt und welche Pilotprojekte bereits erfolgreich umgesetzt wurden, erfahren Sie in unserem Fachartikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist das Energiesprong-Prinzip – Definition
  2. Ausgangslage des deutschen Immobilienbestands
  3. Energiesprong: Erfolge und Herausforderung
  4. Fazit

Was ist das Energiesprong-Prinzip? – Definition

Energiesprong, niederländisch für „Energiesprung“, ist ein radikaler, ganzheitlicher Ansatz zur Sanierung von Gebäuden, der bereits vor 10 Jahren seinen Anfang fand. Es geht nicht nur um die Verbesserung der Energieeffizienz, sondern um eine umfassende energetische Modernisierung, die das Gebäude energieneutral, kosteneffizienter und „wohnbarer“ macht. Dies bedeutet, dass das Hauptziel des Energiesprungs ist, die Gebäude so viel Energie erzeugen zu lassen, wie es verbraucht (NetZero) – hauptsächlich durch den Einsatz erneuerbarer Energiequellen.

→ Das heißt aber auch das die Energiesprong-Initiative auch rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen miteinschließt.

Kernmerkmale des Energiesprong-Ansatzes

  • Vorfertigung und Modularität: Ein Großteil der Sanierungsarbeiten erfolgt durch vorab gefertigte Module, wie beispielsweise isolierte Fassadenpaneele und Dachelemente mit integrierten Solarmodulen (Sandwichelemente). Diese Modulbauweise ermöglicht eine schnelle und effiziente Installation und kann durch industrielle Massenfertigung entsprechend günstig angeboten werden.
  • Energieeffizienz: Durch umfassende Isolierung, hochwertige Fenster und Türen sowie fortschrittliche Heiz- und Kühlsysteme wird der Energiebedarf des Gebäudes drastisch reduziert. Ziel ist eine ausgeglichene Endenergiebilanz (NetZero).
  • Einsatz erneuerbarer Energien: Die Integration von Solarenergie ist ein zentraler Bestandteil des Energiesprong-Konzepts, wodurch Gebäude zu Netto-Null- oder sogar zu Energieplusgebäuden werden können.
  • Kostenneutralität auf lange Sicht: Die Investitionen in die Energiesprung-Sanierung sollen durch die Einsparungen bei den Energiekosten über die Jahre ausgeglichen werden (Stichwort: Bezahlbare Sanierungskosten).
  • Hohe Qualität: Durch lange Lebenszyklen qualitativ hochwertiger Bauelemente sollen langfristig Kosten eingespart und der NetZero-Standard garantiert werden.
  • Hoher Wohnkomfort („Look and Feel good“): Schlüsselrolle soll hier die Industrie 4.0 einnehmen, die es auch bei Serienfertigung erlaubt, individuelle Anpassungen vorzunehmen (vgl. https://www.energiesprong.de/was-ist-energiesprong/das-energiesprong-prinzip/).

Ausgangslage des deutschen Immobilienbestands

Der deutsche Gebäudebestand ist für etwa ein Drittel der CO2-Emmissionen in Deutschland verantwortlich. Bereits vor einer möglichen Adaption des Energiesprong-Prinzips galt als ein gesetztes Ziel des deutschen Klimaschutzpakets, dass der Großteil der Bestandsgebäude bis spätestens 2045 saniert werden müsste. Das Problem – und hier soll Energiesprong ins Spiel kommen – ist: Es dauert bislang zu lange. Planungsabläufe verschlingen viel Zeit, die Baukosten steigen teils unverhältnismäßig und es mangelt an qualifizierten Fachkräften.

→ Bereits seit 10 Jahren treten die Niederlande diesen Problemen mit der Energiesprong-Initiative entgehen und haben das Prinzip bereits tausendfach erprobt.

In Deutschland übernimmt die Konzeptionalisierung des Ganzen die Deutsche Energie-Agentur (dena). Denn um den Energiesprong nach vorne zu schaffen, soll ein digitalisierter Bauprozess mit vorgefertigten Bauelementen und optimiertem Finanzierungsmodell etabliert werden, die eine derartige energetische Sanierung in nur wenigen Wochen und gleichzeitig den NetZero-Standard problemlos erreichen können.

Dazu werden sog. „serielle Sanierungslösungen“ benötigt, weswegen die dena in Auftrag des BMWK ein eigens dafür etabliertes Energiesprong-Team (Marktentwicklungsteam) ins Leben gerufen hat, damit dieses die Entwicklung, aber vor allem die Unterstützung produzierender Unternehmen übernehmen kann. Das beinhalte, so das öffentliche Statement der dena, für Vorreiterinnen und Vorreiter die kostenlose zur Verfügung Stellung von Netzwerk- und Beratungsleistungen.

Energiesprong_Marktentwicklungsteam_quelle-dena
 (© dena – Quelle: https://www.energiesprong.de/was-ist-energiesprong/rolle-des-marktentwicklungsteams/, abgerufen am 28.11.2023)

Energiesprong: Erfolge und Herausforderung

In den Niederlanden und in anderen europäischen Ländern, wie Großbritannien und Frankreich, wurden bereits Tausende von Wohnungen nach dem Energiesprong-Prinzip saniert. Die Herausforderungen liegen jedoch in der Skalierbarkeit und der Anpassung an verschiedene Gebäudetypen und lokale Gegebenheiten.

Im Rahmen der deutschen Energiesprong-Initiative hat sich in den letzten Jahren bereits viel getan (Auswahl):

  • April 2023: Das erste Energiesprong-Gebäude erreicht den Effizienzhausstandard 40 EE. Das Wohngebäude umfasst 16 Mietwohnungen und wurde vollständig von fossilen Energieträgern entkoppelt. Die Kosten der seriellen energetischen Modernisierung betrugen etwa 1,9 Millionen Euro, wovon 876.000 Euro über das BEG-Programm des Bundes und 235.000 Euro über die EU gefördert wurden (mehr zu dem Pilotprojekt, finden Sie hier). Die beteiligten Gewerke waren allesamt regional. Aufgrund der positiven Erfahrung wird bereits ein weiteres Sanierungsprojekt geplant.
  • März 2023: Die erste serielle Sanierung in Ostdeutschland. Die Schmidstraße 12/14 in Greiz wurde erfolgreich seriell-energetisch saniert. Dieses Projekt ist gleich in doppelt Hinsicht Vorreiter: Es handelt sich um die erste serielle Sanierung in Ostdeutschlang und das erste globale Energiesprong-Projekt, bei dem vorgefertigte Fassadenelemente an einem viergeschossigen Gebäude ohne Gerüst anhand von Hubwagen montiert wurden. Die auf dem Dach verwendeten Sandwichelemente enthalten 152 Photovoltaikmodule, die die Luftwärmepumpen ausreichend mit Strom versorgen (mehr dazu lesen Sie hier).
  • Dezember 2022: In Mönchengladbach wird nach nur vier Monaten die serielle Sanierung eines 75 Meter langen Wohnkomplexes in der Zeppelinstraße durch die Firma Renowate abgeschlossen. Das Gebäude weist 47 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 2.500 Quadratmetern auf, besitzt acht Eingänge und drei Geschosse. Es wurden insgesamt 180 in Estland gefertigte Fassadenelemente mit Dämmung, Fenstern, Rollläden und Lüftungsanlagen montiert. Das Gebäude erreichte einen Energiesprung von Effizienzklasse H auf A und ist damit in derselben Energiekategorie wie moderne, klimaangepasste Neubauten (mehr dazu lesen Sie hier).

Diese drei Beispiele dienen der Veranschaulichung und bisherigen Umsetzung des Energiesprong-Prinzips. Sie sind nur ein kleiner Bestandteil der bis zu diesem Zeitpunkt umgesetzten seriellen Sanierungsprojekte in Deutschland. Neben diesen Projekten entwickelte sich vor allem die entsprechende Technik analog weiter. Mehr dazu wird in einem weiteren Fachartikel Anfang 2024 erscheinen.

Zukunftsaussichten

Das Energiesprong-Prinzip hat das Potenzial, die Art und Weise, wie über Gebäudesanierung gedacht wird, grundlegend zu verändern. Es bietet eine nachhaltige Lösung, um den Energieverbrauch zu senken und den Wohnkomfort zu erhöhen. Die zunehmende Aufmerksamkeit für klimafreundliche Technologien und die Notwendigkeit der Reduzierung von CO2-Emissionen könnten diesem Ansatz weiteren Auftrieb geben.

Mit dem Förderprogramm Serielles Sanieren (SerSan-Bonus: 15 Prozent Zuschuss für eine serielle Sanierung) und Worst Performing Buildings (WPB: Gebäude mit unverhältnismäßig hohem Energieverbrauch – kann auch mit dem SerSan kombiniert werden, ist dann jedoch bei 20 Prozent gedeckelt) wurde vom Bund ein umfassendes Energiesprong-Unterstützungspaket geschnürt. Dabei kann neben den erwähnten Fördertöpfen auch auf die Effizienzhaus 55 und eine Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien (EE) zurückgegriffen werden, was eine Gesamtförderung von seriellen Sanierungsprojekten von bis zu 40 Prozent möglich macht.

Dem Thema des nachhaltigen und energetischen Sanierens widmet sich das Werk „GEG im Bestand“. Mit Detailzeichnungen zu energetischen Sanierungsmaßnahmen, praktischen Hinweisen und Handlungsanleitungen stellt es Ihnen alles Notwendige für eine gelungene Sanierung zur Verfügung. Werfen Sie jetzt einen Blick in das Werk!

Problem Gewährleistung

Eine der größten Herausforderungen besteht bisweilen immer noch in dem Umstand, dass die Hersteller der Fassadenelemente keine Gewährleistung für die verbauten Fenster, Lüftungssysteme oder andere sekundäre Bauelemente übernehmen wollen. Hinzukommt, dass die Monate oft von einem Subunternehmer oder gänzlich anderer Firma übernommen wird. Meist läuft das Ganze darauf hinaus, das ein Unternehmen als „Generalübernehmer“ das Risiko der seriellen Sanierung trägt.

Fazit

Das Energiesprong-Prinzip ist mehr als nur eine Methode zur Gebäudesanierung; es ist ein Paradigmenwechsel in der Bauindustrie – industrielle Vorfertigung und Modulbauweise auch bei der Bestandssanierung. Durch die Kombination von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und modernen Bautechniken bietet es eine realisierbare Vision für die Zukunft energieneutraler Gebäude. Während Herausforderungen in Bezug auf Haftung, Kosten und Anpassungsfähigkeit bestehen, zeigt der Erfolg dieses Ansatzes in verschiedenen Ländern, dass ein energieeffizienter, nachhaltiger Gebäudebestand möglich ist.

→ Bei gleichen Kosten ist das serielle Sanieren à la Energiesprong deutlich schneller umgesetzt.

Quelle: www.energiesprong.de

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