Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Der Brandschutzbeauftragte kann ein benannter Mitarbeiter, aber auch eine extern bestellte Kraft sein. Die Bestellung dieser Person ist in unterschiedlichen Vorschriften geregelt, aber nicht immer verpflichtend. Welche Aufgaben der Brandschutzbeauftragte auf Grundlage welcher Ausbildung dann im Unternehmen erfüllt, erfahren Sie hier.

Inhalte

Bestellung zum Brandschutzbeauftragten 
Aufgaben und Pflichten des Brandschutzbeauftragten
Stellung und Qualifikation von Brandschutzbeauftragten
Ausbildung und Fortbildung zum Brandschutzbeauftragten gem. vfdb

Bestellung zum Brandschutzbeauftragten 

Arbeitgeber bestellen Brandschutzbeauftragte aus Eigeninteresse, aufgrund von versicherungstechnischen Vorgaben oder gesetzlichen Vorschriften. Grundsätzlich gilt: Der Brandschutzbeauftragte muss schriftlich bestellt werden. Eine mündliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter hat keine offizielle Gültigkeit. 

Der Vertrag mit einem BSB muss gemäß DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ den Zuständigkeitsbereich, die Rahmenbedingungen sowie die Aufgaben definieren. 

So kann das dann aussehen: 


 

Beauftragte Person  Auftraggeber 
Name:  Name:                         
Straße:  Straße: 
PLZ/Ort:  PLZ/Ort:

Bestellung zur/zum Brandschutzbeauftragten 

Sehr geehrte Frau/Sehr geehrter Herr _________________________________________________________

in Ergänzung zu Ihrem Arbeitsvertrag vom _____________________ bestellen wir Sie hiermit 

für (Zuständigkeitsbereich) __________________________________________________________________

mit Wirkung zum ______________________________________________ zur/zum Brandschutzbeauftragten.

Die Gesamtverantwortung des Arbeitgebers bleibt unberührt.

Sie sind in der Funktion der/des Brandschutzbeauftragten unmittelbar dem Arbeitgeber unterstellt und werden zu allen den Brandschutz betreffenden Fragestellungen des Unternehmens – schon bei der Planung – rechtzeitig eingebunden. Darüber hinaus beraten und unterstützen Sie den Arbeitgeber in allen Fragen des Brandschutzes. In Angelegenheiten des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes haben Sie den Arbeitgeber über die im Rahmen Ihrer Tätigkeit von Ihnen vorgenommenen Prüfungen zu berichten und die festgestellten Mängel umgehend zu melden.

Die für Ihre Tätigkeit als Brandschutzbeauftragte/-r erforderlichen Fachkenntnisse gemäß der einheitlichen Richtlinie „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ (vfdb 12-09-01:2014-08, DGUV Information 205-003, VdS 3111) müssen Sie nachgewiesen haben. Außerdem wurden Sie in die betrieblichen Gegebenheiten eingewiesen.

Ihnen werden für die Erfüllung Ihrer Aufgaben die erforderliche Arbeitszeit, die benötigten Arbeitsmittel und Fortbildungen gemäß der o. g. Richtlinie unter Berücksichtigung der betrieblichen Belange ermöglicht.

Zudem sind Sie bei der Anwendung Ihrer brandschutztechnischen Fachkunde weisungsfrei. Sie dürfen wegen der Erfüllung der Ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Die mit Ihrer Bestellung verbundenen Aufgaben sind rückseitig aufgeführt. Jede Änderung dieser Tätigkeiten ist schriftlich zu fixieren und von den Unterzeichnern zu bestätigen.

(Ort) ______________________________________________, den ___________________________________________________
(Unterschriften: Geschäftsleitung und Brandschutzbeauftragter) _______________________________________________________

 


Auf der zweiten Seite der Bestellung sollten schließlich die Aufgaben des Brandschutzbeauftragten aufgeführt werden. Einen kostenlosen Mustervertrag zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten können Sie hier herunterladen und direkt verwenden.

Hinweis: Bei der Bestellung eines externen Brandschutzbeauftragten aufgrund von gesetzlichen oder behördlichen Auflagen kann gegebenenfalls eine Zustimmung der zuständigen Behörde notwendig sein. 

Rechtliche Vorschriften zur Bestellung eines BSB

Unter bestimmten Voraussetzungen wird die Bestellung bzw. Ernennung zum Brandschutzbeauftragten in folgenden gesetzlichen Vorschriften gefordert: 

  • Muster-Industriebaurichtlinie (MIndBauRL)
  • Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO) 
  • Muster-Verkaufsstättenverordnung (MVkVO, § 27) 
  • Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) 

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung oder aufgrund der Fürsorgeverantwortung des Arbeitgebers können außerdem folgende Vorschriften greifen. Dies ist jedoch individuell zu klären

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) 
  • Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • DGUV Information 205-003

Trifft eine dieser Vorschriften auf den Betrieb zu, muss sie auch beachtet werden. 

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Aufgaben und Pflichten des Brandschutzbeauftragten  

Brandschutzbeauftragte sind Teil der betrieblichen Brandschutzorganisation und in erster Linie zentrale Ansprechpartner für alle Brandschutzfragen im Betrieb. Die konkreten Aufgaben und Pflichten ergeben sich u. a. aus folgenden Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien:

  • §§ 10, 13 (5) Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • § 22 DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention”
  • 7.4 ASR A2.2
  • vfdb-Richtlinie 12-09-01:2014-08 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“
  • DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“
  • VdS 3111 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“

Aufgaben des Brandschutzbeauftragten 

  • Erstellen/Fortschreiben der Brandschutzordnung (Teile A, B, C)
  • Mitwirken bei Beurteilungen der Brandgefährdung an Arbeitsplätzen
  • Beraten bei feuergefährlichen Arbeitsverfahren und beim Einsatz brennbarer Arbeitsstoffe
  • Mitwirken bei der Ermittlung von Brand- und Explosionsgefahren
  • Mitwirken bei der Ausarbeitung von Betriebsanweisungen, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei der Umsetzung behördlicher Anordnungen und bei Anforderungen des Feuerversicherers
  • Mitwirken bei der Einhaltung von Brandschutzbestimmungen bei Neu‑, Um- und Erweiterungsbauten, Nutzungsänderungen, Anmietungen und Beschaffungen
  • Beraten bei der Ausstattung der Arbeitsstätten mit Feuerlöscheinrichtungen und Auswahl der Löschmittel
  • Mitwirken bei der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes
  • Kontrollieren, dass Brandschutzpläne usw. aktuell sind, ggf. Aktualisierung veranlassen und dabei mitwirken
  • Planen, Organisieren und Durchführen von Räumungsübungen
  • Teilnehmen an behördlichen Brandschauen und Durchführen von internen Brandschutzbegehungen
  • Melden von Mängeln und Maßnahmen zu deren Beseitigung vorschlagen und die Mängelbeseitigung überwachen
  • Unterstützen der Führungskräfte bei den regelmäßigen Unterweisungen der Beschäftigten im Brandschutz
  • Aus- und Fortbilden von Beschäftigten mit besonderen Aufgaben in einem Brandfall, z. B. in der Handhabung von Feuerlöscheinrichtungen (Brandschutzhelfer gemäß ASR A2.2)
  • Prüfen der Lagerung und/oder der Einrichtungen zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten, Gasen usw.
  • Kontrollieren der Sicherheitskennzeichnungen für Brandschutzeinrichtungen und für die Flucht- und Rettungswege
  • Überwachen der Benutzbarkeit von Flucht- und Rettungswegen
  • Organisation und Sicherstellung der Prüfung und Wartung von brandschutztechnischen Einrichtungen
  • Kontrollieren, dass festgelegte Brandschutzmaßnahmen z. B. bei feuergefährlichen Arbeiten eingehalten werden
  • Mitwirken bei der Festlegung von Ersatzmaßnahmen bei Ausfall und Außerbetriebsetzung von brandschutztechnischen Einrichtungen
  • Unterstützen des Unternehmers bei Gesprächen mit den Brandschutzbehörden und Feuerwehren, den Feuerversicherern, den Unfallversicherungsträgern, den staatlichen Arbeitsschutzbehörden usw.
  • Stellungnahme zu Investitionsentscheidungen, die Belange des Brandschutzes betreffen
  • Mitwirken bei der Implementierung von präventiven und reaktiven (Schutz)maßnahmen im Notfallmanagement
  • Dokumentieren der Tätigkeiten im Brandschutz (Jahresbericht)

Die Tätigkeit des Brandschutzbeauftragten muss nicht unbedingt in Vollzeit ausgeführt werden. Ein Mitarbeiter, der geeignet und entsprechend ausgebildet wurde, kann diese Tätigkeit auch neben seinen eigentlichen Aufgaben erledigen.

Auf der anderen Seite kann es in großen Unternehmen erforderlich sein, mehrere Brandschutzbeauftragte zu bestellen. 

Stellung und Qualifikation von Brandschutzbeauftragten 

Der Brandschutzbeauftragte sollte dem Arbeitgeber unmittelbar unterstellt sein und diesen hinsichtlich brandschutzrelevanter Fragen beraten. Die Entscheidungskraft bleibt jedoch beim Arbeitgeber. In der Regel arbeitet der Brandschutzbeauftragte weisungsfrei und darf grundsätzlich nicht wegen seiner Tätigkeit benachteiligt werden. 

Der Brandschutzbeauftragte trägt lediglich die Verantwortung dafür, dass er die ihm übertragenen Aufgaben ordnungsgemäß erledigt. Um dies nachweisen zu können, ist eine Dokumentation seiner Tätigkeiten enorm wichtig. Die gesetzliche Verantwortung hinsichtlich der betrieblichen Sicherheit liegt aber weiterhin beim Arbeitgeber und kann nicht rechtlich bindend übertragen werden.  

Qualifikation 

Brandschutzbeauftragte sollten Grundkenntnisse in der Brandschutzorganisation eines Betriebs sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringen. Die Fachrichtung der Ausbildung ist dabei nicht relevant. 

Für Betriebe, in denen mit erhöhter Brandgefährdung zu rechnen ist, ist es empfehlenswert, eine Person zu benennen, die 

  • eine feuerwehrtechnische Ausbildung 
  • eine Werkfeuerwehrausbildung
  • ein Studium mit Studienschwerpunkt Brandschutz oder
  • Erfahrung als Fachkraft für Arbeitssicherheit 

vorweisen kann. 

Hinweis: Arbeitgeber sollten darauf achten, dass der Brandschutzbeauftragte bei den Kollegen anerkannt ist, sodass seine Weisungen auch angenommen werden. 

Ausbildung und Fortbildung gem. vfdb

In der Regel ist jeder Mitarbeiter geeignet, der sich zum BSB hat ausbilden lassen und die erforderliche Prüfung abgelegt hat. Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb), die in Deutschland federführend ist, empfiehlt eine Ausbildung nach ihren Regelungen. 

Die Ausbildung gem. vfdb enthält neun Schwerpunkte, die in 64 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten absolviert werden: 

  1. Rechtliche Grundlagen 
  2. Brandlehre
  3. Brand- und Explosionsgefahren, Brandrisiken
  4. Baulicher Brandschutz
  5. (Anlagen)technischer Brandschutz 
  6. Handbetätigte Geräte zur Brandbekämpfung 
  7. Organisatorischer Brandschutz und Brandschutzmanagement 
  8. Zusammenarbeit mit Behörden, der Feuerwehr, dem Versicherer 
  9. Abschlussprüfung mündlich und schriftlich 

Eine Weiterbildung wird laut vfdb alle 3 Jahre notwendig. (juse)

Quelle: „Sicherheitshandbuch Brandschutz“

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