Geschäftsführung und Management

Unternehmensbewertung - Teil 1: die wichtigsten Methoden im Überblick

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Die Frage nach dem Wert des Unternehmens ist für Geschäftsführer von großer Bedeutung. Besonders beim Kauf, Verkauf oder einer Erbschaft wird eine Unternehmensbewertung erforderlich. Für diese Bewertung haben sich mehrere Methoden etabliert, die Käufer und Verkäufer zumindest einen Richtwert geben.

Methoden der Unternehmensbewertung 

Die Frage nach dem Wert eines Unternehmens ist deshalb so kompliziert, weil es "den" Wert eines Unternehmens nicht gibt. Denn dieser hängt immer von dem Zweck und der Person ab, für den der Wert bestimmt wird. 

Es gibt keine gesetzliche Grundlage, wie ein Unternehmen nach rein betriebswirtschaftlichen Aspekten bewertet werden kann. Deshalb haben sich mehrere Methoden herausgebildet: 

Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren gehört zu den gängigen Methoden, die heute zur Bewertung eines Unternehmens angewendet werden. Bei dieser Methode wird angenommen, dass sich der Wert des Unternehmens aus der Möglichkeit errechnet, künftig Gewinne zu erzielen. 

Für die Berechnung werden zwei Größen benötigt. Zum einen wird der Wert des Eigenkapitals auf der Grundlage einer Plan-Gewinn- und Verlustrechnung bestimmt, zum anderen muss die Abzinsung der sich daraus ergebenden künftigen Ertragsüberschüsse ermittelt werden. 

Ertragswertverfahren

Künftiger Ertragsüberschuss: Der künftig zu erwartende Gewinn wird anhand der Werte aus der Vergangenheit berechnet. Der Ertrag wird u. a. um betriebsfremde, periodenfremde und außerordentliche Aufwendungen bereinigt und Erträge berechnet.

Kapitalisierungszins: Der Kapitalisierungszinssatz setzt sich u. a. aus dem Basiszinssatz, einem Immobilienzuschlag, dem Abzug für Inflationsschutz und einem Risikozuschlag zusammen. 

Der Ertragswert, der auf diese Weise kalkuliert wurde, darf jedoch nicht als der Preis für das Unternehmen gesehen werden, denn die Vorstellungen von Käufer und Verkäufer werden dennoch abweichen. 

Discounted Cash Flow-Verfahren (DCF-Methode)

Wie beim Ertragswertverfahren wird bei diesem Verfahren der Barwert zukünftiger finanzieller Überschüsse ermittelt. Bei dieser Methode wird jedoch nicht der Jahresüberschuss berechnet, sondern der Cash Flow als Berechnungsgröße herangezogen. 

Dieses Verfahren findet eher bei größeren und/oder börsennotierten Unternehmen Anwendung, da eine detaillierte und umfassende Datenbasis benötigt wird. Bei kleinen und mittleren Unternehmen gehen der Jahresabschluss und die dazugehörigen betriebswirtschaftlichen Auswertungen i. d. R. nicht derart in die Tiefe, dass die benötigte Datenbasis ermittelt werden kann. 

Substanzwertverfahren 

Beim Substanzwertverfahren werden nur die vorhandenen Vermögensgegenstände (Grundstück, Gebäude, Maschinen etc.) berücksichtigt, die einzeln bewertbar sind. Von dem Betrag, der sich daraus ergibt, werden noch die Schulden abgezogen. 

Mit dieser Methode wird vordergründig der Betrag ermittelt, der notwendig wäre, um das Unternehmen von "Null" an wieder aufzubauen.

Dieses Verfahren wird kaum noch angewendet, da heutzutage bei der Unternehmensbewertung v. a. die Fortführung einer Firma eine wichtige Rolle spielt. 

Substnaz

Liquidationswertverfahren 

Diese Methode wird insbesondere dann angewendet, wenn ein Unternehmen aufgelöst oder zerschlagen werden soll. Der Liquidationswert wird hierbei aus der Summe der zu erwartenden Verwertungserlöse gebildet. 

Für die Ermittlung des Verkaufswerts eignet sich dieses Verfahren nicht, da der Liquidationswert die absolute Untergrenze bei der Unternehmensbewertung darstellt. 

Die Software Unternehmensbewertung direkt ermöglicht eine schnelle und einfache Unternehmensbewertung nach aktuell geltenden Verfahren.

Einfache und kurzfristige Unternehmensbewertung 

In der Praxis wird oft auf marktorientierte Bewertungsverfahren zurückgegriffen, da diese scheinbar einfacher und kurzfristiger durchzuführen sind. Die Multiplikatormethode ist so eine marktorientierte Unternehmensbewertung. 

Solche kurzfristigen Verfahren können die Eigenheiten eines Unternehmens jedoch nur am Rande erfassen, sodass sich diese Methoden nur zu einer ersten indikativen Bewertung eignen. Es ist deshalb zu empfehlen, auf das Substanzwertverfahren oder die DCF-Methode zurückzugreifen, die erfolgsversprechender sind, weil das Unternehmen individueller erfasst wird. Da die Unternehmensbewertung zu den schwierigsten Aufgaben der Betriebswirtschaft gehört, haben Experten aus der Praxis die Software "Unternehmensbewertung direkt" erarbeitet, die mit vorbereiteten Eingabemasken den Bewerter bei der Umsetzung unterstützt. Für alle relevanten Verfahren sind zudem Mustergutachten hinterlegt. 

Im zweiten Teil stellen wir Ihnen Bewertungsverfahren unter steuerlichen Gesichtspunkten vor. Denn für die ertragsteuerliche Unternehmensbewertung gelten andere Regeln

Quellen: "Unternehmensbewertung direkt", Das GmbH-Recht

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