Förderung: Wärmepumpen werden durch neue Richtlinien unterstützt

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Seit 01.01.2020 gelten in Deutschland neue Förderbedingungen für erneuerbare Energien, wozu auch Wärmepumpen gehören. Grundlage sind die „Richtlinien zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“, die die Bundesregierung am 31.12.2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht hat. Anstatt wie bisher mit festen Beträgen erfolgt die finanzielle Unterstützung jetzt anteilig. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten hierbei Förderungen mit verschiedenen Finanzierungsmodellen an.

Inhaltsverzeichnis

  1. Anteilsförderung statt Festbetrag
  2. BAFA-Förderung von Wärmepumpen
  3. KfW-Förderung von Wärmepumpen
  4. Gas-Hybridheizungen

Anteilsförderung statt Festbetrag

Mit den veränderten Kriterien zur Genehmigung einer Förderung von Wärmepumpen haben sich auch die möglichen Förderungsarten geändert. BAFA und KfW unterstützen jetzt anteilig bei der Finanzierung von Wärmepumpen durch Investitionszuschüsse (BAFA) oder Zinsverbilligungen und Tilgungszuschüsse (KfW). Zuvor ist die Förderung mit bestimmten Festbeträgen erfolgt.

Mit der Möglichkeit zur Förderung von Wärmepumpen soll der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte im Gebäudebereich steigen. Damit soll Deutschland jährlich bis zu 350.000 Tonnen CO2 einsparen. Einen Antrag auf Förderung von Wärmepumpen können folgende Personen stellen:

  • Privatpersonen
  • Eigentümergemeinschaften
  • Freiberufler
  • Kommunen
  • (Bau)unternehmen
  • sonstige juristische Personen des Privatrechts

BAFA-Förderung für Wärmepumpen

Nach derzeitigem Wissensstand fungiert die neue BAFA-Förderung für Wärmepumpen als Übergangslösung bis Ende 2020, in welcher die Anforderungen großteils denen der bisherigen BAFA-Förderung entsprechen sollen. Jedoch kommt es zu teils erheblichen Unterschieden in den Fördersätzen, da sich das BAFA noch von der Förderung mit Festbeträgen auf die Anteilsförderung umstellt.

Höhe der BAFA-Förderung

Das BAFA unterstützt die Antragsteller mit Investitionszuschüssen. Die Höhe dieser Zuschüsse hängt von den Anteilen der förderfähigen Kosten ab, die der Antragsteller tragen muss. Aufgrund einer Deckelung ist die BAFA-Förderung auf folgende Beträge begrenzt:

  • max. 50.000 € (brutto) bei Wohngebäuden, pro Wohneinheit
  • max. 3,5 Mio. € (brutto) bei Nichtwohngebäuden

Die Förderung von effizienten Wärmepumpen unterstützt das BAFA mit bis zu 35 % der förderfähigen Kosten, bei einem Austausch von Ölheizung zu Wärmepumpe kann die BAFA-Förderung sogar bis zu 45 % der Kosten fördern.

Förderfähige Wärmepumpen

Das BAFA fördert die Errichtung verschiedener Arten von Wärmepumpen, wie z. B. Wärmepumpen

  • zur kombinierten Trinkwassererwärmung und Raumheizung von Gebäuden,
  • zur Raumheizung von Gebäuden oder
  • zur Bereitstellung von Wärme für Wärmenetze.

Nicht unter die BAFA-Förderung fallen 

  • Luft/Luft-Wärmepumpen,
  • sonstige Wärmepumpen, die die erzeugte Wärme direkt an die Luft übertragen sowie
  • Warmwasser-Wärmepumpen.

Voraussetzungen zur Förderung von Wärmepumpen im Neubau

  • Mindest-Jahresarbeitszahl

Elektrisch angetriebenen Wärmepumpen müssen eine Mindest-Jahresarbeitszahl von 4,5 Jahren aufweisen, gasbetriebene Wärmepumpen min. 1,5 Jahre.

  • Verbesserte Systemeffizienz

Außerdem muss eine verbesserte Systemeffizienz vorliegen. Das erreicht der Antragsteller, indem er Wärmepumpen nutzt bzw. installiert, die zusätzliche Anlagenteile oder Sonderbauformen aufweisen und durch weitere Förderung vonseiten des BAFA die Systemeffizienz erhöhen.

  • Qualitätscheck der Wärmepumpen

Die Wärmepumpen sind ein Jahr nach Inbetriebnahme einem Qualitätscheck zu unterziehen, bei dem der Prüfer die berechnete mit der tatsächlich erreichten Jahresarbeitszahl vergleicht.

  • Wärmeübergabesystem

Als Wärmeübergabesystem sind nur Flächenheizungen gestattet.

Voraussetzungen zur Förderung von Wärmepumpen im Gebäudebestand

  • Installiertes Heizungssystem und Wärmemengenzähler

Um Wärmepumpen im Gebäudebestand zu fördern, muss dort bereits seit min. zwei Jahren ein anderes Heizungssystem installiert sein. Dazu gehört der Einbau von min. einem Wärmemengenzähler und die Messung aller durch die Wärmepumpe abgegebenen Wärmemengen. Außerdem gibt es weitere Voraussetzungen für elektrisch und gasbetriebene Wärmepumpen:

elektrisch angetriebene Wärmepumpen
  • Eingebauter Stromzähler, der alle von der Wärmepumpe aufgenommenen Strommengen misst.
  • Mindestjahresarbeitszahlen:
    • 3,8 bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen (bei Raumheizung in Nichtwohngebäuden: 4,0)
    • 3,5 bei Luft/Wasser-Wärmepumpen
gasbetriebene Wärmepumpen
  • Eingebauter Gaszähler, der alle von der Wärmepumpe aufgenommenen Brennstoffmengen misst.
  • Jahresheizzahl nach VDI 4650 Blatt 2 (2013): mindestens 1,25 (bei Raumheizung in Nichtwohngebäuden: 1,3)

 

  • Mindest-Jahresarbeitszahl

Weiter ist die Berechnung der Mindest-Jahresarbeitszahl nach VDI 4650 notwendig, wobei hier die Jahresarbeitszahlen für Raumwärme und Warmwasser zu berücksichtigen sind, genauso wie die Betriebsweise der Wärmepumpe durch den Deckungsanteil.

  • Sonderbauformen

Bei Sonderbauformen von Wärmepumpen, für die es keine normierten Verfahren zur Prüfung des COP-Werts und zur Berechnung der Jahresarbeitszahl gibt, sind Nachweise notwendig, um die BAFA-Förderung in Anspruch zu nehmen. Dazu gehört

  • die Berechnung des COP-Werts und der Nennwärmeleistung und
  • die Berechnung der erforderlichen Mindest-Jahresarbeitszahl.

Letztere dient zur Dokumentation der Einhaltung der erforderlichen Mindest-Jahresarbeitszahl.

  • Nachweis über Druckfestigkeits- und Dichtheitsprüfungen

Der Antragssteller hat einen Nachweis des Herstellers der Wärmepumpen zu liefern, der die entsprechend der EN 378-2:2008 erfolgten Druckfestigkeits- und Dichtheitsprüfungen belegt.

  • Unterweisung des Hausbesitzers durch den Unternehmer

Um einen Antrag auf BAFA-Förderung einzureichen, hat der Fachunternehmer den Hausbesitzer ausreichend über die Anlage zu unterweisen. Dies muss er schriftlich dokumentieren und zusammen mit einer schriftlichen Bestätigung vom Hausbesitzer bzw. Anlagenbetreiber vorweisen. Zusätzlich benötigt der Antragsteller eine Fachunternehmererklärung als Nachweis der Jahresarbeitszahl und des Einbaus der genannten Zähler.

  •  Heizungsanlage

An der Heizungsanlage ist ein hydraulischer Abgleich durchzuführen. Ebenso ist die Heizkurve der Heizungsanlage an das Gebäude anzupassen.

  • COP-Werte und Nennwärmeleistung

Zudem benötigt der Antragsteller einen Nachweis der COP-Werte und der Nennwärmeleistungen. Hierfür zugelassen sind Prüfberichte eines unabhängigen Prüfinstituts und Nachweise auf Grundlage der technischen Voraussetzungen des EHPA-Gütesiegels.

Um einen erfolgreichen Antrag auf Förderung von Wärmepumpen beim BAFA oder der KfW einzureichen, müssen die Antragsteller neben verschiedenen Nachweisen auch alle rechtlichen Vorgaben bei der Planung und Installation ihrer Wärmepumpen beachten. Das Werk „Fachgerechte Planung und Ausführung von konventioneller und regenerativer Haustechnik“ bietet einen umfassenden Überblick über alle gesetzlichen und technischen Anforderungen an Wärmepumpen. Damit haben Handwerker, Installateure, Klempnereien und Architekten direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen zur Hand, mit denen sie Wärmepumpen entsprechend planen, auslegen und ausführen können.

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KfW-Förderung von Wärmepumpen

Die KfW fördert Wärmepumpen mit zinsvergünstigten Darlehen und Tilgungszuschüssen. Allerdings fördert die KfW seit 2020 keine Gebäude oder Einzelmaßnahmen mehr, die Ölheizungen verwenden. Die Heizungsförderung für Einzelmaßnahmen übernimmt seit dem 01.01.2020 fast ausschließlich das BAFA.

Finanzierungsprogramme der KfW

Die KfW bietet verschiedene Förderprogramme für Wärmepumpen an, die sich auf energieeffizientes Sanieren bzw. energieeffizientes Bauen fokussieren:

Energieeffizientes Sanieren

  • Programme 151/152: Die KfW vergibt Kredite für die komplette Sanierung als Effizienzhaus oder für einzelne energetische Maßnahmen mit Tilgungszuschuss.

  • Programm 430: Der Antragsteller erhält einen Investitionszuschuss für energetische Komplettsanierungen oder Einzelmaßnahmen.

  • Programm 167: Die KfW bietet Kredite für neue Heizungsanlagen auf der Basis erneuerbarer Energien (Heizungstausch) ohne Tilgungszuschuss. Dieses Programm ist mit der BAFA-Förderung kombinierbar.

Energieeffizientes Bauen

  • Programm 153: Mit diesem Programm fördert die KfW den Neubau oder Ersterwerb von KfW-Effizienzhäusern mit Krediten und Tilgungszuschüssen.

  • Programm 271: Die KfW unterstützt große effiziente Wärmepumpen (> 100 kW im Auslegungspunkt). Zusätzlich gewährt die KfW einen Tilgungszuschuss von 80 Euro pro kW (auch für kaskadierte Anlagen). Die Tilgungszuschüsse liegen zwischen 10.000 € und max. 100.000 €.

Förderfähige Wärmepumpen

Die KfW fördert Anlagen, die Raumwärme, Warmwasser oder Wärme für Wärmenetze bereitstellen. Errichtet der Antragsteller im Zusammenhang mit einer großen Wärmepumpe eine Erdsondenanlage, fördert die KfW diese ebenfalls. Bis 400 m Bohrtiefe beträgt der Tilgungszuschuss 4 Euro je Meter und bei tieferen Bohrungen 6 Euro je Meter in vertikaler Tiefe. Allerdings fördert die KfW je Vorhaben nur eine Erdsonde.

Voraussetzungen zur KfW-Förderung

Um eine KfW-Förderung zu erhalten, muss der Antragsteller zuvor die durch die Wärmepumpe abgegebene Wärmemenge ermitteln. Außerdem muss ein Strom- bzw. Gaszähler eingebaut sein. Zusätzlich benötigen elektrisch betriebene Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl von min. 3,8 und gasbetriebene Wärmepumpen eine Mindest-Jahresheizzahl von 1,25. Außerdem sind Maßnahmen zur Fernüberwachung aufzuweisen.

Wenn der Antragsteller eine Erdsondenanlage fördern lassen will, muss das Bohrunternehmen nach DVGW W120-2 zertifiziert sein. In diesem Rahmen muss der Antragsteller eine verschuldensunabhängige Versicherung abgeschlossen haben.

Gas-Hybridheizungen

Mit der Erneuerung der Förderbedingungen und den „Richtlinien zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ ist seit 01.01.2020 auch die Förderung von sog. „Gas-Hybridheizungen“ durch das BAFA möglich. Es fördert Gas-Hybridheizungen mit bis zu 30 % der förderfähigen Kosten. 

Voraussetzungen zur Förderung

Voraussetzungen für die Förderung durch das BAFA sind:

  • Die Gas-Brennwertheizung erreicht min. 92 % jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz und wird in Kombination mit einer Solar-, Wärmepumpen- oder Biomasseanlage genutzt.
  • Die thermische Leistung des regenerativen Wärmeerzeugers beträgt min. 25 % der Heizlast. Außerdem ist die Heizlast nach DIN EN 12831 zu erfassen.

Förderfähige Kosten

Die förderfähigen Investitionskosten teilen sich in folgende Bereiche auf:

  • Anschaffungskosten der geförderten Anlage
  • Kosten für Installation und Inbetriebnahme
  • Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen

Nicht förderfähige Kosten

Zu den nicht förderfähigen Kosten zählen u. a.:

  • Wärmeerzeuger, die nicht zu den geförderten Wärmeerzeugern gehören (Ölkessel, Gaskessel ohne Brennwert etc.)
  • Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik
  • Anlagen zur Stromerzeugung
  • Sanitäreinrichtungen
  • Computertechnik und dazugehörige Peripherie
  • Fördermittelberatungen

Quelle: Fachgerechte Planung und Ausführung von konventioneller und regenerativer Haustechnik

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