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"Energieaudit: Pflicht für Unternehmen?"


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Energieaudit: Pflicht für Unternehmen?

© DOC RABE Media – stock.adobe.com

Staatliche Stellen, Unternehmen oder schlicht alle Organisationen mit mehr als 250 Mitarbeitenden oder über 50 Millionen Euro Jahresumsatz müssen alle 4 Jahre ein Energieaudit durchführen. Für kleinere oder mittelgroße Unternehmen (KMU) sind Energieaudits zwar nicht verpflichtend, sie können aber dadurch den sog. steuerlichen Spitzenausgleich beantragen (§ 10 StSG). Wie können Unternehmen ein qualitativ hochwertiges Audit durchführen? Was regelt diesbezüglich die DIN EN 16247 und was ist der Unterschied zur DIN EN ISO 50001?

Inhaltsverzeichnis

  1. Energieaudits und die Corona-Pandemie
  2. Wie läuft ein Energieaudit ab?
  3. Energieaudit nach DIN EN 16247
  4. Formular zur Energieauditerklärung
  5. Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten
  6. Fazit

Energieaudits und die Corona-Pandemie

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausuhrkontrolle (BAFA) hat bereits zu Beginn der Corona-Pandemie darauf hingewiesen, dass die Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits nach §§ 8 ff. EDL-G weiterhin bestünde. Aber trotzdem erhielten Unternehmen bei ausreichender Dokumentation der wirtschaftlichen Umstände einen zeitlichen Aufschub. Das kann z.B. der Fall sein, wenn Unternehmen aufgrund der Pandemie zwischenzeitlich schließen mussten oder der externe Energieauditor nicht bestellt werden konnte. Jedenfalls gilt aber: das Energieaudit muss auch bei Versäumung nachgeholt werden.

Der Turnus, in dem Energieaudits stattfinden müssen, beträgt grundsätzlich 4 Jahre. Da nach Einführung des EDL-G die erste Auditwelle bis zum 05.12.2015 durchgeführt werden musste, folgte die zweite bis Ende des Jahres 2019. Draus folgt wiederum, dass es spätestens 2023 wieder zu einer dritten Energieaudit-Welle kommen wird.

Jedoch können verpflichtete Unternehmen durch die (begonnene) Etablierung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder gemäß EMAS von der Energieauditpflicht befreit werden – die dafür notwendige Zertifizierung muss innerhalb von zwei Jahren erbracht werden.

Wie läuft ein Energieaudit ab?

Laut des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) sind private und öffentliche Betriebe und Unternehmen ab einer bestimmten Größe zu Energieaudits verpflichtet. Das gilt auch für KMU, die z. B. als Töchter in einer Holdingstruktur mit Großunternehmen verbunden sind.

Damit ein Energieaudit erfolgreich durchgeführt werden kann, bedarf es im Regelfall eines bereits im Vorfeld erfolgreich etablierten Energiemanagementsystems.

Kommt es nun zur konkreten Durchführung eines Energieaudits, wird das Unternehmen zuerst einer Sichtkontrolle unterzogen, bei der der Fokus auf folgenden Aspekten liegt:

Anschließend werden die sog. Energieverbraucher unter die Lupe genommen. Dazu gehören z.B. Computer und anderes elektronisches Bürozubehör, aber auch (Produktions-)Maschinen, elektronische Anlagen etc. Ziel des Energieaudits ist dabei, die energetische Gesamtsituation eines Unternehmens oder Organisation zu erfassen und wichtige Anhaltspunkte für die Energieoptimierung und –effizienz zu liefern.

Vorsicht: Nicht vergessen werden darf bei einem Energieaudit auch der betriebseigene Fuhrpark.

Wichtig: Spätestens zwei Monate nach dem Energieaudit müssen Unternehmen eine Energieauditerklärung einreichen. Seit der EDL-G-Novelle des Jahres 2019 existiert aber die sog. Bagatellschwelle von 500.000 kWh pro Jahr für alle Energieträger. Das bedeutet, dass es auch für zum Energieaudit verpflichtet Unternehmen, die unter dieser Schwelle bleiben, ausreicht, eine einfache Vollzugsmeldung anhand einer Online-Energieauditerklärung einzureichen.

Unternehmen mit mehreren gleichartigen Standorten

Bei Unternehmen mit vielen vergleichbaren Standorten (z. B. Filialen) wird das Energieaudit einer bestimmten Anzahl an repräsentativen Niederlassungen auf die übrigen Zweigstellen übertragen. In der Praxis empfiehlt das BAFA die Anwendung von sog. Multi-Site-Verfahren, die ähnliche Standorte zu bestimmten Clustern zusammenfügt. Aber: auch bei einer derartigen Vorgehensweise muss jeweils der Gesamtenergieverbrach des Unternehmens in Frage ermittelt werden.

Energieauditoren

Die entsprechenden Energieberater müssen zusätzlich zur Ausbildung eine dreijährige hauptberufliche Tätigkeit vorweisen, um als Energieauditoren arbeiten zu dürfen.

Die bereits angesprochene Novelle des EDL-G beinhaltet auch neue Anforderungen für Energieauditoren. Neben regelmäßigen Fortbildungen müsse alle Energieauditoren beim BAFA registriert sein, wodurch konkret die Auditqualität erhöht werden soll.

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Qualitativ hochwertige Energieaudits benötigen Energieberater, bzw. Auditoren mit Berufserfahrung und Fachwissen. 
© Andrey Popov – stock.adobe.com

Energieaudit nach Din EN 16247

Damit Unternehmen selbst, aber nicht zuletzt staatliche Stellen, Energieaudits unkompliziert nachvollziehen oder miteinander vergleichen können, existieren seit 2014 die derzeit gültigen fünf Teile der DIN EN 16247:

  • Allgemeine Anforderungen
  • Gebäude: individuelle Anforderungen an Energieaudits für alle Gebäudetypen und -gruppen (keine privaten Wohngebäude)
  • Prozesse (Industriesektor)
  • Transport (Mobilität und Energiewende)
  • Kompetenzen von Energieauditoren

Für eine offizielle Durchführung eines Energie-Audits ist die DIN EN 16247-1 maßgebend. Sie beinhaltet alle Voraussetzungen und Anforderungen an einen erfolgreichen Audit. Ebenso wie die Norm an sich besteht der erste Teil aus 5 Abschnitten:

  • Anwendungsbereich
  • Normative Verweise
  • Begriffe
  • Qualitätsanforderungen
  • Elemente des Energieauditprozesses

Daneben umfasst die DIN EN 16247-1 auch die Rahmenbedingungen eines Energieaudits, d. h. Grenzen des Audits, organisatorische Durchführung und Formulierung von Energiekennzahlen sowie nicht zuletzt den Zeitraum, in dem die Energieprüfung stattfinden soll.

ISO 50001 vs EN 16247

Was beinhaltet die DIN EN 6247, was nicht bereits in der ISO 50001 „Energiemanagementsysteme" enthalten ist? – in Sachen Energiemanagement haben beide große Schnittmengen, die DIN EN 16247 ist grundsätzlich aber mehr an der Praxis orientiert. In ihrem Fokus stehen zusätzliche Handlungsbeispiele oder unterschiedliche Arten der Audit-Durchführung.

Eine Zertifizierung anhand eines Audits wird derzeit primär durch ISO 50001 erlangt, dessen Schwerpunkt aber auf der Arbeit eines Energiemanagementbeauftragten und dem Energiemanagementsystem liegt.

Werden EN 16247 und ISO 50001 miteinander kombiniert, entsprechen das Energieaudit und das ihr zugrundeliegende EnMS den aktuell gültigen technischen und rechtlichen Regeln.

Formular zur Energieauditerklärung

Eine Energieauditerklärung besteht neben dem Formular aus folgenden Dokumenten:

  • Abrechnungsunterlagen Energieversorger (EVU)
  • Energieauditbericht
  • Kosten für das Audit bzw. den Energieauditor

Ansonsten beinhaltet das Formular selbst Angaben zur Firma oder Organisation, eine Wirtschaftszweigklassifikation, Steuer-ID, Anzahl der Beschäftigten, Jahresbilanzsumme und Jahresumsatz.

Was kostet ein Energieaudit?

... das lässt sich pauschal nicht sagen, da es auf die Größe und Komplexität eines Unternehmens ankommt. Laut Bundesregierung und Branchenanbietern rangieren Energieaudits zwischen 3000–8000 Euro.

Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten

Nach § 12 des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) handeln Unternehmen ordnungswidrig, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig das Energieaudit nicht, nicht richtig oder rechtzeitig und unvollständig durchführen.

Auch wenn absichtlich oder unabsichtlich falsche Angaben gemacht wurden, können Bußgelder verhängt werden – nicht zuletzt deswegen ist es wichtig, eigene Experten zu beschäftigen oder fachkundige Berater für einen Energieaudit hinzuzuziehen.

Ein Verstoß gegen das EDL-G kann von der zuständigen Verwaltungsbehörde (BAFA) mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro belegt werden.

Derartige Fälle kommen meist durch Stichprobenkontrollen der BAFA ans Licht. Deshalb sollte jedes Unternehmen einen Nachweis über die Durchführung eines Energieaudits griffbereit haben.

Fazit

Ein Energieaudit ist verpflichtend für Unternehmen und Organisationen einer bestimmten Größe und Wirtschaftskraft. Aber auch KMU können von dessen Durchführung profitieren. So kann dadurch die Leistungsstärke des firmeneigenen Energieeffizienssystems nachgewiesen und anschließend eine Steuerentlastung beantragt werden.

Gleichzeitig bedeutet die Durchführung eines Energieaudits immer eine energetische Bestandaufnahme des einzelnen Unternehmens – mit allen Facetten des Energieverbrauchs, aber auch der Energieerzeugung. Es zeigt Stärken und Schwächen der eigenen Systeme und Anlagen und liefert wichtige Anhaltspunkte zur Sanierung und Optimierung – was wiederum langfristig zu Kosteneinsparungen und zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Unternehmens führt (Energieeffizienz plus Kosteneinsparpotenziale).

Nicht nur in Sachen Energieeffizienz sind Audits hilfreiche Werkzeuge. Nahezu jedes System kann bereits durch ein internes Audit nach ISO 19011 geprüft und verbessert werden. Hierzu finden Sie umfangreiche Vorlagen und Nachweisdokumente in der „Prüf- und Dokumentationsmappe: Interne Audits nach ISO 19011“.

Quellen: „EHS-Manager“, BAFA - Energieaudit nach EDL-Ggesetze-im-internet.de

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