Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Die neue internationale Norm ISO 45001:2018 „Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ löst den bisher geltenden britischen Standard BS OHSAS 18001 ab und führt erstmals den traditionellen Arbeitsschutz und das betriebliche Gesundheitsmanagement zusammen. Doch was ist neu?

ISO 45001 löst BS OHSAS 18001 ab

Im Hinblick auf den demographischen Wandel, die Zunahme von Erkrankungen sowie die Beschleunigung im Arbeitsleben (bedingt durch die fortschreitende Digitalisierung) spielen die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz in der modernen Arbeitswelt eine immer größere Rolle. Diesen Anforderungen wurde die bisher geltende Norm BS OHSAS 18001 nicht mehr gerecht.

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Deshalb reichte die British Standards Institution (BSI) im Jahr 2013 bei der International Organisation for Standardisation (ISO) einen Vorschlag zur Erarbeitung einer internationalen Arbeitsschutz-Norm ein, die auf Basis der BS OHSAS 18001 konzipiert werden sollte. Die High Level Structure (HLS) mit ihren zehn Hauptkapiteln sowie die Normen ISO 9001 und ISO 14001dienten zudem als Rahmen für die Erarbeitung der neuen Norm. So wurde Unternehmen die Möglichkeit gegeben, das neue Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) mit anderen bereits vorhandenen Managementsystemen aus den Bereichen Qualität, Energie und Umwelt synchronisieren zu können.

→ Welche Arbeitsschutzmanagementsysteme gibt es? Einen Überblick gibt Ihnen der „Gratis Fachartikel 'Neue ISO 45001'.

Zertifizierung nach ISO 45001

Enige Unternehmen haben sich nach der BS OHSAS 18001 zertifizieren lassen und streben nun die Zertifizierung nach ISO 45001 an. Diese müssen beachten, dass die OHSAS Zertifikate drei Jahre nach Erscheinen der ISO 45001 ihre Gültigkeit verlieren. Um eine Zertifizierung nach ISO 45001 zu bekommen, sollten die Unternehmen diese Zeit nutzen, um ihre Prozesse und Aufbaustrukturen zu überprüfen und mögliche Lücken zu schließen.

Diese 5 wesentlichen Neuerungen sind in der ISO 45001 enthalten

Die ISO 45001:2018 bringt u.a. folgende Neuerungen mit: 

  • Der Kontext der Organisation bekommt mehr Beachtung und wird in den wesentlichen Kriterien des AMS berücksichtigt. 
  • Das Top-Management wird mehr eingebunden und muss Verantwortung und Engagement im Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen. Es muss nachgewiesen werden, dass das Bewusstsein der Führungskräfte für diesen Bereich gestärkt wurde.
  • Künftig sollen nicht nur die Risiken analysiert und bewertet, sondern auch die Chancen für mehr Sicherheit und Gesundheit in einem eigenen Prozess identifiziert und gefördert werden. 
  • Es werden alle Beteiligten innerhalb und außerhalb eines Unternehmens berücksichtigt, auch Leiharbeitnehmer. Auch die Beteiligung der Beschäftigten und von deren Vertretern soll künftig mehr Beachtung bekommen.
  • Die Effektivität des Managementsystems muss nach dem systematischen Bearbeiten von Verbesserungsmaßnahmen ständig überprüft werden. 

Quelle: „Gratis Fachartikel 'Neue ISO 45001'“

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