Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

AwSV tritt zum 1. August 2017 in Kraft

© alexmia - Fotolia.com

Am 21. April 2017 wurde im Bundesgesetzblatt (BGBl. I 2017 Nr. 22, S. 905) die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) veröffentlicht. Demnach tritt diese am 1. August 2017 in Kraft und ersetzt so die bislang geltenden Länderverordnungen (VAwS). Damit sind nun die 16 Anlagenverordnungen der Bundesländer in einer Verordnung vereinheitlicht.

Für diese Betriebe gilt die AwSV

Die Verordnung trifft Regelungen für alle Anlagen, in denen mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird; dazu zählen u. a. Tankstellen oder Galvanikanlagen, aber auch private Heizölbehälter.

Anlagenbetreiber müssen Stoffe einstufen

Eine wichtige Regelung besteht in der Verpflichtung von Anlagenbetreibern zur Einstufung der Stoffe und Gemische, mit denen in der Anlage umgegangen wird. Hierbei können diese entweder als nicht wassergefährdend eingestuft oder einer der drei Wassergefährdungsklassen zugeordnet werden.

Diese Regelung greift nicht, wenn eine solche Einstufung bereits vorgenommen und vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurde.

AwSV schreibt Rückhalteeinrichtungen vor

Wesentlich ist außerdem das Erfüllen der technischen Grundsatzanforderungen für diese Anlagen: sämtliche Behälter, die wassergefährdende Stoffe enthalten, haben während der gesamten Betriebszeit dicht zu sein; verantwortlich für den Erhalt dieses Zustandes ist wiederum der Betreiber.

Falls dies nicht der Fall ist, sind Maßnahmen einzuleiten, die eine Schädigung von Gewässern abwenden. Besonders für Anlagen mit größerem Risikopotential gilt deshalb: Für den Ernstfall müssen Rückhalteeinrichtungen vorhanden sein, um potentielle Schäden verhindern zu können.

Nicht für alle betroffenen Anlagen können diese Anforderungen jedoch umfassend umgesetzt werden. Hier gelten deshalb Ausnahmeregelungen.

Dieses Buch liefert einen kompakten Überblick über alle Änderungen und Anforderungen der neuen AwSV. Jetzt bestellen!

Verordnung regelt Anforderungen an Prüfer

Die Hauptverantwortung für die betriebene Anlage trägt der Betreiber; eine Prüfung durch externe Sachverständige trägt aber dazu bei, einen störfreien Betrieb zu gewährleisten.

Die AwSV setzt fest, welche Voraussetzungen Sachverständigenorganisationen zur Anerkennung zu erfüllen und welchen Mindestanforderungen Prüfer zu entsprechen haben.

Arbeiten an Anlagen

Sicherheitstechnisch bedeutsame Arbeiten an den Anlagen dürfen nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die einer Überwachung von Sachverständigenorganisationen unterstehen oder durch Güte- und Überwachungsgemeinschaften kontrolliert werden. Maßgebend für das Qualitätsniveau eines Fachbetriebes ist seine Fachkunde und Erfahrung. 

Zusatzregelung zu JGS-Anlagen

Schließlich regelt die Verordnung auch die sogenannten JGS-Anlagen (Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silagesickersaft und vergleichbaren in der Landwirtschaft anfallenden Stoffen). Diese müssen so betrieben werden, dass keine wassergefährdenden Stoffe austreten, und für Störfälle eine rasche und zuverlässige Beseitigung gewährleistet ist.

Quellen: TÜV Süd (Stand: 26.04.2017), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (Stand: 26.04.2017)

 

Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.
Mehr zum Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit: