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"Bildung für nachhaltige Entwicklung: Definition, Ziele und Beispiele"


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Bildung für nachhaltige Entwicklung: Definition, Ziele und Beispiele

Laut einer aktuellen Studie gibt es in Deutschland noch große Unterschiede bei der Umsetzung im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dabei sei das Thema bereits einstimmig wichtiger Bestandteil des deutschen Bildungssystems. Daher wirft dieser Beitrag einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland, welche Ziele dahinter stecken und welche Kernthemen behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was versteht man unter Bildung für nachhaltige Entwicklung?
  2. Welche Ziele verfolgt die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung?
  3. Kernthemen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
  4. Beispiele zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
  5. Fazit: Warum ist Bildung für eine nachhaltige Entwicklung wichtig?

Was versteht man unter Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Begriff, der auf der UN-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 vorgestellt wurde. Er soll (jungen) Menschen weltweit die nötigen Kompetenzen vermitteln, um eigenständig zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen. Sie sollen verstehen, wie sich ihr Handeln auf die Welt auswirkt und so ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln entwickeln. Nachhaltig bedeutet hier, dass Menschen global, gegenwärtig und zukünftig, würdig leben und ihr volles Potenzial innerhalb der planetaren Grenzen entfalten können.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, wurden bereits mehrere Programme veröffentlicht:

  • UN-Dekade BNE (2005–2014)
  • UNESCO-Weltaktionsprogramm BNE (2015–2019)
  • UNESCO-Programm „BNE 2030“ (2020–2030)

An diesen Programmen beteiligen sich zahlreiche Länder – wie auch die Bundesregierung, die dafür einen sog. „Nationalen Aktionsplan BNE“ nutzt. Darin werden verschiedenste Institutionen aufgefordert, die Maßnahmen des Aktionsplans flächendeckend zu realisieren.

Der Nationale Aktionsplan zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung richtet sich vorrangig an folgende Bildungsbereiche:

  • Frühkindliche Bildung (Kindergarten etc.)
  • Schule (Grundschulen, weiterführende Schulen)
  • Berufliche Bildung (Berufsschulen)
  • Hochschule (Universitäten, Fachhochschulen etc.)
  • Non-formales/informelles Lernen (alltägliches Lernen außerhalb von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen)
  • Kommunen (Planung in Städten, Gemeinden und Landkreisen)

In all diesen Bereichen sind innovative Konfliktlösungen, aktuelles Wissen und neue Technologien erforderlich. Aber welchem Zweck dient die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung?

Welche Ziele verfolgt die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung?

Bereits 2015 formulierten die Vereinten Nationen im Rahmen ihrer globalen Nachhaltigkeitsagenda 17 Ziele, die beschreiben, in welchen Bereichen eine stärkere nachhaltige Entwicklung im Allgemeinen notwendig ist. Auch die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung gehört dazu, genauer zum vierten Bildungsziel im Abschnitt 4.7.

Demnach soll bis 2030 sichergestellt sein, dass alle Lernenden die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung erhalten. Ausschlaggebend hierfür ist u. a. die Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen. Die BNE ist somit ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsagenda 2030.

Die insgesamt 17 Ziele der Agenda bestehen aus folgenden Punkten:

  1. Armut in jeder Form und überall beenden
  2. Welthunger vollständig bekämpfen
  3. Gesundheit und Wohlergehen fördern
  4. Hochwertige Bildung weltweit sicherstellen (BNE)
  5. Gleichstellung von Frauen und Männern erreichen
  6. Ausreichend Wasser in bester Qualität zur Verfügung stellen
  7. Bezahlbare und saubere Energie ermöglichen
  8. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erzielen
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur nachhaltig gestalten
  10. Ungleichheiten verringern
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden aufbauen
  12. Nachhaltig produzieren und konsumieren
  13. Weltweit Klimaschutz umsetzen
  14. Leben unter Wasser schützen
  15. Leben an Land schützen
  16. Frieden sowie starke und transparente Institutionen fördern
  17. Globale Partnerschaften vorantreiben

Um diese Ziele zu erreichen, sind alle gefragt: die Regierungen der Länder, die Privatwirtschaft, die Wissenschaft und die Zivilbevölkerung. Wie erfolgreich die Vorhaben bislang umgesetzt wurden, untersuchte die Bundesregierung z. B. in einem Bericht als Zwischenbilanz zum Nationalen Aktionsplan von Mai 2020. Des Weiteren wurde 2023 ein Impulspapier zur Umsetzung des UNESCO-Programms „BNE 2030“ veröffentlicht.

Aktuelle Studie zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Am 20. September 2023 gab die Freie Universität Berlin eine Studie bekannt. Dieses Nationale Monitoring zu BNE wird seit 2015 durchgeführt und untersucht Koalitionsverträge, Nachhaltigkeits- und Klimastrategien sowie Gesetze und Verordnungen des Bundes und der Länder, die sich mit Nachhaltigkeit und BNE befassen.

Die aktuellste Untersuchung kam nun zu folgenden Ergebnissen:

  • Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen ambitionierten Zielsetzungen von Bund und Ländern einerseits und den konkret vorgesehenen Maßnahmen zur praktischen Umsetzung von BNE andererseits.
  • Die Themen Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung wurden bisher nicht ausreichend hoch priorisiert, um die selbstgesetzten Ziele des Nationalen Aktionsplans und anderer Abkommen zu erreichen.
  • Empfohlene Maßnahmen:
    • In allen Bundesländern verbindliche BNE-Strategien entwickeln oder ausweiten, die sich gleichzeitig eng an den vorhandenen Nachhaltigkeits- und Klimastrategien orientieren.
    • Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in geplante Weiterbildungsgesetze aufnehmen.
    • Prüfungen durchführen, inwiefern z. B. Stiftungen ihr Engagement für Nachhaltigkeit in der Bildung erweitern können.

Es besteht also noch großer Handlungsbedarf in Deutschland, um die Vorsätze der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen.

Kernthemen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Inhaltlich befasst sich die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung v. a. mit Aspekten der Umweltbildung, Geschlechtergleichstellung, Menschenrechte, Gewaltlosigkeit und globalen Wertschätzung kultureller Vielfalt. So sollen die Betroffenen verstehen lernen, wie z. B. ihre Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen in ihrer Kommune oder anderen Erdteilen beeinflussen, welche Auswirkungen der eigene Konsum hat und welche globalen Mechanismen zu Konflikten, Krieg und Flucht führen.

So lassen sich als Kernthemen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung u. a. folgende Bereiche ermitteln:

  • Globale Entwicklungen
  • Demokratie und Menschenrechte
  • Diversität und interkulturelle Verständigung
  • Umwelt und natürlich Ressourcen
  • Konsum und Wirtschaft
  • Gesundheit

Damit auch der Lernerfolg zu diesen Themen möglichst nachhaltig ist, benötigen die Lehrkräfte entsprechende Kompetenzen. Um sicherzustellen, dass diese Kompetenzen vorhanden sind, sollten Schulleitungen regelmäßig entsprechende Beurteilungen durchführen.

Wie sich die Kernthemen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung praktisch anwenden lassen, zeigen zahlreiche Beispiele des Bildungswesens.

Beispiele zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Je nach Bildungseinrichtung eignen sich unterschiedliche didaktische Methoden für eine nachhaltige Entwicklung. Im Schulunterricht unterscheiden sich die didaktischen Elemente für BNE grundsätzlich nicht von denen der regulären Unterrichtsplanung. Wichtig ist, dass jedes didaktische Konzept zur Bildung für nachhaltige Entwicklung seine Kernthemen mit den nötigen methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen verbindet.

Passende Themen für den Schulunterricht zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sind beispielsweise:

Als Formate zur Vermittlung dieser Themen eignen sich etwa Rollenspiele, Debatten, Videodrehs, Ausflüge zu außerschulischen Lernorten oder andere Formen des Projektunterrichts.

Wie die Schulen in Deutschland Maßnahmen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführen, zeigt ein Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 09. Februar 2023. Darin präsentiert die KMK beispielhafte Richtlinien der jeweiligen Länder.

Fazit: Warum ist Bildung für eine nachhaltige Entwicklung wichtig?

Mit einer Bildung für nachhaltige Entwicklung stellen wir sicher, dass (junge) Menschen die notwendigen Fähigkeiten erlernen, unseren Planeten verantwortungsvoll zu gestalten. Denn nur mit einer nachhaltigen Entwicklung haben alle Menschen die Chance, ein Leben in Frieden zu leben und ein dauerhaft tragfähiges Ökosystem zu erstellen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass mit der BNE Kompetenzen wie diese vermittelt werden:

  • Vorausschauendes Denken
  • Fachübergreifendes Wissen
  • Autonomes Handeln
  • Beteiligung an gesellschaftlichen Entscheidungen

Diese Kompetenzen werden sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Kontext vermittelt. Entscheidend ist eine ganzheitliche und transformative Bildung, die sowohl Lerninhalte und -ergebnisse, als auch die Pädagogik und jeweilige Lernumgebung berücksichtigt. Gleichzeitig sind konkretere Maßnahmen von Bund und Ländern erforderlich, damit die Ziele der UNESCO zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung auch in Deutschland erreicht werden können.

Quellen: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)Kultusministerkonferenz (KMK)Stiftung éducation21

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