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Homeschooling in Deutschland: Definition, Ausnahmen sowie Vor- und Nachteile

© ake1150 – stock.adobe.com

Homeschooling, das (digitale) Unterrichten von Zuhause, war in Deutschland, insbesondere während der Corona-Pandemie, ein kontrovers diskutiertes Thema. Inzwischen gilt bundesweit wieder die allgemeine Schul- und Präsenzpflicht, sodass das Homeschooling etwas in den Hintergrund rückt. Doch noch heute gibt es immer wieder Diskussionen, ob Homeschooling eine geeignete Alternative zum Präsenzunterricht ist oder nicht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Homeschooling? – Definition
  2. Was sind die Vor- und Nachteile von Homeschooling?
  3. Homeschooling in Deutschland

Was ist Homeschooling? – Definition

Homeschooling (engl. für „Hausunterricht“) ist eine Unterrichtsform, bei der Schülerinnen und Schüler von zu Hause aus unterrichtet werden. Dieser Unterricht kann sowohl analog als auch digital erfolgen, sodass beim Homeschooling zwischen zwei Arten unterschieden wird:

Privatunterricht Homeschooling
Beim analogen Hausunterricht wird ein Kind zu Hause von seinen Eltern oder einer privaten Lehrkraft unterrichtet – entweder alleine oder in Kleingruppen. Abgesehen davon erfolgt i. d. R. kein Austausch mit anderen Schülerinnen und Schülern. Im digitalen Homeschooling wird der reguläre Präsenzunterricht einer gesamten Klasse über digitale Medien abgehalten. Die Lehrkräfte vermitteln den Lernstoff über virtuelle Klassenzimmer, gemeinsame Lernplattformen und andere digitale Lernangebote. Teils gibt es anstelle analoger Prüfungen alternative Leistungskontrollen wie digitale Präsentationen und am Computer geschriebene Texte.

Hinweis: In Deutschland wird der Begriff „Homeschooling“ seit der Corona-Pandemie oftmals für den digitalen Distanzunterricht einer Schulklasse verwendet. Daher geht der folgende Beitrag vorrangig auf das Homeschooling als Betreuung gesamter Schulklassen ein und nicht auf Homeschooling als Synonym für privaten Einzelunterricht.

Was sind die Vor- und Nachteile von Homeschooling?

Über das Thema Homeschooling wird auch in Deutschland spätestens seit der Corona-Krise viel diskutiert. Auf der einen Seite loben viele den nächsten Schritt zur Digitalisierung in der Schule. Gleichzeitig wird oftmals kritisiert, dass das Homeschooling das soziale Ungleichgewicht weiter verstärke und Bildungsgerechtigkeit verhindere.

Beispielhaft bringt Homeschooling folgende Chancen und Risiken mit sich:

Vorteile von Homeschooling Nachteile von Homeschooling
  • Beim digitalen Homeschooling trainieren Schülerinnen und Schüler ihre digitalen Medienkompetenzen. Zudem fördern sie ihr Zeitmanagement und ihre Eigenverantwortung hinsichtlich der Erledigung von Aufgaben.
  • Problemen wie Gewalt oder Mobbing in der Schule kann vorgebeugt werden.
  • Digitales Homeschooling kann die Aufmerksamkeit auf die teils mangelhafte technische Ausstattung der Schulen lenken. Das unterstützt den Ausbau der Digitalisierung im Schulwesen und kann die Effizienz von Fernunterricht optimieren.
  • Durch verschiedene Lernsituationen bei den Schülerinnen und Schülern zu Hause (z. B. ungleiche technische Ausstattung) kann Homeschooling kein einheitliches Lernen sicherstellen.
  • Homeschooling kann sozial benachteiligte, ärmere und bildungsfernere Familien negativer beeinflussen als andere Familien und so das soziale Ungleichgewicht verstärken.
  • Das soziale Lernen wird weniger stark gefördert.
    → Es fehlt am regelmäßigen Zusammensein mit Gleichaltrigen, sodass wichtige soziale KompetenzenInklusion und die Klassengemeinschaft zu kurz kommen können.
    → Auch Projekte an außerschulischen Lernorten kommen seltener zum Einsatz.

→ Sowohl im Homeschooling als auch im Präsenzunterricht kommt in immer mehr Schulen Künstliche Intelligenz (KI) wie ChatGPT zum Einsatz. Mehr Informationen dazu liefert der Beitrag „KI in der Schule: Fluch oder Segen? – Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Gefahren“.

Eine weitere Herausforderung im Homeschooling: Lernschwierigkeiten oder mögliche Defizite in der Entwicklung von Schülerinnen und Schülern erkennen. Denn im digitalen Umfeld von Chatrooms und Co. benötigen die Lehrkräfte zusätzliche digitale Kompetenzen, um weiterhin allen Kindern und Jugendlichen eine individuelle Förderung zu ermöglichen.

Wie Pädagoginnen und Pädagogen mit entsprechenden Kompetenzen Entwicklungsdefizite feststellen, zeigt ihnen die Software „Besondere Kinder“. Sie bietet passende Fragebögen und Textbausteine, um Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen zu erfassen.

Sind etwaige Defizite ermittelt, müssen die Schulen (auch im Homeschooling) zeitnah handeln, um Schülerinnen und Schülern möglichst hohe Teilhabechancen zu ermöglichen. Hier setzt das Praxishandbuch „Schulsozialarbeit“ an, welches die Schulen bei der Konzeption, Umsetzung und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit unterstützt.

Doch sind Homeschooling und Privatunterricht in Deutschland überhaupt erlaubt?

Homeschooling in Deutschland

Auch heute noch setzen vereinzelt Schulen in Deutschland auf das Homeschooling. So schickten Ende November 2023 z. B. zwei Grundschulen in Niedersachsen ihre Schülerinnen und Schüler ins Homeschooling, da der Krankenstand in der Schule so hoch war.

In diesem Zusammenhang ist derzeit noch offen, ob das Homeschooling künftig wieder öfters zum Einsatz kommt, sollte sich etwa der Lehrermangel weiter verschärfen. Dann könnten im Notfall die vorhandenen Lehrkräfte mithilfe von Homeschooling mehr Kinder und Jugendliche gleichzeitig betreuen. Ein Vorhaben, das sich online einfacher umsetzen lässt als im Klassenzimmer vor Ort.

Wo ist Homeschooling erlaubt?

Homeschooling als Synonym für Privatunterricht zu Hause ist in vielen Ländern weltweit erlaubt. In Europa beispielsweise dürfen Eltern in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich und Polen ihre Kinder von Zuhause unterrichten. Aber auch in großen Ländern wie den USA, Großbritannien, Kanada und Australien ist Hausunterricht möglich.

Beispiel: In Österreich gilt eine generelle Unterrichtspflicht, aber keine Schulpflicht. Daher dürfen die Schülerinnen und Schüler auch zu Hause unterrichtet werden. Sie müssen allerdings zusätzlich jedes Jahr amtliche Prüfungen absolvieren (sog. Externistenprüfungen), mit denen sie bestätigen, dass sie durch das Homeschooling die vorgeschriebenen Lehrziele erreicht haben.

Ist Homeschooling in Deutschland erlaubt?

In Deutschland dürfen schulpflichtige Kinder und Jugendliche nicht von den Eltern via Homeschooling unterrichtet werden. Eltern, die sich dem widersetzen, begehen eine Ordnungswidrigkeit und müssen ggf. Bußgelder zahlen. Hintergrund ist die allgemeingültige Schulpflicht in Deutschland, die seit dem Jahr 1919 gilt. In Bayern wurde sie bereits im Jahr 1802 eingeführt. Sie verpflichtet Kinder und Jugendliche, am Präsenzunterricht teilzunehmen und verbietet gleichzeitig das private Unterrichten zu Hause.

Ausnahmen von der Schulpflicht in Deutschland gab es beispielsweise während der Corona-Pandemie. Für damals stufte das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 19.11.2021 die Schulschließungen als zulässig ein und erkannte gleichzeitig an, dass die Heranwachsenden ein Recht auf schulische Bildung haben. Dieses Recht konnte in Zeiten der Schulschließungen nur durch das Homeschooling eingehalten werden, bei dem die Kinder und Jugendlichen digital von ihren Lehrkräften betreut wurden.

Weitere Ausnahmen für das Homeschooling als Hausunterricht gelten beispielsweise, wenn Kinder eine spezielle physische oder psychische Erkrankung oder eine Behinderung aufweisen. Schwangere schulpflichtige Jugendliche können gemäß Mutterschutzgesetz ebenfalls von der Präsenzpflicht absehen, wenn sie ein Attest vorlegen.

Inwiefern sich Homeschooling als digitale Betreuung von Schulklassen in Deutschland langfristig etabliert, bleibt abzuwarten.

Quellen: bildungsklick.de, homeschooling-corona.com, Deutsches SchulportalNorddeutscher Rundfunk (NDR)

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Digitalisierung

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