Entwicklungsverzögerung: Wie können Pädagogen helfen?

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Die Entwicklung eines Kindes findet insbesondere in den ersten Lebensjahren statt. Dabei entwickelt sich jedes Kind unterschiedlich schnell. Stellen Eltern frühzeitig fest, dass eine Entwicklungsverzögerung vorliegt, können Kinder sie oftmals durch Therapien und Übungen aufholen. Aber nicht nur Therapeuten helfen dem Kind, auch Pädagogen können positiv auf die Entwicklung einwirken.

Entwicklungsverzögerung: Diese Bereiche können betroffen sein 

Gerade in den ersten Monaten und Jahren durchläuft das Kind mehrere Entwicklungsphasen, die ineinander greifen. Das Schreien ist z. B. der Anfang vom Lallen, das sich zum Brabbeln entwickelt und irgendwann spricht das Kind die ersten unzusammenhängenden Wörter. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo. Und solange es in Grenzen bleibt, müssen sich Eltern keine Sorgen machen. 

Es gibt jedoch Studien, die Grenzwerte festlegen, ab wann Kinder einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben sollten – der Kinderarzt kann Eltern in dieser Hinsicht am besten beraten. Ist so ein Grenzwert überschritten, ist die Rede von Entwicklungsverzögerung. Diese zeigt sich insbesondere in den folgenden Bereichen: 

  • Motorik
  • Kognition
  • Sprache
  • Emotion 
  • Soziale Kompetenz 

Was können die Ursachen für eine Verzögerung in der kindlichen Entwicklung sein? 

Die Ursachen für eine Entwicklungsverzögerung beruhen im Wesentlichen auf drei Komponenten: Zum einen kann die genetische Veranlagung entscheidend bei der Ausbildung einer Entwicklungsstörung sein. Zum anderen können biologische Reifungsprozesse dazu führen, dass sich das Kind langsamer entwickelt als andere. Wächst das Hörorgan z. B. zu langsam, wird das Hörvermögen des Kindes beeinträchtigt. 

Der wichtigste Bestandteil in der kindlichen Entwicklung sind jedoch die Einflüsse und Anregungen, die aus der direkten Umgebung des Kindes kommen. Denn die meisten Fähigkeiten erlernen Kinder durch Wiederholung und Übung. Deshalb gelingt es auch oft, eine Entwicklungsverzögerung wieder aufzuholen. Es gibt zahlreiche Therapieverfahren für entwicklungsverzögerte Kinder, die Eltern frühzeitig nutzen sollten. Aber auch Pädagogen in Kita und Schule können das entwicklungsverzögerte Kind unterstützen.   

Wie können Pädagogen bei Entwicklungsverzögerung helfen? 

Der wichtigste Beitrag, den gerade Erzieherinnen und Erzieher in der Kita leisten können, ist die Beobachtung der Entwicklung eines Kindes, um eine mögliche Entwicklungsverzögerung frühzeitig festzustellen. Mit dem Handbuch „Besondere Kinder“ gelingt ihnen ein schnelles und einfaches Erkennen entsprechender Anzeichen. 

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Neben der Beobachtung können Pädagogen auch unterstützend wirken, nachdem eine Entwicklungsverzögerung festgestellt wurde. Mit den folgenden pädagogischen sowie organisatorischen Maßnahmen können Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer z. B. hörbeeinträchtigten Kindern den Alltag in Kita und Schule erleichtern:

Beispiel: Hörbeeinträchtigung 

pädagogische Maßnahmen 

  • Neben dem hörbeeinträchtigten Kind sollten möglichst ruhige Kinder sitzen, die das Zuhören nicht durch permanente Störgeräusche verhindern. 
  • Generell auf den Sprachgebrauch achten: Der richtige Gebrauch von Fragewörtern, Antworten in ganzen Sätzen oder entsprechend die Kinderantworten selbst in ganzen Sätzen wiederholen.  
  • Jedes Kind wird mit seinem Namen angesprochen, bevor es mit dem Gespräch beginnt. 
  • Texte, Reime, Lieder, die aktuell in Kita oder Schule verwendet werden, sollten den Eltern zur Verfügung gestellt werden, damit sie diese Zuhause mit dem Kind wiederholen können. 

organisatorische Maßnahmen

  • Feste Rituale im Alltag geben dem Kind Sicherheit. Deshalb sollten Pädagogen darauf achten, dass Regeln eingehalten und nur selten Ausnahmen gemacht werden. 
  • Wichtige Regeln, Spiele, Spielorte o. Ä. gibt es auch als Bilder. Mit diesen können sich spracharme und hörbeeinträchtigte Kinder visuell entscheiden oder bemerkbar machen. 
  • Die Arbeit in Kleingruppen senkt den Lärmpegel/Störlärm. 
  • Ein hörbeeinträchtigtes Kind sollte immer mit dem Rücken zum Fenster sitzen, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind.

Wie Pädagogen Kinder mit Sprachauffälligkeiten, Sehbeeinträchtigung, Autismus oder Down-Syndrom unterstützen können, erfahren sie im Handbuch „Besondere Kinder“. 

Quellen: pharmazeutische-zeitung.de, „Besondere Kinder“

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