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"Was ist Projektunterricht? – Definition, Merkmale und Ideen"


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Was ist Projektunterricht? – Definition, Merkmale und Ideen

© Studio Romantic – stock.adobe.com

Projektunterricht gilt als ergänzende Abwechslung zum Frontalunterricht oder anderen Lehrmethoden. Hierfür muss die zuständige Lehrkraft jedoch einiges an Vorbereitung und Expertise vorweisen. Welche Merkmale zeichnen erfolgreichen Projektunterricht aus? Welche Themen eignen sich für Projektarbeiten in der Klasse und anhand welcher Kriterien sollten Lehrkräfte die Projekte im Nachgang bewerten?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Projektunterricht? – Definition
  2. Projektunterricht: Merkmale
  3. Warum Projektunterricht? – Vor- und Nachteile
  4. Aufbau und Gliederung: Wie sieht eine Projektarbeit aus?
  5. Welche Themen für Projektunterricht? – Ideen
  6. Bewertung und Reflexion der Projektarbeiten

Was ist Projektunterricht? – Definition

Projektunterricht oder „projektorientierter Unterricht“ ist eine pädagogische Methode zur Gestaltung des schulischen Unterrichts. Dabei erarbeiten mehrere Schülerinnen und Schüler ein Projekt zu einem bestimmten Thema. Hierfür bilden sie eigenständig kleine Projektgruppen oder werden von der Lehrkraft in solche eingeteilt. Anschließend sind die Schülerinnen und Schüler zuständig für die Planung, Durchführung sowie die Präsentation ihrer Arbeit und gestalten den Unterricht dadurch aktiv mit. Die Lehrkraft gibt am Ende eine Bewertung ab und sorgt für die nötige Reflexion der erbrachten Leistung.

Projektunterricht gilt als Methode des demokratischen und handlungsorientierten Lernens, da die Kinder und Jugendlichen möglichst eigenständig ein Problem oder eine Aufgabe lösen sollen. Dabei geschieht der Lernprozess durch die aktive Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Thema und das anschließende Arbeiten damit.

So eignet sich Projektunterricht nicht nur für Grundschulen, sondern auch für weiterführende Schulen der Sekundarstufe I und II. Er gilt als Ergänzung zum „klassischen“ Unterricht und erweitert diesen z. B. um Aktivitäten an außerschulischen Lernorten. Außerdem bietet Projektunterricht neue Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Passende Förderpläne und inklusive Projektideen finden Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte mithilfe der Software „Besondere Kinder“.

Darüber hinaus lässt sich projektorientierter Unterricht v. a. in Ganztagsschulen umsetzen. Das liegt daran, dass dort durch den längeren Schultag mehr Zeit bleibt, um Gruppenarbeiten und andere Projekte zu realisieren. Wie auch Halbtagsschulen ein passendes Ganztagskonzept für sich finden, zeigt der „Praxisratgeber Ganztagsschule“.

Projektunterricht: Merkmale

Projektunterricht zeichnet sich häufig durch einige wiederkehrende Merkmale aus. Konkret gehören dazu beispielsweise folgende Aspekte:

  • Das Projekt behandelt ein komplexes Thema bzw. eine komplexe Fragestellung, für die es mehrere Lösungsansätze gibt und mit der sich mehrere Personen gleichzeitig auseinandersetzen können.
  • Verschiedene Inhalte werden eigenständig in kleinen Lerngruppen erarbeitet. Dabei müssen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Hierfür erhalten sie gestalterische Freiräume und die Möglichkeit zur Selbstbestimmung.
  • Die Projektarbeit behält den Bezug zum Unterricht bzw. zum Lernstoff.
  • Hauptaufgabe der Lehrkraft ist die Vorbereitung der Projekteinheiten. Danach steht sie während der Umsetzungsphase als Ansprechperson zur Verfügung.
  • Am Ende stellen die Schülerinnen und Schüler ihr Projekt der Klasse vor.

Diese Merkmale finden sich v. a. bei Projektarbeiten in weiterführenden Schulen wieder. Bei Projektunterricht in der Grundschule sollte die Lehrkraft ggf. noch stärker Unterstützung anbieten und die Arbeiten begleiten. Des Weiteren können sich die Merkmale je nach kurz- oder längerfristigen Projekten ebenfalls unterscheiden.

Will eine Lehrkraft die Methoden des Projektunterrichts nutzen, sollte sie sich zunächst mit den Vor- und Nachteilen von projektorientiertem Unterricht beschäftigen.

Warum Projektunterricht? – Vor- und Nachteile

Projektunterricht als Unterrichtsmethode bringt einige Vor- und Nachteile mit sich – sowohl für Lehrkräfte als auch für Schülerinnen und Schüler. Um die Chancen und Risiken gegeneinander zu verdeutlichen, gibt es folgende Tabelle:

Vorteile Nachteile
Das praktische Auseinandersetzen mit einem Thema kann für größere Lernerfolge sorgen. Während das Thema der eigenen Gruppe besonders intensiv verarbeitet wird, behalten die Lernenden ggf. weniger Informationen über die Themen der anderen Projektgruppen.
Durch die aktive Teilnahme am Projektunterricht können sich die Schülerinnen und Schüler oft stärker mit dem Thema identifizieren. Das steigert das Engagement und Verantwortungsgefühl. Es besteht das Risiko, dass sich die Schülerinnen und Schüler die Arbeit nicht gerecht aufteilen, sondern nur einzelne Gruppenmitglieder die Leistung erbringen.
Kooperation, Kommunikation, Selbstorganisation, Zeitmanagement sowie Konflikt- und Kritikfähigkeit werden gefördert. Die Lehrkraft hat durch die Vor- und Nachbereitung der Arbeiten ggf. mehr Arbeitsaufwand als im Frontalunterricht.
Alle Gruppenmitglieder können ihre individuellen Stärken nutzen und somit die gesamte Projektarbeit vorantreiben.

Entscheidet sich die Lehrkraft nach Abwägen der Vor- und Nachteile für den Projektunterricht, sollte sie einige Punkte bei der Konzeption und beim Aufbau berücksichtigen.

Aufbau und Gliederung: Wie sieht eine Projektarbeit aus?

Grundsätzlich kann jeder Projektunterricht anders aufgebaut sein und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Das hängt nicht zuletzt von der Schulform, der Klassenstufe und dem möglichen Zeitrahmen ab.

Dennoch sollte jedes Projekt möglichst situationsbezogen sein. Die Lehrkraft gibt dabei ein konkretes Ziel und einen groben Arbeitsplan bzw. die anzuwendenden Methoden vor. Das genaue Thema sollten sich die Schülerinnen und Schüler entweder selbst aussuchen können oder in der Praxisphase eigene Verfahren nutzen dürfen.

Projektunterricht: Ablauf 

Insgesamt eignet sich folgender Ablauf zur Vorbereitung und Durchführung eines Projektunterrichts:

1. Vorüberlegungen der Lehrkraft:
  • Welche (groben) Themen sollen behandelt werden?
  • Wie viele Gruppen bzw. wie viele verschiedene Projektarbeiten soll es geben?
  • Wie viel Zeit erhalten die einzelnen Gruppen für ihr Projekt?
  • Welches Lehrmaterial benötige ich?
  • Welche Quellen dürfen die Schülerinnen und Schüler nutzen?
  • Was ist das Ziel der Projektarbeiten?
  • Wie lassen sich die Ergebnisse am Ende bewerten?
2. Einteilung in Gruppen (entweder freie Wahl oder Einteilung durch die Lehrkraft)
3. Festlegung der Themen pro Gruppe
4. Umsetzungsphase in den einzelnen Lerngruppen → Überwachung/Hilfestellung durch die Lehrkraft
5. Präsentation der Ergebnisse vor der Klasse
6. Anschließende Besprechung (entweder ebenfalls in der Klasse oder mit den einzelnen Gruppen)

Steht der grobe Ablauf, sollte sich die Lehrkraft überlegen, wie die Gruppenarbeiten des Projektunterrichts aufgebaut sein sollen.

Projektarbeit Schule: Gliederung

Die Gliederung einer beispielhaften Projektarbeit kann wie folgt aussehen:

Aufbau Beschreibung
1. Deckblatt/Deckfolie Titel/Thema der Projektarbeit, Mitglieder der Gruppe, Datum
2. Inhaltsverzeichnis Unterteilung der Inhalte der Gruppenarbeit
3. Einleitung Bild, Karikatur, kurzes Video, Zitat, Frage an die Klasse, etc.
4. Hauptteil Ergebnisse der Durchführung der Projektarbeit (Methoden, Prognosen, eventuelle Probleme bei der Erarbeitung etc.)
5. Zusammenfassung  Kurzfassung der wichtigsten Erkenntnisse, Reflexion
6. Fazit/Schluss Zielerreichung und ggf. Ausblick in die Zukunft

Je öfter Projektarbeiten im Unterricht zum Einsatz kommen, desto selbstständiger werden die Schülerinnen und Schüler, da sie ihre kommunikativen und organisatorischen Kompetenzen immer weiter ausbauen.

Sollten nun noch Ideen für den Projektunterricht fehlen, gibt der nachfolgende Abschnitt einige Beispiele.

Welche Themen für Projektunterricht? – Ideen

Zunächst kann sich die Lehrkraft entscheiden, ob sie konkrete Themen für den Projektunterricht vorgibt oder nicht. Ein vorab definiertes Thema gibt den Schülerinnen und Schülern einen festen Rahmen, an dem sie sich orientieren können, um ihr Projekt entsprechend auszuarbeiten.

Allerdings kann es genauso sinnvoll sein, das genaue Themenfeld von den Lernenden selbst bestimmen zu lassen. So haben sie die Chance ein Thema zu wählen, das sie mehr interessiert und beteiligen sich im Idealfall mit mehr Einsatz am Projektunterricht. Selbstverständlich sollte die Lehrkraft hierbei trotzdem den groben Rahmen vorgeben und die ausgewählten Themen vor der Bearbeitung prüfen, um den Bezug zum Schulstoff zu wahren.

In jedem Fall gibt die nachfolgende Übersicht einige Anregungen für Lehrkräfte:

Schulfach Beispielhafte Themen für Projektunterricht
Deutsch
  • Schülerzeitung
  • Leseförderung (z. B. in Zusammenarbeit mit der örtlichen Bibliothek)
Biologie/Geografie
Physik
  • Bau und Analyse von Papierbooten/Papierfliegern
  • Bau von Dosentelefonen
  • Bau von Mini-Solarmodulen
Geschichte
  • Schulmuseum: Konzipieren einer Ausstellung zur Geschichte der Schule, NS-Zeit, DDR oder einem anderen historischen Thema
Sozialkunde
  • Soziale Ungleichheit
  • Demokratie in anderen Ländern
  • Planspiel Parlament/UNO
Wirtschaft
  • Gründung einer Schülerfirma
  • Planspiel Börse
Fächerübergreifend
  • Sicherheit im Straßenverkehr (Verkehrserziehung)
  • (Cyber-)Mobbing, Streitschlichtung und Gewaltprävention
  • Drehen von Erklärvideos zu bestimmten Themen (z. B. korrekte Mülltrennung in der Schule, Konfliktmanagement, Erste Hilfe im Klassenzimmer)

Steht das Thema des nächsten Projektunterrichts fest, sollte sich die Lehrkraft auch Gedanken darüber machen, wie sie am Ende die Ergebnisse der Arbeiten beurteilen wird.

Bewertung und Reflexion der Projektarbeiten

Die Bewertung des Projektunterrichts sollte sowohl durch die Lehrkraft (Fremdbeurteilung) als auch durch die Schülerinnen und Schüler (Selbstbeurteilung) erfolgen. Somit erhalten sie eine fachliche pädagogische Beurteilung, können aber gleichzeitig auch ihre eigene Leistung reflektieren.

Als Orientierung helfen folgende Bewertungskriterien:

Bewertungskriterium Fragen zur Beurteilung
Fachkompetenz (Ergebnis und Zielerreichung)
  • Welche Ziele wurden erreicht, welche nicht (und warum)?
  • Wie zufriedenstellend ist das Ergebnis?
  • Was haben die Schülerinnen und Schüler gelernt?
Methodenkompetenz (Prozess und Erarbeitung der Projektarbeit)
  • Wurde der Zeitplan eingehalten?
  • Welche Probleme ergaben sich während der Erarbeitung und wie wurden sie gelöst?
  • Zeigt die Präsentation den dazugehörigen Prozess hinter der Projektarbeit?
Sozialkompetenz (Zusammenarbeit innerhalb des Teams)
  • Wurde die Arbeit gerecht verteilt?
  • Wurden grundlegende Regeln zur Arbeit im Team eingehalten?
  • Wie wurde mit Konflikten umgegangen?
  • Sind die Schülerinnen und Schüler bei Fragen auf die Lehrkraft zugegangen?

Am Ende sollte das Feedback der Schülerinnen und Schüler zu ihrer Arbeit eingeholt werden, ebenso mögliche Verbesserungsvorschläge für den nächsten Projektunterricht. Gleichzeitig sollte die Lehrkraft die Chance nutzen und sich Rückmeldung zu ihrer Rolle als beratende Person einholen.

Für die Bewertung einer Gruppenarbeit im Rahmen des Projektunterrichts benötigen Lehrkräfte entsprechende Kompetenzen (z. B. digitale Kompetenzen bzw. Erfahrung im Umgang mit digitalen Medien im Unterricht). Dies sollten Schulleitungen im Blick behalten und an ihrer Schule fördern, etwa durch die Berücksichtigung in dienstlichen Beurteilungen.

Wie sich Schulleitungen bei der Beurteilung Zeit und Arbeit sparen, zeigt die Software „Dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte in der Schule schnell und sicher erstellen“. Sie enthält fertige Textbausteine, die die aktuellen länderspezifischen Anforderungen an die Qualifikation von Lehrkräften berücksichtigen. Außerdem bietet die Software Tipps und Beispiele aus der Praxis.

 

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