Wie kann man die Klassengemeinschaft stärken? Spiele, Übungen und Ideen für Grundschulen

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Nach der langen Phase von Distanzunterricht und Homeschooling können die meisten Schülerinnen und Schüler die Schule wieder in Präsenz besuchen. Doch die lange Pause während der Pandemie und der fehlende Austausch mit anderen Kindern können die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Schulklassen langfristig schwächen. Wie Lehrkräfte dieser Gefahr entgegenwirken und die Klassengemeinschaft auch nach Corona nachhaltig fördern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet Klassengemeinschaft?
  2. Spiele und Projekte zur Stärkung der Klassengemeinschaft
  3. Klassengemeinschaft fördern nach Corona

Was bedeutet Klassengemeinschaft?

Als Klassengemeinschaft wird die soziale Einheit innerhalb einer Schulklasse bezeichnet. Sie ist insbesondere am Verhalten der Kinder untereinander erkennbar: In einer idealen Klassengemeinschaft begegnen sich alle Kinder auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt und Empathie. Alle genießen ein großes Gemeinschaftsgefühl und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Die Klassengemeinschaft bildet sich bereits zu Beginn eines Schuljahres oder wenn eine Klasse neu zusammengesetzt wird. Eine fehlende oder nicht ausreichend inklusive Gemeinschaft kann zur Ausgrenzung einzelner Kinder führen. Daher müssen Lehrkräfte durch geeignete Maßnahmen das Wir-Gefühl und den Zusammenhalt innerhalb der Klasse unterstützen. Gleichzeitig stehen sie bei Problemen oder Konflikten beratend zur Seite und bauen ein festes Vertrauensverhältnis zu ihren Schülerinnen und Schülern auf.

Warum ist Klassengemeinschaft wichtig?

Ein starker Zusammenhalt innerhalb der Klasse ist wichtig, da er die persönliche Entwicklung und Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördert. Die Zugehörigkeit zur Schule und insbesondere zur eigenen Schulklasse sind wichtige Bestandteile der sozialen Identität der Kinder. Sie entwickeln nicht nur eine persönliche Identität (eigene Persönlichkeitsmerkmale, Vorlieben und Werte), sondern auch eine soziale Identität, die aus den unterschiedlichen Zugehörigkeiten zu Gruppen entsteht (Familie, Freundeskreis, Schule). Zu diesen Gruppen gehört auch die Klasse und damit verbunden die Gemeinschaft innerhalb dieser Gruppe. Gerade in der Grundschule ist dieser Bereich wichtig für die eigene Identitätsentwicklung der Kinder.

So ist die Klassengemeinschaft ausschlaggebend für folgende Aspekte in der Persönlichkeitsentwicklung:

  • Verständnis für unterschiedliche Meinungen, Empfindungen und Vorlieben
  • Geben und Annehmen von konstruktivem Feedback
  • Teamfähigkeit und harmonisches Miteinander
  • Aktives Zuhören und das Vermitteln von Ich-Botschaften
  • Empathie und Solidarität

→ Die Beziehungsfähigkeit, soziale Kompetenzen sowie die Konfliktkultur und das soziale Lernen werden in der Klassengemeinschaft langfristig gefördert.

Gleichzeitig beugt ein positives Klassenklima Problemen wie Mobbing, Cybermobbing oder sexualisierter Peergewalt vor. Es lassen sich sogar psychische Erkrankungen wie Depressionen bei Kindern vorbeugen, wenn sie sich in der Klasse akzeptiert und integriert fühlen. Falls Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte dennoch Unterstützung benötigen, um Schülerinnen und Schülern bei privaten oder schulischen Konflikten zu helfen, gibt es das Praxishandbuch „Schulsozialarbeit“. Es erleichtert Schulen die Umsetzung der Methoden aus der Sozialen Arbeit und enthält praktische Tipps, mit denen Lehrkräfte die Problemlagen von Schülerinnen, Schülern sowie deren Eltern besser verstehen und lösen können.

→ Informieren Sie sich jetzt, wie Sie Ihre Schülerinnen und Schüler bei Problemen durch gezielte Schulsozialarbeit unterstützen können!

Was ist wichtig für eine gute Klassengemeinschaft?

Für eine gute Klassengemeinschaft sollten insbesondere folgende Kriterien erfüllt sein:

Kriterium Beschreibung
Vorbereiteter Klassenraum
  • Kurze Wege zu jedem Schüler und jeder Schülerin sowie zu jedem „Brennpunkt“ im Klassenraum
  • Ausreichend durchdachte Sitzplatzanordnungen
  • Strukturierte Funktionsbereiche des Klassenzimmers
Festgelegte Verhaltensregeln
  • Klare Vermittlung und Anwendung von Routinen und Verhaltensregeln für einen guten Unterricht, z. B. zu folgenden Themen:
  • Konsequenzen bei erwünschtem und unerwünschtem Verhalten
Positiv gestaltetes Lern- und Klassenklima
Beobachtung der Schüleraktivitäten und prozessbegleitende Diagnostik
  • Beobachtung sozialer Prozesse im Unterricht und in der Pause
    → Frühzeitige Erkennung möglicher Störungen
Fachgerechter Unterricht
  • Motivierende und aktivierende Unterrichtsinhalte
  • Verständliche Sprache
  • Kooperative Lernformate (z. B. Partner- oder Gruppenarbeiten)

Wie kann ich die Klassengemeinschaft stärken?

Mit welchem Maßnahmen können Lehrkräfte den Zusammenhalt und die Gemeinschaft innerhalb der Klasse fördern? Eine Möglichkeit sind passende Spiele und Projekte, die die Lehrkräfte mit den Kindern durchführen.

Durch solche Maßnahmen haben die Kinder gemeinsam Spaß – gleichzeitig erleben sie ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Gleichwertigkeit in der Gruppe. Ihnen wird deutlich, dass es sich gut anfühlt, wenn sie sich gegenseitig helfen und gemeinsam Aufgaben bewältigen.

Der folgende Abschnitt soll Lehrkräften Ideen liefern, wie sie mit konkreten Übungen die Gemeinschaft ihrer Schulklasse stärken.

Spiele und Projekte zur Stärkung der Klassengemeinschaft

Die nachfolgenden Übungen fokussieren jeweils bestimmte Bereiche der Klassengemeinschaft in der Grundschule. Je nach Bedarf kann die Lehrkraft passende Spiele vorbereiten und ausprobieren. Die Übungen sind so ausgelegt, dass sie möglichst spielerisch und nachhaltig die Klassengemeinschaft stärken.

• Spiele für mehr Wertschätzung in der Klasse

Geheimer Freund
Vorbereitung:
  • Vorschläge in der Klasse sammeln, wie man einander freundlich begegnen, füreinander sorgen oder jemandem eine Freude machen kann.
  • Kleine Zettel mit Namen aller anwesenden Kinder anfertigen.
Ablauf:
  • Jedes Kind zieht heimlich einen Zettel mit dem Namen eines Mitschülers oder einer Mitschülerin. Dabei darf das Kind auf dem Zettel nicht mitbekommen, von wem es gezogen wurde.
  • Am nächsten Tag sollen alle ihrem gezogenen Namen etwas Gutes tun. Ideen hierfür haben die Kinder bereits bei der Vorbereitung für dieses Spiel gesammelt.
  • Am Ende der Übung werden alle Kinder befragt, ob sie etwas vom Handeln ihres „geheimen Freundes“ mitbekommen haben und wen sie dahinter vermuten.

 

Das Komplimente-Scheckheft
Vorbereitung:
  • Blanko-Scheckhefte ausdrucken und verteilen.
    → Entsprechende Vorlagen finden Lehrkräfte hier.
  • Kinder in Paare einteilen (z. B. Sitznachbarn und Sitznachbarinnen oder durch Losen bestimmen)
    → Die Kinder können ggf. auch selbst bestimmen, wem sie einen Scheck ausschreiben wollen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass einige Kinder gleich mehrere Briefe bekommen, während andere gar keine erhalten.
Ablauf:
  • Jedes Kind füllt einen der ausgedruckten Schecks aus, indem es folgende Angaben ergänzt:
    • Liebe.../Lieber ...
    • Ich wollte dir immer schon einmal sagen, dass ...

• Übung, die den Zusammenhalt stärkt

Zählen bis 20
Vorbereitung:
  • keine
Ablauf:
  • Alle Kinder zählen nacheinander von 1 bis 20. Dabei darf jede Zahl nur von einem Kind genannt werden – die Kinder dürfen sich vorher jedoch nicht absprechen, wann wer welche Zahl sagt.
  • Wird eine Zahl von mehr als einem Kind genannt, beginnt das Zählen wieder bei 1. Das Ganze geht so lange, bis die Klasse es geschafft hat, bis 20 zu zählen.
  • Am Anfang erscheint diese Übung sehr schwierig, aber nach einigen Fehlversuchen schafft es die Klasse meist ohne Fehler zu zählen, wodurch alle Kinder entsprechend stolz auf ihre Leistung sind.

• Spiele für mehr Achtsamkeit aufeinander

Pantomimische Post
Vorbereitung:
  • Die Kinder sitzen im Stuhlkreis.
  • Ein Kind wurde ausgewählt, das das Spiel beginnen darf.
Ablauf:
  • Alle Kinder haben die Augen geschlossen.
  • Das Kind, das das Spiel anfängt, überlegt sich ein Wort oder eine Handlung und wie den Begriff pantomimisch darstellen kann.
  • Das Kind öffnet die Augen, sucht sich ein anderes Kind aus und fordert es auf, ebenfalls die Augen zu öffnen. Daraufhin zeigt das erste Kind dem zweiten lautlos die Pose, die es sich vorher überlegt hat. Dann schließt es die Augen.
  • Jetzt muss das zweite Kind ein drittes bestimmen, dass die Augen öffnet und zeigt ihm die Pose, die es vom ersten Kind gezeigt bekommen hat. Anschließend macht das zweite Kind die Augen zu und das dritte muss sich ein viertes Kind suchen, dem es die Pose zeigt, usw.
  • Am Ende muss das letzte Kind erraten, welchen Begriff sich das erste Kind ursprünglich ausgesucht hat.

 

Nachts im Museum
Vorbereitung:
  • Jedes Kind überlegt sich eine Pose, die es ggf. für mehrere Minuten einnehmen kann.
  • Die Lehrkraft bestimmt ein Kind als „Museumswärter“.
Ablauf:
  • Alle Kinder stehen oder sitzen in der Pose, die sie sich vorher einzeln überlegt haben.
  • Der Museumswärter geht durch das Klassenzimmer und prägt sich den Raum sowie die Posen genau ein. Anschließend verlässt er das Zimmer.
  • Die Lehrkraft entscheidet sich für einen der folgenden Schritte:
    • Ein Kind ändert seine Pose leicht.
    • Zwei Kinder tauschen Plätze.
    • Ein Kind nimmt einen Gegenstand in der Hand.
  • Anschließend kommt der Museumswärter wieder in das Zimmer und schaut sich genau um. Dabei muss er erkennen, welches Kind seine Pose geändert oder welche Personen Platz getauscht haben.

• Ausflüge für eine starke Klassengemeinschaft

Schulveranstaltungen sind eine weitere effektive Maßnahme, um die Klassengemeinschaft zu stärken. Mögliche Ausflüge oder Projekte sind z. B.:

  • Klassenfahrten (Museumsbesuch, Theater, Besuch bei der Feuerwehr, aber auch mehrtätige Ausflüge)
  • Sportfeste
  • Tag der offenen Tür
  • Schulgottesdienste
  • Laternenumzüge
  • Weihnachtsfeiern

Anhand der Gruppenbildung, die sich auf solchen Ausflügen ergibt, erkennen Lehrkräfte meist schnell, welche Schülerinnen und Schüler voll integriert sind und ob ggf. welche zu den Randgruppen gehören. Letzteren sollte die Lehrkraft besondere Aufmerksamkeit schenken und pädagogische Hilfe anbieten.

Klassengemeinschaft fördern nach Corona

Von den Corona-Maßnahmen sind in der Vergangenheit insbesondere die Kinder betroffen gewesen: Sie mussten ins Homeschooling oder in den Wechselunterricht und hatten keinen regelmäßigen Kontakt mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Dafür mussten sowohl die Lehrkräfte digitale Kompetenzen entwickeln als auch die Kinder ihre Medienkompetenz ausweiten. Allerdings hat genau diese Ausnahmesituation z. T. besonders in bildungsferneren Haushalten oder in Familien mit geringem Einkommen zur Vernachlässigung der Kinder geführt. Damit hat sich auch die soziale Ungleichheit verschärft.

Deshalb ist es umso wichtiger, die Klassengemeinschaft wiederaufzubauen und zu stärken, wenn Präsenzunterricht wieder möglich ist. Um die entstandenen Defizite schnellstmöglich aufzuholen, sollten Lehrkräfte nicht nur verstärkt die weiter oben beschriebenen Maßnahmen und Übungen nutzen.

Nach der langen Pause des gewöhnlichen Schulbetriebs müssen sich die Kinder innerhalb der Klasse wieder gewissermaßen neu kennenlernen. Der nächste Abschnitt zeigt Spiele, die eine solche erneute Kennlernphase unterstützen und damit besonders geeignet sind, um nach Corona die Klassengemeinschaft zu stärken.

• Spiele für die Klassengemeinschaft nach Corona

Bingo-Interview
Vorbereitung:
  • Die Lehrkraft druckt ein Bingofeld aus, in dessen Feldern verschiedene Aussagen stehen, z. B.:
    • Finde ein Kind, das in den Sommerferien am Meer war.
    • Finde ein Kind, das ein Instrument spielt.
    • Finde ein Kind, das sich wieder einmal mit dir verabreden möchte.
  • Jedes Kind benötigt einen Stift.
Ablauf:
  • Alle Kinder laufen mit ihrem Bingozettel und einem Stift los.
  • Für jede Aussage im Bingofeld muss ein Kind einen anderen Klassenkameraden oder eine Klassenkameradin finden, auf den bzw. die die Aussage zutrifft. Findet das Kind eine solche Person, kann es das Feld durchstreichen und den Namen der Person dazuschreiben.
  • Am Ende müssen alle Kinder für jedes Bingofeld eine Person gefunden haben.

Neben dem Bingo-Interview eignet sich auch ein Visionboard für die Aufbereitung nach Corona. Hierbei bekommen die Kinder zunächst eine Frage gestellt, z. B.: „Was habe ich ohne Schule am meisten vermisst und worauf freue ich mich jetzt?“ Um die Frage zu beantworten, dürfen die Kinder Abbildungen, Fotos, eigene Zeichnungen, Texte o. ä. mitbringen und daraus ein Plakat gestalten.
→ Fertig ist das Visionboard! Die Lehrkraft kann es im Anschluss im Klassenzimmer aufhängen.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt das „Klassenpuzzle“: Auch hier stellt die Lehrkraft zuerst eine Frage. Anschließend erhält jedes Kind ein Blatt Papier, dass in Form eines Puzzleteils ausgeschnitten ist. (Wichtig: Die ausgeschnittenen Teile müssen am Ende ein Puzzle ergeben!) Jedes Kind darf nun auf seinem Puzzleteil eine Antwort zur Frage aufschreiben. Am Ende werden alle Antworten/Puzzleteile zu einem großen Puzzle zusammengefügt.

• Übungen für Erfahrungsberichte und Verarbeitung der Pandemie

Neben diesen Spielen und Übungen sollten Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern unbedingt Raum geben, in dem sie von ihren (teils sehr unterschiedlichen) Erfahrungen mit der Pandemie berichten können. Hierfür können gesonderte Gesprächsangebote im Klassenverband dienen.

Dabei sollten die Lehrkräfte v. a. auf Kinder mit besonderem Inklusions- und Förderbedarf achten. Sie benötigen ggf. zusätzliche pädagogische Unterstützung, da sie aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten gefährdet sind, aus der Klassengemeinschaft ausgestoßen zu werden. Auch Kinder aus bildungsferneren oder ärmeren Familien könnten entsprechende Hilfe von der Lehrkraft benötigen.

Die folgenden Übungen geben Ideen, wie Lehrkräfte mit den Kindern die Erfahrungen aus der Pandemie aufarbeiten und für das Stärken der Klassengemeinschaft nutzen können.

Wohlfühl-Schatztruhe
Vorbereitung:
  • Die Lehrkraft druckt für jedes Kind ein Blatt Papier mit folgenden Bestandteilen aus:
    • Überschrift: „Was hat mir in den letzten Monaten gutgetan?“
    • Mitte: Abbildung einer Schatztruhe, sodass herum noch genug Platz zum Schreiben bleibt.
Ablauf:
  • Jedes Kind soll sich Gedanken darübermachen, was ihm in den vergangenen Monaten und insbesondere bei der Bewältigung der Krise gutgetan hat.
  • Alle Einfälle notiert das Kind in Blöcken neben der Schatztruhe, ähnlich einer Mindmap.
    → Die Kinder können in späteren Krisen auf ihre positiven Erfahrungen und Methoden zurückblicken, die ihnen bei der Überwindung der Situation geholfen haben.

 

„Steh auf, wenn…“
Vorbereitung:
  • keine
Ablauf:
  • Die Lehrkraft sagt einen Satz, z. B.: „Steh auf, wenn du dich darüber freust, deine Mitschülerinnen und Mitschüler wiederzusehen.“ Wenn die Aussage auf ein Kind zutrifft, muss es aufstehen.
  • Weitere Sätze, die zur Bewältigung der Pandemie geeignet sind: „Steh auf, wenn...
    • ... dir in den letzten Monaten öfters langweilig war.“
    • ... das Lernen zuhause anstrengend war.“
    • ... du froh bist, wieder in die Schule gehen zu können.“
    • ... du es vermisst, deine Freunde zu umarmen.“
    • ... dir das Corona-Virus ein bisschen Angst macht.“
    • ... es in den letzten Monaten zuhause schwieriger war als sonst.“
    • ... du in den letzten Monaten mehr Zeit als sonst vor dem PC/Handy/Fernseher verbracht hast.“
  • Diese Übung dient als Aufwärm- und Auflockerungsspiel.

Corona beeinflusst psychische Gesundheit der Kinder

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Klassengemeinschaft ist die psychische Verfassung der Kinder. Leidet eine Schülerin oder ein Schüler unter psychischen Problemen, fühlt sie oder er sich ggf. nicht mehr wohl in der Klasse und der Verbund innerhalb der Gruppe wird geschwächt. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, dass die anderen Kinder Empathie und Mitgefühl aufzeigen, um das betroffene Kind weiterhin in der Klassengemeinschaft zu halten.

Um diesen Sachverhalt zu untersuchen, hat das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die COPSY-Studie entwickelt. Sie untersucht die Auswirkungen und Folgen der Pandemie auf die psychische und psychosomatische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Hierfür hat das UKE sowohl Eltern als auch Kinder befragt. Verglichen wurden insbesondere die Daten vor der Corona-Pandemie mit den Daten während der ersten Welle im Frühjahr 2020 der zweiten Welle im Winter 2020/2021.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

Klassengemeinschaft-staerken-Corona-COPSY-Studie-Ergebnis-1-Forum-Verlag-Herkert-GmbH
Klassengemeinschaft-staerken-Corona-COPSY-Studie-Ergebnis-2-Forum-Verlag-Herkert-GmbH

Ergebnisse der COPSY-Studie (Ravens-Sieberer & Kaman, 2021a).
Bilder: © FORUM VERLAG HERKERT GmbH

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Corona hat einen negativen Einfluss auf die Gesundheit von Kindern.

Besonders Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten oder aus ärmeren Familien sind betroffen. Um solche Defizite auszugleichen, sollten Lehrkräfte verstärkt Maßnahmen ergreifen, die die Klassengemeinschaft verbessern, und passende Förderkonzepte entwickeln. Wie Lehrkräften, Pädagoginnen und Pädagogen das gelingt, zeigt die Software „Besondere Kinder“. Sie enthält fertige Textbausteine für Entwicklungsberichte und Förderpläne sowie sofort einsetzbare Arbeitsblätter und anderes Unterrichtsmaterial. Damit gelingt der souveräne Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen und die Stärkung der Klassengemeinschaft.

Quellen: „Besondere Kinder“, „Schulsozialarbeit

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