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"Schreibkompetenz fördern: Definition, Teilkompetenzen und Übungen"


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Schreibkompetenz fördern: Definition, Teilkompetenzen und Übungen

© micmacpics – stock.adobe.com

Laut des neuesten IQB-Bildungstrends erreichten im Jahr 2021 bis zu 30 % der Viertklässlerinnen und Viertklässler nicht die erforderlichen Mindeststandards im Fach Deutsch. Ein großer Bestandteil dieser Anforderungen ist die Schreibkompetenz. Hier besteht laut aktuellen Studien eindeutig Nachholbedarf. Aber wie können Lehrkräfte die Schreibkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler erhöhen und welche Teilkompetenzen sind dafür erforderlich?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Schreibkompetenz? – Definition
  2. Warum ist Schreibkompetenz wichtig?
  3. Wie kann man Schreibkompetenz fördern? – Übungen

Was ist Schreibkompetenz? – Definition

Schreibkompetenz beschreibt sowohl die Fähigkeit, mit einem Stift leserliche Buchstaben zu produzieren als auch die Fähigkeit, inhaltlich sinnvolle Texte anzufertigen. Deshalb gehören zur Schreibkompetenz sowohl motorische als auch kognitive Kompetenzen.

So müssen Menschen für ihre Schreibkompetenz anfangs Laute und Buchstaben einander zuordnen können, während sie später die geltenden Vorgaben der Orthografie bzw. Grammatik erlernen. Mit der Zeit kommen dann noch Kenntnisse zu verschiedenen Textformen und Stilmitteln hinzu. Aber auch die Lesekompetenz einer Person gehört dazu, ebenso ihre Fähigkeit zuzuhören und ihr generelles Lernverhalten. Gleichzeitig können die Schreibenden beim Verfassen ihre sozialen, kognitiven und sprachlichen Kompetenzen einbringen.

Das Verschriftlichen von Wörtern und die Ausbildung von Schreibkompetenz sind somit komplexe Aufgaben. Schreibkompetenz wird in der Pädagogik oftmals in Teilkompetenzen unterteilt, die Menschen für den Erwerb benötigen.

Welche Schreibkompetenzen gibt es?

Eine weit verbreitete Einordnung des Begriffs „Schreibkompetenz“ ist die des Pädagogen Prof. Dr. Martin Fix. Er definiert Teilkompetenz, die v. a. das Optimieren der Schreibkompetenzen beschreiben, also wenn bereits die grundlegenden motorischen Fähigkeiten und ein Verständnis für Sprache vorhanden sind. Sie richten sich demnach insbesondere an Schulklassen der Sekundarstufen I und II.

Teilkompetenz Zentrale Frage Bedeutung
Zielsetzungskompetenz Warum und für wen schreibe ich? Sich ein möglichst konkretes Schreibziel setzen, abhängig von der Schreibfunktion und -situation.
Inhaltliche Kompetenz Was schreibe ich? Bisheriges Wissen abrufen und ggf. weiteres Spezialwissen aneignen, um über das ausgewählte Thema zu schreiben.
Strukturierungskompetenz Wie strukturiere ich den Text? Sinnvolle und zusammenhängende Struktur schaffen, Textinhalte festlegen und das weitere Vorgehen reflektieren.
Formulierungskompetenz Wie formuliere (und ggf. überarbeite) ich? Motorische Fähigkeit des Schreibens, Rechtschreibung und sprachlich-stilistischer Ausdruck.

Dabei hängen diese Teilkompetenzen laut Fix voneinander ab. Sie werden nicht linear nacheinander gebraucht, sondern je nach Anwendungsfall unterschiedlich stark und ggf. auch gleichzeitig verwendet.

Ein anderes Modell zum Aufbau der Schreibkompetenz vermittelt Prof. em. Dr. Jürgen Baurmann. Er differenziert ebenfalls vier Teilkompetenzen, allerdings auf anderen Ebenen:

Teilkompetenz Beschreibung
Inhaltlich-fachliche Kompetenz Schreibaufgabe in Textform umsetzen, dafür den Text thematisch planen und strukturieren.
Methodisch-strategische Kompetenz Schreibprozess planen, organisieren und ggf. an geänderte Bedingungen anpassen.
Sozial-kommunikative Kompetenz Adressaten des Textes definieren und in den Produktionsprozess einbeziehen. 
Personale Kompetenz Eigene Schreibfähigkeit angemessen einschätzen. 

Die Vielzahl an Definitionsmöglichkeiten verdeutlicht, dass die Schreibkompetenz ein umfangreiches Thema ist. Gleichzeitig wird hervorgehoben, wie wichtig diese Kompetenz für die Entwicklung ist – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

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Können Kinder in der Schule ihre Schreibkompetenz auf- und ausbauen, legen sie damit einen Grundstein für das spätere Erwachsenenleben. (Bild: © Rido – stock.adobe.com)

Warum ist Schreibkompetenz wichtig?

Die Entwicklung und Förderung der Schreibkompetenz verfolgt unterschiedliche Ziele. Mit ihrer Hilfe sollen Kinder und Jugendliche auf ihr Erwachsensein vorbereitet werden. Daher erfolgt die gezielte Förderung v. a. in Grundschulen und weiterführenden Schulen.

Eingliederung und gesellschaftliche Teilhabe

Schreibkompetenz ist wichtig, da sie als wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme an einer literalen, digitalisierten und demokratischen Gesellschaft gilt. So wird eine entsprechende Schreibkompetenz nicht nur in der Schule gefordert, sondern auch im beruflichen und privaten Alltag.

Wer eine ausgeprägte Schreibkompetenz besitzt, kann z. B. in der Schule schreibbezogene Aufgaben bearbeiten (schriftliche Arbeitsaufträge, Klausuren etc.). Im Alltag lassen sich solche Aufgaben erledigen, die Schreibkompetenz erfordern – z. B. das Verfassen von Bewerbungen und Anträgen oder schriftliche Vereinbaren von Terminen.

Besonders wichtig ist diese gesellschaftliche Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Sie benötigen teils besondere Fördermaßnahmen für ihre Schreibkompetenz, angefangen bei Unterstützung zum Ausbau der motorischen Fähigkeiten. Im Gegenzug erreichen sie große Fortschritte bei der Inklusion innerhalb der Gesellschaft, wenn auch sie die grundlegenden Anforderungen zur Schreibkompetenz erfüllen.

Produktempfehlung

Ideen und Vorschläge für geeignete Fördermaßnahmen zur Motorik finden sich in der Software „Besondere Kinder“.

Allerdings zeigen aktuelle Studien und Untersuchungen, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler nicht die für ihre Jahrgangsstufe erforderlichen Schreibkompetenzen erreichen – v. a. hinsichtlich der kognitiven Anforderungen.

Verschlechternde Schreibkompetenz bekämpfen

Es gibt verschiedene Studien, die die Entwicklung der Schreibkompetenz in Deutschland untersuchen. So ermittelt z. B. der IQB-Bildungstrend regelmäßig, wie viele Schülerinnen und Schüler die vorgegebenen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) erreichen. Diese setzen bereits die erforderlichen motorischen Kompetenzen des Schreibens voraus und untersuchen insbesondere den methodischen Umgang der Kinder mit Sprache.

Die derzeit aktuellste Studie analysierte das Jahr 2021. Sie untersuchte u. a., wie viele Kinder der vierten Klasse im Fach Deutsch den Mindeststandard (nicht) erreichten. Besonders der Vergleich mit den Ergebnissen von 2016 verdeutlicht dabei die sinkende Schreibkompetenz:

Kompetenzbereich Bildungsstandard wurde nicht erreicht (2016) Bildungsstandard wurde nicht erreicht (2021)
Lesen bei 13 % der Schülerinnen und Schüler bei 19 % der Schülerinnen und Schüler (+ 6 %)
Zuhören bei 11 % der Schülerinnen und Schüler bei 18 % der Schülerinnen und Schüler (+ 7 %)
Orthografie bei 22 % der Schülerinnen und Schüler bei 30 % der Schülerinnen und Schüler (+ 8 %)

Die Ursachen für diese Entwicklungen können vielfältig sein. Gerade auf die Ergebnisse von 2020 und 2021 könnte die Corona-Pandemie mit ihren Schulschließungen großen Einfluss gehabt haben. Denn laut der STEP-Studie 2022 verursachte die Pandemie massive Probleme beim Handschreiben in der Schule. So sei ca. ein Drittel der Lehrkräfte im Primarbereich mit den Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler beim Handschreiben unzufrieden. Im Sekundarbereich beklagt dies sogar fast die Hälfte der Befragten.

Aber auch Entwicklungen wie die Digitalisierung unserer Gesellschaft könnten solche Entwicklungen begünstigen.

Schreibkompetenz und neue Medien

Unser digitaler Medienkonsum nimmt immer stärker zu – auch bei Kindern und Jugendlichen. So nutzen bereits 47 % der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 13 Jahren täglich ein Smartphone oder Handy (KIM-Studie 2020).

Zwar erhöhen sie dadurch bereits früh ihre Medienkompetenzen, schreiben jedoch auch weniger mit der Hand und vernachlässigen so ggf. ihre motorische Schreibkompetenz. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien im Unterricht und der Einbau gezielter Übungen, um die motorische Schreibkompetenz zu verbessern.

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Immer mehr junge Menschen nutzen regelmäßig digitale Medien. Das kann sich auch auf ihre Schreibkompetenz auswirken. (Bild: © maxbelchenko – stock.adobe.com)

Wie kann man Schreibkompetenz fördern? – Übungen

Für Schulen und andere Bildungseinrichtungen gibt es verschiedene Methoden zur Förderung der Schreibkompetenz. Sie setzen je nach Altersgruppe andere Schwerpunkte, so dass es Übungen für Kitas über Grundschulen bis hin zu Berufs- und Förderschulen gibt.

Das beginnt bei grundlegenden Motorikübungen, mit denen die Kinder die korrekte Handhabung von Stift und Zettel trainieren. Sobald diese Kompetenzen vorhanden sind, werden oftmals spezielle Schreibaufgaben vorgegeben, bei denen die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Text zu einem bestimmten Sachverhalt verfassen müssen.

Allgemeine Anforderungen

Bei der Entwicklung geeigneter Übungen zur Schreibkompetenz sollten einige grundlegende Punkte beachtet werden. Verfasst eine Lehrkraft in einer Grund- oder Förderschule eine Schreibaufgabe, sollten sie sich dabei z. B. folgende Fragen stellen:

  • Besitzen alle Beteiligten ausreichende motorische und kognitive Kompetenzen, um die Schreibaufgabe zu lösen?
  • Wie umfangreich darf die Aufgabe maximal sein, um die Schülerinnen und Schüler nicht zu überfordern?
  • Welche Kompetenzen sollen die Schülerinnen und Schüler durch das Schreiben des Textes ausbauen?
  • Wie hängt die Schreibaufgabe mit dem Unterrichtsstoff zusammen?
  • Erhalten die Schreibenden am Ende Rückmeldung zu ihrem Text?

In höheren Jahrgangsstufen der Primarstufe sowie in den Sekundarstufen sollten noch anspruchsvollere Fragen gestellt werden:

  • Motiviert die Schreibaufgabe die Kinder und Jugendlichen?
  • Werden neben dem Schreibwissen auch Sprach- und Weltwissen vermittelt?
  • Erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Schreibwirkung auf die Leserschaft zu überprüfen und in sozialen Austausch miteinander zu treten?
  • Welche Textform und welches Medium ist sinnvoll?

Entsprechende Maßnahmen zur Schreibförderung sollten fester Bestandteil des Schulprogramms sein. Daher sollten die Lehrkräfte ggf. auf ihre Schulleitung zugehen und entsprechende Unterstützung einfordern. Ebenso kann es hilfreich sein, schulinterne Verantwortliche für die Sprachbildung zu benennen.

Beispielhafte Übungen zur Schreibkompetenz

Im Rahmen der Jahrestagung 2020 zur Initiative „BiSS-Transfer“ stellte Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek eine beispielhafte Übung zur Schreibkompetenz vor. Sie eignet sich für Zweitklässlerinnen und Zweitklässler und kann je nach Thema abgewandelt werden:

Übung zur Förderung der Schreibkompetenz: Bastelanleitung schreiben
Aufgabe: Verfasse eine Bastelanleitung für eine Fingerpuppe für Kinder aus der Nachbarklasse.
Ablauf:
  • Die Kinder basteln zunächst ihre eigene Fingerpuppe (und spielen mit ihr).
  • Anschließend schreiben sie die Bastelanleitung. Dabei beobachten die Kinder, wie die anderen Klassenmitglieder zurechtkommen und sprechen über ihr Texten.
  • Am Ende bespricht die Lehrkraft die verfassten Anleitungen und erläutert, welche Merkmale beim Schreiben anleitender Texten wichtig sind.

Solch spielerische Übungen eignen sich insbesondere in Grundschulen, aber auch zur Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Weitere Übungen zur Betreuung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen enthält die Software „Besondere Kinder“. Sie enthält z. B. Übungen zur Feinmotorik, was beim Schreiben mit Stift und Zettel wesentlicher Bestandteil ist. Aber auch das Lern- und Arbeitsverhalten sowie die Konzentrations- und Merkfähigkeit der Kinder lassen sich mit der Software einfach analysieren. Hinzu kommen fertige Förderpläne und Entwicklungsberichte, die die pädagogische Arbeit erleichtern.

Quellen: Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Trägerkonsortium BiSS-Transfer, Verband Bildung und Erziehung e. V.

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