Geschäftsführung und Management

Tax Compliance: Steuerliche Risiken bewerten und minimieren

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Nur eine kleine Nachlässigkeit, eingeschlichen in der täglichen Routine, reicht aus. Schon sehen sich Unternehmen mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung konfrontiert. Das Thema Compliance-Risiken gewinnt in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung.

Das Steuerklima hat sich verändert: Im Mai 2017 hat der Bundesrat dem Geldwäschegesetz zugestimmt und bereits im Juni das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz verabschiedet. Im Zuge dieser Verschärfungen müssen Unternehmen mehr Sensibilität im Umgang mit Steuern aufbringen.

Finanzamt wertet innerbetriebliches Kontrollsystem (IKS) positiv

Der Gesetzgeber verpflichtet Unternehmen, Steuererklärungen nicht nur rechtzeitig, sondern auch vollständig und richtig abzugeben. Besonders wenn mehrere Mitarbeiter in diesen Prozess eingebunden sind, schleicht sich ein Fehler schnell ein. Um dies zu vermeiden, ist die Einführung eines „innerbetrieblichen Kontrollsystems" (IKS) hilfreich. 

Das interne Kontrollsystem ist nicht verpflichtend, doch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) sieht in diesem System ein Indiz, „das gegen das Vorliegen eines Vorsatzes oder Leichtfertigkeit sprechen kann.“  (Stellungnahme im AO-Anwendungserlass (AEAO) zu § 153 zur Frage der Abgrenzung von Berichtigungs- und Selbstanzeige)

Compliance Management: System schützt vor ungewollter Steuerhinterziehung 

Das Tax Compliance Management System (CMS) versteht sich als ein auf die Einhaltung steuerlicher Vorschriften
gerichteter Teilbereich eines Compliance Management Systems und soll vor ungewollter Steuerhinterziehung schützen. Grundsätzliche Anforderungen an ein Tax CMS hat das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) in einem Prüfungshinweis zum Prüfungsstandard PS 980 zusammengefasst. 

Demnach ist es ratsam, Tax Comliance-Risiken abzuwägen und ein Tax Compliance-Programm zu erstellen.

Compliance: Risiken bewerten und Ziele festlegen

Um Tax Compliance-Risiken, also Risiken für Verstöße gegen einzuhaltende steuerrelevante Regeln, bewerten zu können, müssen im ersten Schritt Tax Compliance-Ziele festgelegt werden.

Die Ziele des Tax Compliance-Management-Systems werden auf der Grundlage der allgemeinen Unternehmensziele und einer Analyse sowie Gewichtung der vom Unternehmen zu beachtenden Regeln festgelegt.

Um Tax Compliance-Risiken festzulegen, muss ein Verfahren zur systematischen Risikoerkennung und -beurteilung bestimmt werden.

Bei der Risikoanalyse müssen die Risiken

  • identifiziert,
  • in Risikoklassen eingeordnet,
  • auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und
  • mögliche Folgen analysiert und beurteilt werden.

Typische Risikofelder im Massenverfahren sind Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialversicherung. Tax Compliance-Risiken sind  auf die jeweilige Steuerart bezogen.

Compliance: Programm wirkt Risiken entgegen 

Sind die Tax Compliance-Risiken ausgewertet, müssen im Tax Compliance-Programm Maßnahmen eingeführt werden, um den Risiken entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen können sowohl präventiver als auch detektiver Art sein.

Präventive Maßnahmen können zum Beispiel sein:

  • Schulung der Mitarbeiter
  • Bereitstellung von Checklisten
  • Erstellung von Richtlinien und fachlichen Anweisungen

Detektive Maßnahmen sind beispielsweise:

  • Prozessintegrierte Kontrollen (z.B. Vier-Augenprinzip)
  • Anlassbezogene oder stichprobenhafte Untersuchung, ob das Tax Compliance-Programm den betroffenen Mitarbeitern bekannt ist.
  • Organisatorische und/oder technische Kontrollen

Werden Tax Compliance-Risiken erkannt, muss das Tax Compliance-Programm überprüft und angepasst werden. Steuerliche IT-Lösungen müssen regelmäßig überprüft und bezogen auf die Tax Compliance-Ziele beurteilt werden.

Quellen: IDW, Sonntag & Partner

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