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"Zeitarbeit: Immer mehr Leiharbeiter in der Pflege"


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Zeitarbeit: Immer mehr Leiharbeiter in der Pflege

© Coloures-Pic – stock.adobe.com

Der Fachkräftemangel in der Pflege war eines der zentralen Themen im Wahlkampf 2017. Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD wurden immerhin 8.000 neue Fachkraftstellen vereinbart. Ob das ausreicht, ist fraglich. Währenddessen kämpfen Pflegeeinrichtungen um jede Fachkraft und müssen immer häufiger auf Leiharbeitnehmer zurückgreifen, was neue Probleme verursacht.

Leiharbeiter in der Altenpflege – Tendenz steigend 

Leiharbeitnehmer können für Pflegeeinrichtungen eine Option sein, um Phasen zu überbrücken, bis eine feste Pflegefachkraft gefunden ist oder um überhaupt an Pflegekräfte zu kommen. Im Jahr 2017 waren 10.181 Leiharbeiter in der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Rettungsdiensten und der Geburtshilfe tätig, wie die Passauer Neue Presse berichtet. Dem Zeitungsbericht zufolge waren in der Altenpflege im vergangenen Jahr 7500 Leiharbeiter beschäftigt. Das sind 1650 mehr als noch im Jahr 2014. 

Aufgrund dieser Entwicklung müssen Leiter von Pflegeeinrichtungen verstärkt die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) beachten, welche die Vorschriften für den Einsatz von Fremdpersonal verschärft hat. Damit die Einrichtungen wissen, welche Fristen für die Überlassung gelten und welche weiteren Regelungen sonst beachtet werden müssen, gibt es das „Handbuch Leiharbeit und Werkverträge“.

Vorteile von Leiharbeitern in der Pflege

  • Der Anreiz für Pflegeeinrichtungen Leiharbeitnehmer einzustellen, liegt zum einen in der Entlohnung. Denn Zeitarbeiter verdienen i. d. R. aktuell deutlich weniger als fest angestellte Kollegen.
  • Zudem sind Zeitarbeiter leichter und schneller zu bekommen als gut ausgebildete Fachkräfte. Dies ist besonders im Hinblick auf die zunehmende Fluktuation in den Pflegeberufen wichtig. 

Nachteile von Leiharbeitern in der Pflege 

  • Da die Leiharbeiter nicht lange in einer Pflegeeinrichtung bleiben, kann sich kaum eine emotionale Bindung zwischen ihnen und den Pflegebedürftigen entwickeln. Gerade in der Altenpflege ist dieses vertrauensvolle Verhältnis jedoch ein wichtiger Faktor.
  • Aufgrund der enormen Nachfrage nach Pflegepersonal und dem spärlich vorhandenen Personal wird es immer schwieriger,  bestimmte Qualitätsmaßstäbe bei der Auswahl der Bewerber aufrechtzuerhalten. Das berichtet auch die Vize-Chefin des Awo-Bezirksverbands Brandenburg, Kati Karney, im Nachrichtenportal MOZ. Das unausgewogene Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage führe zu einer „explosiven Stimmung“ in den Pflegeeinrichtungen. Weil Leiharbeiter oft Hände ringend gesucht werden, würden sich diese die angenehmen Schichten herauspicken. Mancherorts stellt die Heimleitung sogar einen Fahrservice für Leiharbeitnehmer bereit, sodass diese nicht einmal mehr ein Fahrzeug benötigen. 

Diese Entwicklung zeigt auf, dass es höchste Zeit wird, die Pflege aufzuwerten. Immerhin haben Gesundheits- und Sozialexperten anlässlich einer Anhörung des Gesundheitsausschusses jüngst noch einmal deutlich gemacht, dass in allen Pflegebereichen das Personal aufgestockt werden muss. Ansonsten ist der jetzige Pflegenotstand gemessen an dem, was noch kommt „pillepalle“, wie ein Auszubildender zur Pflegefachkraft zitiert wird, der bei der Anhörung im Bundestag ebenfalls zu Wort kam. (juse)

Quelle: Passauer Neue Presse, MOZ, Bundestag 

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