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"Smarte Schutzsysteme in der Industrie 4.0"


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Bislang waren „sichere“ Maschinen eine relativ einfache Sache. Nach dem TOP-Prinzip wurden in erster Linie die technischen Schutzvorrichtungen direkt bei der Konstruktion in den Maschinen eingeplant und verbaut. Doch in Zukunft werden sichere Maschinen alleine nicht ausreichen. Denn mit dem Wandel der Arbeit und der Technik ändern sich auch die Anforderungen an Maschinen, Mitarbeiter und schließlich auch den Arbeitsschutz.

Neue Technologien beinhalten erfahrungsgemäß auch neue Gefahren. Experten nach, liegt eine verstärkte Gefährdung vor allem bei den zunehmend komplexer werdenden Arbeitsprozessen, die wiederum gleichsam intransparenter werden.

Die Produktion wird durch eine starke Individualisierbarkeit der Produkte, einer extrem hohen Flexibilität und intelligenten Monitoring- und Entscheidungsprozessen geprägt sein. So ist eine sich selbst organisierende Produktion ein wichtiges Element der neuen Industrie. Durch eingebaute Hard- und Software sind Maschinen zukünftig in der Lage, verschiedene Produktionsdaten zu erfassen, zu übermitteln, auszuwerten und selbständig darauf zu reagieren. Da die Abläufe in der Produktion dadurch weniger vorhersehbar sein werden, nimmt das Überraschungsmoment für Mitarbeiter zu, was wiederum das Risiko für psychische und physische Belastungen oder Gefahren steigen lässt.

Sicherheit ist nicht gleich Sicherheit
Die sogenannten „Smart Factories“ funktionieren nur mit einem deutlich höheren Vernetzungsgrad der Maschinen und Fabriken. Dadurch entstehen große Datenmengen, welche wiederum Hacker anlocken. Der Begriff der Maschinensicherheit muss also erweitert werden. Neben der Sicherheit in Form von „Safety“, also Schutzsystemen und –funktionen, muss nun auch die „Security“ bedacht werden. Nicht nur die Sicherung der Daten vor Hacker-Angriffen muss gewährleistet sein, auch das Risiko, dass die mögliche Manipulation der Daten Prozesse und Schutzfunktionen gefährden können muss bedacht werden. Das heißt, ein sicherer Schutz der Netzwerkverbindungen, Daten und Schnittstellen wird in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Maschinensicherheit sein.

Neue Chancen für den Arbeitsschutz

In der Industrie kommen heute Störungen im Produktionsablauf häufiger vor. Intelligente Produktionsprozesse sollen die Vermeidung von Störungen vereinfachen. Zukünftig laufen alle Produktionseinheiten weitgehend automatisch und fordern ihren Bedarf selbst an. Der Mitarbeiter „Mensch“ muss weniger in den laufenden Prozess eingreifen, dadurch sinkt neben der Fehlerquote auch das Unfallrisiko.

Schutzsysteme 4.0

Viele der heutigen Schutzsysteme können nur begrenzt auf Smart Factories bzw. die Industrie 4.0 übertragen werden, was jedoch kein Nachteil sein muss. Auch wenn immer noch nicht klar ist, wie die Industrie 4.0 letztendlich aussieht, der Begriff „Sicherheit“ muss neu überdacht werden! Die Revolution in der Industrie zieht also mindestens eine Revolution der (Maschinen-)Sicherheit nach sich.

Quelle: DGUV Arbeit und Gesundheit 3/2016

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