Sicherer Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus im Unternehmen – Wie Brandschutz, sichere Lagerlösungen und Fachwissen Risiken minimieren

14.07.2026 | Dipl.-Ing. Sven Sievers, Bereichsleiter Produktmanagement | Gesponsert

Reihe blauer und grauer Schaltschränke für Niederspannungs-Schaltanlagen mit geöffneten und geschlossenen Türen, im Vordergrund ein kleinerer freistehender Schaltkasten.
© asecos

Lithium-Ionen-Akkus sind fester Bestandteil vieler Arbeitsprozesse. Mit ihrer Verbreitung steigen jedoch auch die Anforderungen an den Brand- und Arbeitsschutz, denn defekte Akkus können Brandrisiken bergen. Aufgabe von Unternehmen ist es daher, den Umgang mit den Energiespeichern verantwortungsvoll zu organisieren. Dazu gehört auch das Lagern und Laden in speziellen Sicherheitsschränken.

Lithium-Ionen-Akkus gelten bei ordnungsgemäßem Betrieb als sicher. Bei Defekten, Überlastung oder falscher Lagerung können sie jedoch ein Brandrisiko darstellen. 

Kritisch ist insbesondere das Laden beschädigter Akkus. Defekte Zellen geben ihre Energie unkontrolliert als Wärme ab. Durch die zusätzliche Wärmeentwicklung beim Laden steigt die Wahrscheinlichkeit eines thermischen Durchgehens (Thermal Runaway). Dabei kann – ab einer von der Zellchemie abhängigen Temperatur – der Separator der Zelle schmelzen. Es folgt ein innerer Kurzschluss, der eine Kettenreaktion mit benachbarten Zellen und eine intensive Brandentwicklung auslösen kann.

Für die Praxis ist daher ein umfassendes Sicherheitskonzept mit geeigneter Infrastruktur zum Lagern und Laden unverzichtbar. Ebenso wichtig sind klare Regeln und aktuelles Fachwissen, das allen Mitarbeitenden vermittelt, regelmäßig aufgefrischt und durch gezielte Schulungen nachhaltig verankert wird.

Sicherheitsregeln für den Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus

Präventionsmaßnahmen für den sicheren Umgang mit Lithium-Akkus sollten frühzeitig ansetzen. Grundlage sind klare Sicherheitsregeln: 

  • Kurzschlüsse vermeiden: Batteriepole müssen vor Kontakt und Kurzschluss geschützt werden.
  • Regelmäßige Prüfung: Akkus sind regelmäßig auf Schäden, Aufblähungen oder Verformungen zu kontrollieren.
  • Keine Manipulationen: Keine Eigenbauten oder die Akkus anders verwenden, als vom Hersteller vorgegeben.
  • Sichere Ladeumgebung: Akkus nicht auf brennbarem Untergrund, in der Nähe entzündbarer Materialien oder unbeaufsichtigt laden.
  • Tiefentladung verhindern: Eine vollständige Entladung kann Akkus dauerhaft schädigen und instabile Zustände hervorrufen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) empfiehlt in seinem „Merkblatt zur Schadenverhütung“, Lithium-Ionen-Akkus grundsätzlich wie einen Gefahrstoff zu behandeln. Daher ist ein ganzheitliches Brandschutzkonzept erforderlich, das organisatorische und technische Maßnahmen umfasst. Dazu zählen beispielsweise die Begrenzung der Anzahl der Akkus am Arbeitsplatz auf das notwendige Minimum sowie deren fachgerechte Lagerung – idealerweise in geprüften Sicherheitsschränken wie den Modellen der asecos ION-LINE.

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Isolierte Fachböden mit Brandschutzmaterial verhindern die Brandausbreitung zwischen den Lagerebenen. © asecos

Feuerfeste Schränke als Bestandteil von Brandschutzkonzepten

Typ-90-Sicherheitsschränke erfüllen die baulichen Anforderungen an feuerbeständig abgetrennte Bereiche und gelten als gleichwertige Schutzmaßnahme. Sie sind Stand der Technik für die Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten. Auch für das Lagern und Laden von Lithium-Akkus sind sie eine sichere Wahl – jedoch mit einer wesentlichen Ergänzung: Im Unterschied zur klassischen Gefahrstofflagerung liegt das potenzielle Risiko hier im Schrank, ausgelöst durch einen möglichen Thermal Runaway der eingelagerten Batterien. Zusätzlich zum Brandschutz von außen nach innen sollten die Schränke deshalb auch einen Brandschutz von innen nach außen bieten.

Sicherheitsschränke für das Lagern und Laden von Lithium-Akkus sollten, wie die Modelle der ION-LINE, zwei Brandprüfungen über jeweils 90 Minuten bestanden haben – eine von außen nach DIN EN 14470-1 sowie eine von innen, etwa in Anlehnung an die DIN EN 1363-1. Diese doppelte Feuerwiderstandsfähigkeit gilt als Mindeststandard. Sie verschafft wertvolle Zeit, um Personen zu evakuieren und Rettungskräfte zu alarmieren. Die entsprechenden Prüfnachweise sollten vom Hersteller dokumentiert sein.

VDMA-Prüfung für zusätzliche Sicherheit

Ergänzend zu den Feuerwiderstandsprüfungen bietet eine Zertifizierung nach dem VDMA-Einheitsblatt 24994:2024-08 eine zusätzliche Orientierung bei der Auswahl sicherer Batterieladeschränke. Ziel der zugrunde liegenden Prüfung ist eine realitätsnahe Bewertung der Schränke bei einem Thermal Runaway der eingelagerten Batterien.

Dafür werden die aktuell energiedichtesten, marktverfügbaren Lithium-Ionen-Akkus als Einheit zusammengefasst und durch kontrolliertes Erhitzen im Schrank zum Thermal Runaway gebracht. Dabei kommt es zur bereits beschriebenen Kettenreaktion. Die Zellen gasen aus, entzünden sich und zerplatzen teilweise explosionsartig. Im Schrank entstehen dabei kurzzeitige Temperaturen von mehr als 700 °C.

Der Schrank muss diesem Worst-Case-Szenario standhalten, ohne dass Flammen oder Splitter nach außen gelangen. Nach bestandener Prüfung folgt ein Audit der Fertigungsstelle. Erst dann werden die Schränke zertifiziert und tragen – wie der ION-LINE PRO und ULTRA – eine Zertifizierungsmarke.

Technische Ausstattung als Teil des Schutzkonzepts

Neben der doppelten Feuerwiderstandsfähigkeit gehören Branddetektion und Alarmweiterleitung zu den wesentlichen Anforderungen an Batterieladeschränke. Insbesondere bei unbeaufsichtigtem Betrieb – etwa außerhalb der Arbeitszeiten – ist die Alarmweiterleitung an eine zentrale Leitstelle oder an definierte Rufnummern wichtig. Sie ermöglicht eine frühzeitige Intervention und hilft Folgeschäden zu begrenzen. 

Weitere Ausstattungsmerkmale erhöhen das Sicherheitsniveau. Dazu zählen beispielsweise Transportsockel und schnelllösende Steckverbindungen, die bei Bedarf eine rasche Evakuierung des Schrankes ermöglichen. Rettungskräfte können so entscheiden, ob sie den Schrank am Aufstellort löschen oder dafür ins Freie bringen. Integrierte Steckdosenleisten unterbrechen im Brandfall automatisch die Energiezufuhr und beenden sämtliche Ladevorgänge. Isolierte Fachböden verhindern eine Brandausbreitung zwischen den einzelnen Lagerebenen (Propagation).

Mehr Sicherheit durch gezielte Weiterbildungen

Der sichere Umgang mit Lithium-Akkus beruht auch auf Fachwissen. Nur wer aktuelle Richtlinien, Gesetze und technische Entwicklungen kennt, kann Risiken realistisch bewerten und geeignete Sicherheitsmaßnahmen ableiten. Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Weiterbildungsformate wie die kostenfreie asecos online EXPO „Lithium Special“ am 29. und 30. September 2026 vermitteln praxisnahes Fachwissen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Anforderungen und Normen, bewährte Brandschutzmaßnahmen sowie Beispielen für ein sicheres Lademanagement. Außerdem geben Experten aus Versicherung und Recht Einblicke in aktuelle Fragestellungen. Spezialthemen wie Second-Life-Batterien kommen ebenfalls zur Sprache.

Weitere Informationen zur Teilnahme, das vollständige Programm und die Anmeldemöglichkeiten finden Sie über den QR-Code oder folgenden Link: https://event.asecos.com/online-expo-lithium26-forum [Werbelink]