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Brandschutzmaßnahmen bei großflächigen Dächern: Was besagt die DIN 18234?

© Lukasz Janyst – stock.adobe.com

Bei großflächigen Dächern sind Brandschutzmaßnahmen nach DIN 18234 zu beachten, um eine Brandweiterleitung in den Dachaufbau oder auf die Dachoberfläche zu verhindern. Die Norm beinhaltet spezifische Anforderungen und Maßnahmen, um die Ausbreitung von Feuer auf und über Dächern zu verhindern. Der folgende Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Brandschutzmaßnahmen gemäß DIN 18234 und deren Bedeutung für die Sicherheit von Gebäuden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Überblick über die DIN 18234
  2. Kernaspekte der DIN 18234
  3. Wie werden Dachabschottungen regelkonfrom errichtet?
  4. Bedeutung und Vorteile der Einhaltung der DIN 18234
  5. Fazit: Zukunftsperspektiven und Weiterentwicklung

Überblick über die DIN 18234

In der Praxis kommt die DIN 18234 größtenteils in Zusammenhang mit der Flachdachrichtlinie und Industriebaurichtlinie zum Einsatz. Letztere stellt spezifische Brandschutzanforderungen an Dächer mit einer Fläche von mehr als 2.500 m2 (zum Dach zählen dabei Unterkonstruktion, Dampfsperre, Wärmedämmung und Abdichtung), deren Brandschutzstandard durch die DIN 18234 gewährleistet werden soll. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Begrenzung der Brandweiterleitung. Dabei befassen sich die vier Teile der DIN mit Dampfsperren, zulässigen Dachaufbauten und Durchdringungen sowie An- und Abschlüssen.

→ Die DIN 18234 richtet sich somit speziell an großflächige Dächer von (Industrie-)Gebäuden. Sie zielt darauf ab, die Brandlast und die Feuerausbreitung auf Dächern zu minimieren und/oder zu verhindern.

Kernaspekte der DIN 18234

  • Brandschutztechnische Anforderungen: Erläuterung der spezifischen Anforderungen an Dachmaterialien und –konstruktionen (DIN 18234-2 „Verzeichnis von Dächern, die die Anforderungen nach DIN 18234-1 erfüllen“).
  • Brandschutzmaßnahmen: Detaillierte Beschreibung der Maßnahmen wie Brandwände, Einhaltung der Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen und die Verwendung nicht brennbarer Materialien.
  • Planung und Umsetzung: Hinweise zur Planung und Umsetzung der Maßnahmen in der Bauphase (Dächer, die nach DIN 18234-1 „Begriffe, Anforderungen und Prüfungen“ geprüft und ausgeführt wurden).
  • Begrenzung der Brandweiterleitung an sämtlichen Durchdringungen, Einbauteilen, An- und Abschlüssen (konstruktive Maßnahmen nach DIN 18234-3). Dabei gilt, dass alle Durchdringungen, Anschlüsse und Abschlüssen, die in DIN 18234-4 gelistet sind, den jeweiligen Anforderungen Genüge leisten.

Belüftete oder aus profilierten Bauteilen bestehende Dächer

Die DIN 18234 stellt zusätzlich Anforderungen an das zu verwendende Baumaterial: Bei Dächern, die profilierte Bauteile (z. B. Stahltrapezprofile, wie Trapezblech) enthalten, oder bei Kaltdächern, sind Abschottungen der Profil- oder Dachholräume bei An- und Abschlüssen sowie rund um die Durchdringungen einzubauen.

→ Primär wegen des Verbund-Feuerwiderstandes und sekundär aus ästhetischen Gründen sollten diese Abschottungen der Profilform bzw. dem Hohlraum in ihrer Ausgestaltung Folge leisten.

Bei Dächern mit Stahltrapezprofil muss die Wärmedämmung bei Durchdringung auf einer Mindestbreite von 59 cm umlaufend aus feuerfesten Stoffen bestehen. Geeignete Baustoffe für derartige Abschottungen sind Mineralwolle, Schaumglas oder Schüttungen aus zementgebundenen (expandierten) Materialien. Bei deren Einbau müssen jedoch strikte Regularien eingehalten werden.

→ Werden andere Dämm-, bzw. Baustoffe verwendet, muss deren Tauglichkeit anhand DIN 18234-3 überprüft werden.

Aufsetzkränze

Direkt auf der Dachfläche oder –konstruktion aufgesetzt, können diese ohne Nachweis ausgeführt werden. Anwendungsbeispiele und Ausführungslösungen sind in der DIN 18234-4 beinhaltet.

Wie werden Dachabschottungen regelkonform errichtet?

Die Länge der Abschottungen oder Formstücke (Profilfüller) muss mindestens 12 cm in Profilrichtung betragen.

Die Abschottungen oder Formstücke (Profilfüller) werden in der Tiefsicke eingebaut.

Die Abschottungen oder Formstücke sind unmittelbar an der Durchdringung einzubauen und entlang einer Linie auszurichten (inklusive Abschottung aller Profilhohlräume).

Es müssen alle Profilhohlräume im Profilquerschnitt bis zum ersten nicht angeschnittenen Obergurt durch Profilfüller abgeschottet werden.

Abschottungen und Bauwerksabdichtungen sind Millimeterarbeit und können im Brandfall zum entscheidenden Faktor werden. Um dies zu verhindern, hat sich in der Praxis das Werk "Praxisgerechte Bauwerksabdichtungen" bewährt. Informieren Sie sich jetzt und gestalten Ihr Bauprojekt von Beginn an brandschutzkonform!

Bedeutung und Vorteile der Einhaltung der DIN 18234

  • Erhöhte Sicherheit: Durch die Einhaltung der Norm wird die Sicherheit von Gebäuden und deren Nutzern erhöht.
  • Vermeidung von Brandschäden: Reduzierung von Brandschäden und die damit verbundenen Kosten.
  • Rechtliche Aspekte: Bei Haftungsansprüchen, bzw. im Kontext von Versicherungsleistungen kann die Norm ein entscheidender Faktor sein.

Fazit: Zukunftsperspektiven und Weiterentwicklung

Die DIN 18234 spielt eine entscheidende Rolle im Brandschutz großflächiger Dächer. Ihre Einhaltung trägt wesentlich zur Sicherheit und Langlebigkeit der Gebäude bei. Während die Norm bereits einen hohen Standard setzt, ist es dennoch wichtig, dass sie kontinuierlich weiterentwickelt wird, um neuen Herausforderungen und technologischen Fortschritten gerecht zu werden.

Durch diese kontinuierlich technologische Weiterentwicklung und die Erprobung neuer (recycelter) Materialien wird die DIN 18234 in den kommenden Jahren zwangsläufig einer Novellierung ausgesetzt sein. Neben der stattfindenden Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und Bauweisen wird diese Weiterentwicklung auch die Wirtschaftlichkeit umfassender Brandschutzkonzepte erhöhen.

Quelle: „Praxisgerechte Bauwerksabdichtungen“

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