Gesundheitswesen und Pflege

Verdacht auf Berufskrankheit – Neues Tool der DGUV erleichtert Ärzten die Verdachtsanzeige

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Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat im Auftrag der Bundesregierung ein Tool entwickelt, das Mediziner bei der Anzeige eines Verdachts auf eine Berufskrankheit unterstützt.

Berufskrankheit? Tool der DGUV hilft bei der Anzeige eines Verdachts

Ärzte und Zahnärzte sind gemäß § 202 SGB VII verpflichtet, bei begründetem Verdacht auf eine Berufskrankheit (BK) diesen an den Unfallversicherungsträger oder die für den medizinischen Arbeitsschutz zuständige Stelle zu melden. Um ihnen diese Verdachtsanzeige zu erleichtern, hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zusammen mit dem Institut für Arbeitsschutz (IFA) und dem Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) das neue Tool entwickelt, das über das Portal "BK-Info"-Portal zu erreichen ist. 

Über eine Suchleiste können Ärzte und medizinische Fachkräfte einen ICD-10-Code eingeben. Das Tool ermittelt, welche Berufskrankheit für die jeweilige Diagnose in Frage kommt. Der Arzt bekommt alle notwendigen Informationen, sodass er den begründeten Verdacht an die Unfallversicherungsträger weiterleiten kann.

BK-Info-Portal wird in mehreren Schritten ausgebaut

Bis das Portal der DGUV voll einsatzfertig ist, dauert es aber noch. Denn der Ausbau erfolgt in mehreren Schritten: 

  1. Alle Diagnoseschlüssel des ICD-10-Codes sind bereits hinterlegt. 
  2. Informationen dazu, welche dieser Diagnosen im Einzelnen nach welchen Einwirkungen eine BK sein können, gibt es derzeit nur für Muskel-Skelett-Erkrankungen. 
  3. Im Laufe des Jahres kommen die anderen Erkrankungen hinzu.  

Tool der DGUV ersetzt Merkblätter des Ärztlichen Sachverständigenbeirats Berufskrankheiten 

Für die Verdachtsanzeige einer BK hatten die Mediziner bisher nur die Möglichkeit, auf die Merkblätter des Ärztlichen Sachverständigenbeirats Berufskrankheiten der Bundesregierung (ÄSVB) zurückzugreifen. Der Sachverständigenrat wird diese Merkblätter aber nicht mehr neu erstellen und auch nicht aktualisieren. 

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Was gilt als Berufskrankheit? 

Eine Krankheit wird vom Sachverständigenbeirat als Berufskrankheit eingestuft, wenn sie durch die Ausübung bestimmter Berufe über einen längeren Zeitraum verursacht wurde. Berufskrankheiten sind in der sog. Berufskrankheitenliste aufgeführt, die der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung oder der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu entnehmen ist. 

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Quelle: DGUV

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