Personal und Arbeitsrecht

Studie: Nach diesen Kriterien wählen Betriebe ihre Auszubildenden aus

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Immer wieder ist in den Medien zu lesen, dass Betriebe Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Doch welche Anforderungen stellen Betriebe an Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss? Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat für eine Studie mehr als 500 Betriebe befragt und legt folgende Ergebnisse vor.

Chancen von Auszubildenden: die wichtigsten Auswahlkriterien

Die Studie des BIBB, welche das Bildungsinstitut in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) durchgeführt hat, zeigt, dass Ausbildungsbetriebe bei der Beurteilung von Bewerbern besonders auf drei Kriterien achten:

  • Schulnoten
  • Fehlzeiten
  • Sozialverhalten

Ein guter oder weniger guter Notendurchschnitt, die Anzahl der unentschuldigten Fehltage und das Sozialverhalten in der Schule sind die wichtigsten Auswahlkriterien – auch für Betriebe, die mit Besetzungsproblemen zu kämpfen haben. 

So wählen Betriebe Auszubildende aus

Für die Studie sollten insgesamt 565 Betriebe anhand fiktiver Profile von Bewerbern auf eine Ausbildungsstelle angeben, welche Bewerber sie zum Vorstellungsgespräch oder Eignungstest eingeladen hätten. Dabei wurde die wichtigste Gruppe der Ausbildungsstellenbewerber berücksichtigt, also diejenigen Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss. Das sind die Ergebnisse: 

  • Betriebe, die Schwierigkeiten haben, Auszubildende zu finden, sind laut Studie eher dazu bereit, sowohl Bewerber mit guten als auch eher schlechten Voraussetzungen beim nächsten Auswahlschritt zu berücksichtigen, als Betriebe, die sich in einer guten Rekrutierungssituation befinden. 
  • Es kann jedoch nicht festgehalten werden, dass Betriebe mit Rekrutierungsschwierigkeiten dazu bereit sind, grundsätzlich Abstriche bei ihren Auswahlkriterien zu machen. 
  • Betriebe, die in vorherigen Jahren viele Auszubildende übernommen haben, berücksichtigen der Studie zufolge beim nächsten Auswahlverfahren weniger Ausbildungsstellenbewerber als Betriebe mit einer geringen Übernahmequote. 
  • Die durchschnittliche Einschätzung der Betriebe fällt in Ostdeutschland etwas besser aus als in Westdeutschland. 

Abschließend hält die Studie fest, dass sich die betrieblichen Anforderungen relativ zu Angebot und Nachfrage verhalten. Jugendliche und junge Erwachsene mit mittlerem Schulabschluss, gleichem Notendurchschnitt, gleichen Bewertungen des Sozialverhaltens und gleicher Anzahl unentschuldigter Fehltage haben demnach unterschiedliche Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, je nachdem in welcher Region sie leben. 

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Wenn die schulische Bildung nachlässt

Gerade Hochschulprofessoren beklagten in letzter Zeit öffentlich das sinkende Bildungsniveau von Schulabsolventen. Dieses Problem ist auch den Betrieben bekannt. Und wenn die schulische Bildung nachlässt, müssen die Ausbilder mehr leisten, um die mangelnde Ausbildungsreife zu kompensieren. Um sie dabei zu unterstützen, wurde das "Schulungsprogramm: Basiswissen für Auszubildende" entwickelt. Das Programm erleichtert Ausbildern u. a. das Erstellen von Unterrichtsmaterialien und die Vorbereitung der Themen. Zwei wichtige Aspekte, die in der täglichen Ausbildungsarbeit viel Zeit rauben. 

Quelle: BIBB (Report 2/2017)

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