DIN 4108 Beiblatt 2 ist im Juni 2019 in stark überarbeiteter Form erschienen

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Die DIN 4108 Beiblatt 2 „Wärmeschutz und Energie – Einsparung in Gebäuden; Beiblatt 2: Wärmebrücken – Planungs- und Ausführungsbeispiele“ ist 2019 in überarbeiteter Form erschienen. Die Inhalte wurden nicht nur an die aktuellen Entwicklungen angepasst, sondern enorm erweitert. Lesen Sie hier, was neu ist.

Anwendungsbereich der DIN 4108 Beiblatt 2 

Seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2014 gelten erhöhte Anforderungen hinsichtlich des Wärmeschutzes von Neubauten. Planer und Ausführende müssen so vorgehen, dass Wärmebrücken möglichst vermieden werden. Diese Anforderungen sind auch dann einzuhalten, wenn eine KfW-Förderung bei der Sanierung eines Bestandsgebäudes angestrebt wird. 

Den Nachweis für den Wärmeschutz können Fachbetriebe mittels Anwendung der DIN 4108 erbringen. Das Beiblatt 2 enthält dabei Planungs- und Ausführungsbeispiele unter dem Aspekt des Wärmeschutzes. Die DIN 4108 Beiblatt 2 berücksichtigt jedoch nicht andere bauphysikalische und konstruktive Anforderungen. Diese müssen Planer und Ausführende objektspezifisch festlegen. 

Die Berechnung von Wärmebrücken hilft einerseits dabei, konstruktionsbedingte Wärmebrücken zu berücksichtigen und gleichzeitig Bauschäden zu bewerten. Für diese energetische Berechnung stehen Fachbetrieben nach § 7 EnEV unterschiedliche Wege zur Verfügung: 

  • pauschaler Wärmebrückenzuschlag
  • Gleichwertigkeitsnachweis (DIN 4108 Beiblatt 2) 
  • detaillierte Wärmebrückenberechnung 

Doch wann ist z. B. ein Gleichwertigkeitsnachweis erforderlich und wann sollte eher eine detaillierte Wärmebrückenberechnung durchgeführt werden? Und welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Wärmebrückenansätze? Diese Fragen klärt das Werk „EnEV und Energieausweise“ anschaulich anhand eines Beispielgebäudes. 

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EnEV und Energieausweise

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DIN 4108 Beiblatt 2:2019-06 – Es wurden zwei neue Kategorien eingeführt 

Weil sich der Wärmeschutz im Bauwesen in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat, wurde die Anpassung der DIN 4108 Beiblatt 2 notwendig, auch um zukunftsfähig zu bleiben. Gegenüber der DIN 4108 Beiblatt 2:2006-03 haben sich wesentliche Änderungen ergeben: 

  • Weitere Konstruktionen und Anschlüsse (z. B. Bauteilanschlüsse für Pfosten-Riegel-Konstruktionen) wurden neu aufgenommen. 
  • Zusätzlich zu Kategorie A [pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,05 W/(m2K)] wurde eine neue Kategorie B [pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,03 W/(m2K)] hinzugefügt, sodass Wärmebrücken nun unterschiedlichen energetischen Niveaus zugeordnet werden können. 
  • Für den Nachweis der Fensteranschlüsse gibt es mit der überarbeiteten DIN 4108 Beiblatt 2 zwei Möglichkeiten: stark vereinfachte geometrische Modellierung und detaillierte Modellierung des Querschnitts durch den Fensterrahmen. 
  • Anhänge wurden überarbeitet und Formblätter aufgenommen. 
  • Die bildlichen Planungs- und Ausführungsbeispiele wurden deutlich erweitert.
  • Die Dickenbregrenzungen der Dämmstoffe wurden gestrichen.  

Mit der Überarbeitung der DIN 4108 Beiblatt 2 wurden die Anforderungen an den Stand der Technik angepasst, insbesondere um den Energieverbrauch zu senken. Das ist eine grundlegende Forderung der EU-Gebäuderichtlinie. 

Die EU-Gebäuderichtlinie wird im Jahr 2020 auf nationaler Ebene in Form des GebäudeEnergieGesetzes (GEG) umgesetzt. Das GEG vereint dann die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). 

Bleiben Sie mit dem Fachmagazin „EnEV Baupraxis“ über alle Neuerungen im energetischen Bereich informiert!

Quellen: Beuth Verlag, „EnEV und Energieausweise“, bi-medien.de 

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